Dienstag, 27. Oktober 2020

Sicher auf und abseits der Piste

Ausgabe 02/2011
Hochsaison in Österreichs Schigebieten! Rücksichtnahme auf der Piste sowie Vernunft beim Einkehrschwung tragen dazu bei, die Sicherheit entscheidend zu verbessern. Und wenn es mal doch passiert, kann jeder helfen – auch ohne Erste-Hilfe-Kenntnisse.

Foto: istockphoto - Wojciech Gajda
So reduzieren Sie das Unfallrisiko
Andreas Faßwald
Chef der Bergrettung Obertauern

Der Großteil der Unfälle passiert auf der Piste selbst. Diese wären aber großteils zu vermeiden, wenn alle Schifahrer die einfachsten Pistenregeln beachten würden: Rücksichtnahme auf alle anderen Wintersportler, die Fahrweise dem eigenen Fahrkönnen und den Pistenbedingungen anpassen, nicht auf unübersichtlichen Pistenabschnitten stehen bleiben und einen kurzen Blick nach oben werfen, ehe Sie anfahren.
Eine unterschätzte Gefahrenquelle ist immer das Aussteigen aus dem Schilift. Bleiben Sie nicht unmittelbar beim Ausstieg stehen – Ihre Angehörigen finden Sie auch ein paar Meter unter der Ausstiegsstation.
Sollten Sie außerhalb der gesicherten Pisten Hilfe benötigen, wählen Sie die österreichweit gültige Telefonnummer 140 (Bergrettung). Wenn die Lawinenwarnleuchten blinken, verlassen Sie unter keinen Umständen die gesicherten Pisten.


Hütten-Gaudi – aber mit Vernunft!
Walter Veit
Hüttenwirt „Mankei-Alm“, Obertauern

Genießen Sie ruhig die Urlaubsstimmung auf der Schihütte nach einem schönen Schitag. Denn Après-Ski gehört dazu. Aber: Löschen Sie den ersten Durst zunächst mit einem großen, alkoholfreien Getränk. Denn durch die trockene Höhenluft hat der Körper einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Nehmen Sie auch zumindest einen kleinen Imbiss zu sich. Erst danach sol lten Sie mit Ihren Begleitern auf den schönen Schitag anstoßen. Sich schon vorab ein Limit für die Zahl der Runden zu setzen ist nie falsch. Und trinken Sie zu Ihren alkoholischen Getränken immer ausreichend Wasser.
Sollten Sie doch einmal über den Durst getrunken haben, dann scheuen Sie sich nicht, das Gespräch mit dem Hüttenwirt zu suchen. Dieser wird in der Regel eine Lösung finden, Sie (und Ihre Schiausrüstung) sicher ins Tal zu bringen. So endet auch ein feucht-fröhlicher Schitag garantiert unfallfrei!


So können Sie im Notfall helfen
Dr. Harald Aufmesser
Sportmediziner, Obertauern

Heute sollte es für Schifahrer selbstverständlich sein, einen Helm zu tragen, Snowboarder brauchen zusätzlich eine Handstütze. Sollten Sie Zeuge eines Unfalls werden, können Sie auch ohne Erste- Hilfe-Kenntnisse entscheidende Maßnahmen setzen:
Sichern Sie erst die Piste oberhalb des Verletzten ab, etwa mit gekreuzten Schiern. Setzen Sie einen Notruf per Telefon (z.B.: Euronotrufnummer 112) mit genauer Ortsangabe ab oder schicken jemanden zur Talstation. Dann kümmern Sie sich um den Verletzten. Versuchen Sie, wenn möglich, seinen Kopf bequem zu lagern, lassen Sie den Helm jedoch oben. Sprechen Sie mit ihm, informieren Sie ihn, dass Hilfe unterwegs ist. Versuchen Sie, wenn es geht, die Schier von den Schischuhen zu lösen. Wichtig: Schützen Sie das Unfallopfer vor Kälte, eventuell mit dem eigenen Anorak, und bleiben Sie unbedingt beim Verletzten, bis Hilfe kommt.

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