Dienstag, 21. Mai 2019

Sex(y) bis ins hohe Alter

09. August 2011
Unglaublich aber wahr, hormonell gesehen sind wir Menschen alle Zwitter,
der Unterschied liegt lediglich in der geschlechtsspezifischen Kombination. So gesehen beeinflussen die Hormone DHEA, Androgen, Östrogen und Progesteron den Alterungsprozess beiderlei Geschlechts.

Bisher Allgemeingut ist nur, dass Frauen in den Wechseljahren Östrogentherapien verschrieben werden, um die Beschwerden der altersbedingten Hormonumstellung zu lindern. Wie aber wirken die Geschlechtshormone zusammen? Kann man durch Hormongaben das Altern hinauszögern oder sich gar mit dem Extrakt der berühmt-berüchtigten Yam-Wurzel "jung-essen" und sexuell aktiv bleiben?

Seit 1995 der bekannte Hormon- und Tumorforscher Dr. William Regelson die vielbeachtete These aufstellte, dass die Einnahme von Melatonin und DHEA ein Menschenleben um bis zu 30 Jahre verlängern könnte, wird DHEA für die Anti-Aging-Medizin stärker wissenschaftlich erforscht. Bereits 1934 entdeckt, fristete DHEA - Dehydroepiandrosteron - lange Zeit ein "Schattendasein" in der medizinischen Forschung, da ihm zunächst keine eindeutigen Funktionen zugeordnet werden konnten.

DHEA, in den Nebennieren gebildet, ist die Muttersubstanz von mindestens 18 weiteren Hormonen unter anderem von Östrogen und Androgen, den weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen (auch Testosteron ist ein Androgen). Als Gegenspieler zum Stresshormon Cortison, hat es im Körper ähnlich dem Melatonin eine "energiesparende" Funktion, hat einen schützenden und ernährenden Effekt auf die Nervenzellen, besonders auf`s Gehirn und wirkt fettreduzierend, da es die Synthese des Fettes in den Fettzellen verhindert. Der DHEA-Spiegel im Menschen erreicht um das 25 Lebensjahr seinen höchsten Wert, ein 60jähriger hat nur noch 5 bis 20% dieses Wertes.

In den USA werden DHEA-Präperate als Nahrungsergänzung für jedermann zugänglich in "drugstores" verkauft. Als "Jungbrunnen-Pillen" wandern die Produkte in die Einkaufstaschen von Menschen, die sich mehr Leistungsfähigkeit und Lebensfreude, bessere Konzentration und Wiedererlangung der sexuellen Aktivität erhoffen. Einige wissenschaftliche Studien bestätigen zwar zum Teil die erfolgreiche Wirkung bei regelmäßiger Zuführung von außen, europäische Ärzte warnen aber vor einer unkontrollierten Einnahme von DHEA-Kapseln (sind in Europa nicht erhältlich), da Langzeitstudien über Aus- und Nebenwirkungen fehlen.

Progesteron wird bei beiden Geschlechtern in den Nebennieren erzeugt, bei Männern auch im Hoden. Progesteron ist im Körper wichtig für die Biosynthese der Sexualhormone, für den Salz-Wasserhaushalt, die Verdauung und den Atem- und Puls-Rhythmus. Es bereitet die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor und sorgt für die Muttermilch-Produktion. Ein zu niedriger Pogesteronspiegel, so wird vermutet, ist hauptverantwortlich für Osteoporose und nicht das Östrogen.

Östrogene sind für die Libido und Befruchtung der Frau zuständig, wirken aber auch auf Verdauung und Kreislauf. Durch den erheblichen Abfall des Östrogenspiegels in den Wechseljahren der Frau kommt es zu Alterungsprozessen wie Veränderung der Haut und Haare, Fetteinlagerungen, verstärkter Arterienverkalkung mit erhöhtem Herzinfarkt und Schlaganfall-Risiko.

Im Rahmen der Anti Aging Medizin verschreiben Gynäkologen Östrogen-Präparate, die meist in Verbindung mit einer Progesteron-Behandlung kombiniert werden. Selbst diese, seit mehr als 30 Jahren praktizierte Therapie, ist kaum erforscht und steht im Verdacht, Brust- und Gebärmutterkrebs hervorzurufen.

Androgene sind verantwortlich für die Ausbildung und Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale, sie steuern die Reifung der Spermien und die Tätigkeit der Drüsen des Genitaltraktes, außerdem wirken sie auf die Eiweißsynthese. Diese anabole Wirkung hat schon zu vielfältigem Missbrauch des Hormons Testosteron im Spitzensport geführt.

Natürliche Hormone zum Essen
Die Zufuhr von Hormonen aus Kapseln, Pillen, Pflastern oder Infusionen sollte nur in Abstimmung mit dem Arzt erfolgen. Es gibt aber - zumindest beschränkt - die Möglichkeit, Lebensmittel mit hoch hormoneller Wirkung zu essen und auf Nahrungsergänzungsprodukte "aus der Natur" zurückzugreifen.

Die Yams-Wurzel enthält beispielsweise einen dem Progesteron ähnlichen Stoff, den der Körper braucht, um DHEA und Sexualhormone zu erzeugen, kurbelt also damit die körpereigene Hormonproduktion an. Indigene Völker verwenden Yams zum Kochen, auf europäischen Märkten gibt es Yams in Form von Kapseln und Cremen.

Progesteron bekommt man aber auch aus Leinöl oder Mönchspfeffer (in Kapseln erhältlich). Soja, Leinsamen, Rotklee, Basilikum, und Hopfen sind wichtige Östrogen-Lieferanten, Haferflocken enthalten androgenähnliche Substanzen. Giseng zeigt Wirkungen, die denen des männlichen Hormons Testosteron entsprechen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass eine an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten reiche Ernährung auf den Alternungsprozess einen positiven Einfluss hat. Wer schon in jungen Jahren Wert auf gesunde Ernährung, reichlich Bewegung und Vermeidung von Suchtmitteln achtet, wird langsamer altern.

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