Donnerstag, 19. Oktober 2017

Raus in den Garten!

Ausgabe 2017.04
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Rechen, schneiden, graben, säen – Gartenarbeit kann ganz schön anstrengend sein, ist aber erwiesenermaßen äußerst gesund. Nicht nur unser Körper, auch Geist und Seele profitieren von der regelmäßigen Grünoasenpflege.


Foto: Can Stock Photo - halfpoint

Das Gefühl, überfordert, überlastet und übermüdet zu sein, kennt heutzutage vermutlich jeder von uns. Und das ist auch kein Wunder: In unserer schnelllebigen und leistungsorientierten Zeit herrscht in fast allen Lebensbereichen – egal ob im Job oder in der Freizeit – Zeitdruck und Terminhetze. Alles muss möglichst rasch und effizient erledigt werden. Damit chronische Erschöpfungszustände wie Burn-out, Bluthochdruck, Schlafstörungen etc. keine Chance haben, sollte man selbst in stressigen Zeiten unbedingt auf Phasen der Erholung achten, um einen gewissen Grad an Selbstregulierung zu ermöglichen.

JOBTIPP

Werden Sie Gartentherapeut!

Die Österreichische Gartenbau-Gesellschaft hat ursprünglich den berufsbegleitenden universitären Lehrgang „Gartentherapie“ inhaltlich entwickelt. Er wird nun von der Hochschule für Agrarund Umweltpädagogik gemeinsam mit der Donau-Universität Krems durchgeführt, dauert vier Semester und schließt mit dem Titel „Akademischer Experte/ Expertin für Gartentherapie“ ab.

Weitere Infos unter www.donau-uni.ac.at bzw. www.agrarumweltpaedagogik.ac.at/

Stress reduzieren
Leichter gesagt als getan. Aber: Es funktioniert. „Eine wunderbare Möglichkeit, sein Ruheniveau wieder zu erreichen, stellt die Arbeit in einem Garten oder auch auf einem Balkon oder einer Terrasse dar“, so Mag. Claudia Dungl, Leiterin des Lehrgangs Gartentherapie an der Donau-Universität Krems. „Sie trägt in hohem Maße zur Entschleunigung bei. Denn: Die Prozesse der Natur kennen keine Uhr, sie lassen sich nicht durch uns beschleunigen. Eine Pflanze braucht eben Zeit zum Gedeihen, der Rasen Zeit zum Wachsen.“ Wer diesen Bio-rhythmus verinnerlichen kann, fühlt sich schon wohler und lässt erhöhte Werte des Stresshormons Kortisol in den Keller rasseln. „Zahlreiche Studien belegen zudem, dass wir uns in der Natur, daher auch im Garten, am besten entspannen können“, ergänzt Ing. Herbert Eipeldauer, Präsident der Österreichischen Gartenbau- Gesellschaft. Warum, liegt auf der Hand: „Da wir noch vor Tausenden von Jahren im Wald gelebt haben, sind Bäume und Pflanzen unsere ganz natürliche Umgebung. Diese Wurzeln kann und soll man nicht verleugnen“, so der Experte. Die Farbe Grün hat zudem für unsere Psyche eine harmonisierende Wirkung. Sie steht für Ruhe und Erholung, stärkt die Hoffnung, ist vermittelnd und kräftesammelnd.

Kleine Kräuterapotheke

GESÜNDER LEBEN hat den Überblick: Welche Kräuter dürfen im Garten nicht fehlen?

Basilikum
braucht viel Licht und ausreichend Wasser (Achtung: Staunässe vermeiden!),
wirkt appetit- und verdauungsanregend, darmreinigend, krampflösend, wundheilend;
eignet sich für die Verfeinerung von Speisen, aber auch für Umschläge sowie die Zubereitung von Tee und Säften.

Estragon
braucht viel Platz, Licht und einen gut durchwässerten Boden;
wirkt verdauungsfördernd, krampflösend und bringt den Stoffwechsel in Fahrt;
eignet sich für Saucen, Marinaden und als Gewürz für Fisch- und Fleischgerichte, kann roh gekaut oder in Form von Tee genossen werden.

Kresse
braucht Licht, Feuchtigkeit und Temperaturen zwischen 15°C bis 18°C;
wirkt anregend, antibiotisch und fördert die Blutbildung,
eignet sich als Gewürz in Aufstrichen oder zum direkten Verzehr auf Broten und Salaten.

Oregano
braucht viel Sonne (zur Not: Halbschatten), trockene und durchlässige Böden;
wirkt antiviral, desinfizierend, stimmungsaufhellend und milchbildend;
eignet sich als Küchengewürz, Badezusatz und für die Zubereitung von Tee und Gurgellösungen.

Petersilie
braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit nähstoffreichem Boden;
wirkt entschlackend, blutreinigend, wehenfördernd, magenberuhigend;
eignet sich als Küchengewürz, für die Zubereitung von Tee und Säften oder die Behandlung von Insektenstichen.

Pfefferminze
braucht viel Platz und einen halbschattigen bis schattigen Standort, wirkt appetitanregend, gallenanregend, lindernd gegen Übelkeit, krampflösend;
eignet sich für die Verfeinerung von Salatmarinaden, Joghurtdressings, die Zubereitung von Tee oder Sirup sowie als Badezusatz.

Rosmarin
braucht viel Sonne, wenig Wasser, trockene und kalkreiche Böden;
wirkt antibakteriell, entspannend, entzündungshemmend, pilztötend und schmerzstillend;
eignet sich zur Verfeinerung von Speisen und Salaten, für Tee und Badezusätze.

Salbei
braucht viel Sonne, Feuchtigkeit (keine Staunässe!) und Windschutz; wirkt bei Halsentzündungen, Verdauungsbeschwerden und gegen Schweiß;
eignet sich zur Zubereitung von Tee, Gurgellösungen und zum Würzen von Fleischgerichten.

Thymian
braucht einen trockenen und warmen Standort und mag steinige Böden;
wirkt verdauungsfördernd, lindernd bei Husten und hilft bei Sodbrennen;
eignet sich als Küchengewürz, zur Zubereitung von Tee und Gurgellösungen sowie als Badezusatz.

Zitronenmelisse
braucht einen sonnendurchfluteten und windgeschützten Standort;
wirkt beruhigend, schlaffördernd und lindert Zahnschmerzen oder Migräne;
eignet sich zur Zubereitung von Tee, Pestos und Tinkturen oder auch zur Verfeinerung von Fisch- und Fleischgerichten.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Raus in den Garten!
Seite 2 Ein Balance-Akt

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