Mittwoch, 20. November 2019

Ayurveda und Hildegard von Bingen

29. Februar 2012
In der Naturheilkunde der Hildegard von Bingen und der Heilkunde des Ayurveda findet man viele Ähnlichkeiten.


Manchen Leuten sind die indischen Gewürze und Öle nicht so vertraut wie die heimischen und da bat Hildegard von Bingen eine großartige Verbindung an, Naturprodukte nach indischen oder europäischen Geschmack zu verwenden. Beide Lehren sind selbstverständlich nicht zu 100% ident, dennoch findet man viele Verbindungen. Die Hildegard-Medizin basiert auf fünf Säulen, die Krankheiten nicht nur heilen, sondern in erster Linie durch eine entsprechend gesunde Lebensführung vorbeugen sollen. Ebenso heißt es im Ayurveda dass Klienten eines guten Arztes nicht krank werden. In Indien gehen die gesunden Patienten zum Arzt damit die drei Doshas Vata, Pitta oder Kapha nie aus dem Gleichgewicht geraten. Wir sehen in beiden Heilsystemen geht es um die Prävention.

Laut Hildegard können Körper, Leib und Seele nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Im Ayurveda bilden Körper, Geist und Seele eine Einheit und stehen in einem permanenten Wechsel zueinander. Hildegard empfiehlt für alle Menschen das gleiche, mit Ausnahme Kranker und Schwacher. Ayurveda hingegen geht individuell auf jeden Menschen ein. Was für den einen gut ist, muss für den anderen nicht verträglich sein. Genau das macht Ayurveda so außergewöhnlich. Weiters rät Hildegard bewusst von bestimmten Nahrungsmittel ab. Ayurvda hingegen verbietet nichts, dennoch sollte alles in Maßen genossen werden.

Beide Heilsysteme legen großen Wert auf eine regelmäßige Entgiftung des Körpers. Im Ayurveda nennt man dies Pancakarma und wird traditionell im Frühling oder Herbst durchgeführt. Hildegard rät traditionell zur Frühjahrs Entgiftungskur.
Auch in der Ernährungslehre finden sich viele Gemeinsamkeiten.

Hildegard Lehre
  • erste Mahlzeit sollte warm sein
  • 2-3 Mahlzeiten pro Tag
  • zum Essen soll getrunken werden
  • kurzer Mittagsschlaf
  • Speisen immer kochen oder garen
  • nach dem Abendessen spazieren gehen Ayurveda
  • das Frühstück sollte warm und leicht sein
  • 3 Mahlzeiten täglich
  • zum Essen sollte man warme Getränke trinken
  • Speisen sollten möglichst gedünstet oder gekocht sein
  • tägliche Bewegung
  • tägliche Selbstmassage mit warmen Ölen

Beide Heilsysteme haben verschiedene Kräuterelexieren zur Unterstützung der Gesundheit. Hildegard empfiehlt z.B. Muskatellersalbei bei Völlegefühl nach zu fettem Essen oder Magenschmerzen. Im Ayurveda gibt es den Pippali Asava der bei Verdauungsbeschwerden und Völlegefühl eingesetzt wird. Nach Hildegard wird Petersilienwein bei Stress und zur Schlafregulation empfohlen. Im Ayurveda wird Sarasvati Arishta wird bei Überlastung, und Schlafproblemen eingesetzt.

Nach Hildegard wird das Mutterkraut Pulver wird bei Menstruationsproblemen und diversen Frauenleiden eingesetzt, im Ayurveda wird bei diversen Frauenleiden die Ashoka Pflanze empfohlen. Man kann sie als Churna(Pulver), Kapsel oder Kräuterwien verzehren.

HILDEGARD VON BINGEN

Zu den Mahlzeiten soll getrunken werden, aber in Maßen den durch zuviel, wird eine stürmische Überschwemmung der Körpersäfte ausgelöst und die guten Säfte im Körper werden zu sehr verdünnt.
2-3 Mahlzeiten pro Tag
Ein guter Tag beginnt mit einer warmen Mahlzeit.
Zwecks der Verdauung rät Hildegard das Frühstück möglichst spät einzunehmen. Am besten ist die Zeit vor Mittag ca.um 11Uhr.
Keine Rohkost
Da diese das Blut verschlechtert und den Darm durch Gärung belastet. Nur Salat darf mit einer Marinade aus Essig und Öl roh gegessen werden.

Butter
Steinsalz
Zwiebel nie roh verwenden dünsten oder kochen
Vollrohrzucker
Ein Nahrungsmittel welches man täglich zu sich nehmen sollte ist die Bertramwurzel. Diese gilt neben Galgant und Quendel als eines der drei Haupt-Gewürze in der Hildegard-Küche und kann so gut wie jeder Speise zugefügt werden. Die Inhaltsstoffe des Bertrams verbessern unter anderem die Aufnahme von Vitalstoffen im Darm.


AYURVEDA

Zur Mahlzeit getrunkene Getränke (möglichst warme) werden mit der Nahrung zu einem Nektar, der die Nahrung besser verdaubar macht. Wichtig nach dem Essen nichts trinken, denn das würde das Verdauungsfeuer löschen.


3 Mahlzeiten pro Tag
Frühstück sollte immer warm und leicht sein
Das Frühstück sollte möglichst spät eingenommen werden da am morgen Kapha aktiv ist und die Verdauung noch nicht auf Touren ist. Optimal wäre ab 10Uhr, daß hier die Pitta Zeit beginnt und das Verdauungsfeuer zu brennen beginnt.
Gekochtes Obst und Gemüse. Ayurveda meint, dass Rohkost den Darm belastet. Eine Außnahme wird bei Pitta gemacht, da diese eine stärkere Verdauung hat als andere Konstitutionen.

Gehe(Butterschmalz)
Himalayasalz
Zwiebel und Knoblauch immer kochen
Sharkara (Palmzucker)
Heilige Nahrungsmittel sind Ghee, Milch, Weizen und Honig


Autor:
Tanja Pinter Dipl. Ayurveda Praktikerin, www.ayushop.at


VHS-logo2Quelle: Die Wiener Volkshochschulen
www.vhs.at
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