Dienstag, 26. September 2017

Sportgerät Wasser

Ausgabe 2017.07-08
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Seen und Flüsse sind im Sommer ideale Trainingspartner für sportliche Wasserratten. GESÜNDER LEBEN zeigt, welche Wassersportarten uns gesund und mit Spaß in Hochform bringen.


Foto: iStock-Georgijevic

Einfach nur im Wasser zu planschen, ist schön, aber vielen zu wenig „Action“: Sommerliche Sportarten wie Segeln, Surfen, Stand-up-Paddling, Kanufahren, Tauchen und Wasserski bringen uns jetzt aktiv auf Touren. Dr. Kurt A. Moosburger, Facharzt für innere Medizin, Sport- und Ernährungsmedizin, analysiert den Fitness- und Gesundheitsfaktor der beliebtesten Wassersportarten.

Segeln
Leinen los! Wer sich gemütlich an Deck die Meeresbrise um die Nase wehen lassen will, sollte lieber eine Kreuzfahrt buchen. Beim Segeln braucht man nämlich nicht nur Kraft, um sich mit vollem Einsatz in die Seile zu hängen – man muss auch Wind, Wasser und Wolken lesen können, um das nächste Manöver zu planen. Bei einem Segeltörn sind Beweglichkeit und Kondition ebenso gefragt wie Instinkt und Selbstvertrauen. Dafür muss man natürlich nicht an die Küste fahren – an allen größeren Seen in Österreich kann man die Kunst an den Tauen erlernen.
Die Basics: Im Grundkurs für den Segelschein lernt man Segelsetzen, Wende, Ab- und Anlegen des Bootes und die wichtigste Theorie. Voraussetzungen dafür sind ein Mindestalter von zwölf Jahren und Schwimmkenntnisse. Für den A-Schein werden alle Manöver perfektioniert. Er berechtigt zur selbstständigen Führung von Segelbooten auf Binnengewässern und zur Teilnahme an Segelregatten. Mit dem A-Schein bekommt man auch in jeder Segelschule ein Segelboot geliehen.
Gesundheitsfaktor: Der Fitnessaspekt beim sportlichen Segeln sollte laut Sportmediziner Dr. Kurt A. Moosburger nicht unterschätzt werden: „Durch die verschiedenen Manöver wird neben der Muskulatur des Rumpfes und der Arme auch die Beinmuskulatur trainiert.“ Obendrein verbessert der Sport die Koordinationsfähigkeit, den Gleichgewichtssinn und die Reaktionsfähigkeit.

Stand-up-Paddle-Surfing (SUP)
Wenn sportliche Hollywood-Promis wie Kate Hudson Richtung Bikinifigur in See stechen, dann befinden sie sich meist nicht auf einer sündteuren Luxusjacht. Viel öfter stehen sie auf einem mehr oder weniger wackligen Brett und nehmen selbst das Ruder – genauer gesagt das Paddel – in die Hand. Der Trendsport Stand-up-Paddle-Surfing kombiniert Wellenreiten, Kanusport und Fitness – auf Seen, Flüssen oder auf den Wellen der Ozeane. Reiner Zufall übrigens, dass aus der Kombination von Board und Paddel eine eigene Sportart wurde: In Polynesien paddelten die Fischer schon immer stehend aufs Meer hinaus. Später stiegen dann die Surflehrer auf Hawaii aufs Brett, um schneller zu den wellenbrechenden Riffs zu kommen und ihre Schüler im Auge behalten zu können. Für die Bewohner des Binnenlandes von Vorteil: Man muss nicht nach Hawaii fliegen – Stehpaddeln klappt auch auf Binnengewässern und Flüssen. Das große Plus für Ungeübte: Dieser Sport ist auf ruhigem Wasser in kürzester Zeit erlernbar.
Die Basics: Zum Schnuppern kann man sich die Ausrüstung ausleihen. Stehpaddelbretter sind 3 bis 3,6 Meter lang, 75 cm breit und 12 cm dick. Sie werden aus den gleichen Materialien wie Surfbretter hergestellt. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Boards – vom Flachwasser-Modell bis hin zu Boards für hohe Wellen. Um einen sicheren Stand zu gewährleisten, sind sie meist mit einer perforierten und gummierten Oberfläche versehen. Die Paddel sind rund zwei Meter lang. Ein Grundkurs lohnt sich.
Gesundheitsfaktor: Aus sportmedizinischer Sicht macht das Gepaddel nicht nur Spaß, es ist auch ein perfektes Ganzkörpertraining, wie Sportmediziner Moosburger betont: „Man stärkt dabei die Schultermuskulatur, die Rumpf- einschließlich der Gesäßmuskeln und die Oberschenkel. Zusätzlich werden Koordination und Gleichgewichtssinn gefördert.“

Windsurfen
Wer schon einmal beim Surf Worldcup am Neusieder See die besten Windsurfer beim Herumflitzen beobachtet hat, weiß: Der Kampf gegen die Wellen und die Kraft des Windes bringen sie an die Grenzen des Risikos und der Geschwindigkeit, der aktuelle Rekord liegt bei über 90 km/h. Windsurfen boomt, die ständige Weiterentwicklung des Materials hat den Einstieg in diese Sportart immens erleichtert.
Die Basics: Das Angebot an Einstiegsmöglichkeiten ist vielfältig – sportliche Anfänger wählen einen Intensivkurs, bei dem man die Grundlagen des Windsurfens wie Wende und Halse relativ schnell erlernt. Am Ende des Kurses kann man einen VÖWS-Windsurfgrundschein erwerben, der weltweit anerkannt ist. Ab ca. sieben Jahren können Kinder mit modernem, auf ihre Größe abgestimmtem Windsurf-Material beginnen. Für Frauen gibt es leichte Segel, die den Kraftaufwand minimieren.
Gesundheitsfaktor: „Beim Surfen sind Kraft, Koordination und Ausdauer gefragt. Vor allem die Arm- und Rumpfmuskulatur wird dabei beansprucht. Zudem stellt dieser Wassersport große Anforderungen an die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit, das Balancegefühl und den Gleichgewichtssinn. Die Verletzungsgefahr ist relativ gering, sofern man die Technik beherrscht.“

Wasserski
In Österreich gibt es zahlreiche Wasserski-Anlagen, die Ausrüstung mit Schwimmweste, Brett & Co kann man direkt beim Anbieter ausleihen. Weil man im Fahrtwind auch bei höheren Temperaturen schnell auskühlt, ist ein Neoprenanzug ein sinnvolles Accessoire. Auch wenn es rasant aussieht – wirklich gefährlich ist der Sport nicht.
Die Basics: Für Anfänger empfiehlt sich der Einstieg in einer Wasserskischule am See: Der Anfang wird auf zwei Skiern gemacht, während man sich an der seitlich am Boot montierten Übungsstange festhält. Dann wird Schritt für Schritt die Leine verlängert, um schließlich an der langen Leine das sichere Starten und Fahren zu beherrschen. Nach einigen Runden am See kann man seinem Wagemut und Ehrgeiz schnell freien Lauf lassen und sich an die Vorbereitungsübungen für den Monoskilauf wagen.
Gesundheitsfaktor: Wer von einem schön definierten Bizeps träumt, muss nicht zwangsläufig Klimmzüge machen, erklärt der Sportmediziner: „Auch beim Wasserskifahren kräftigt man die Arme.“ Wobei der Gute-Laune-Sport aber noch viel mehr kann: „Neben Kraft und Körperspannung werden in erster Linie Haltung und Koordination trainiert.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Sportgerät Wasser
Seite 2 Tauchen und Paddeln

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