Sonntag, 19. Mai 2019

Pack die Badehose ein

Ausgabe 07-08/2012
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Lieben Sie Bewegung im nassen Element? Dann machen Sie sich – mit der richtigen Vorbereitung – auf an die Ufer und entdecken Sie neben dem Spaß am Schwimmen auch seine gesundheitsfördernden Aspekte!

Foto: Can Stock Photo Inc. - Andres
Sommer, Sonne, Strand und Wasser: Wer sehnt sich nicht danach? Tatsächlich lieben die meisten Menschen die sommerliche Entspannung an Meer, See oder Pool und tauchen gern ins faszinierende Element Wasser ein, das eine tausendmal größere Dichte als Luft hat und in dem wir nur ein Siebtel so schwer sind wie an Land. Schwimmen kann auch fast jeder, doch wer mehr will als nur planschen, ist gut beraten, sich ein wenig auf die Bewegung im Wasser vorzubereiten. „Schwimmen kann sehr gesund sein, aber wer ungeübt ist, sollte auf jeden Fall gemütlich starten und zuerst für sich ausprobieren, wie es ihm im Wasser geht und mit welcher Schwimmtechnik er sich wohlfühlt. Wenn man auch von den positiven gesundheitlichen Aspekten des Schwimmens profitieren will, sollte man sich eventuell von einem Profi ein kleines Programm zusammenstellen lassen. Denn ein Ziel zu haben ist von großem Vorteil, um an der Sache dranbleiben zu können. Aber man sollte sich dabei auf keinen Fall überfordern“, sagt die Sportwissenschaftlerin und Physiotherapeutin Mag. Maja Hiebl.

Optimales Herz-Kreislauf-Training. Tatsächlich kann Schwimmen ein optimales Herz-Kreislauf- und Muskeltraining sein, denn dabei werden fast alle großen Muskelgruppen des Körpers gleichzeitig gefordert, was den Körper gleichmäßig stärkt. Das Herz-Kreislauf-System wird trainiert und auch die Lungenfunktion verbessert. Regelmäßiges Schwimmen wirkt sich positiv auf das Lungenvolumen aus und führt zu einem regelmäßigeren Atemrhythmus.

Keine Verletzungsgefahr. Auch besteht bei dieser – im Gegensatz zu vielen anderen – Sportart praktisch keine Verletzungsgefahr, vorausgesetzt, man wendet korrekte Schwimmtechniken an. Durch die Schwerelosigkeit im Wasser wird zudem der gesamte Stützapparat des Körpers inklusive der Gelenke entlastet und nicht wie bei vielen anderen Ausdauersportarten – wie zum Beispiel dem Laufen – belastet. Dadurch können auch Menschen mit Gelenksproblemen mühelos lange Strecken schwimmen. Auch bei vielen Rückenbeschwerden eignet sich das – richtige – Schwimmen sehr gut, weil es oft schmerzfrei durchgeführt werden kann. Und es kann gleichzeitig helfen, den Bewegungsspielraum zu erweitern und wesentliche Muskelgruppen zu kräftigen.

Positiv für Immunsystem und Venen. Was noch eine gesundheitsfördernde Rolle spielt, ist der Kältereiz, den das Wasser auf den Körper ausübt: Dieser aktiviert das Immunsystem und kräftigt. Durch die flache Wasserlage und die Betätigung der Beinmuskulatur beim Schwimmen wird außerdem der venöse Blutfluss unterstützt, was etwa Menschen, die unter Krampfadern oder anderen Venenproblemen leiden, helfen kann. Was Schwimmen noch auszeichnet, ist, dass es bis ins hohe und höchste Alter ausgeführt werden kann, weil keine allzu großen Belastungen des Körpers dabei auftreten. So können auch Personen, die etwa nicht mehr laufen könnten, oft noch problemlos viele Längen schwimmen.

Krankheiten verhindern und heilen. Viele Experten sind zudem der Meinung, dass diese Sportart auch zur Verhinderung mancher Krankheiten wie auch zur Heilung oder Linderung bestehender Leiden beitragen kann. Beispiele dafür sind unter anderem Rückenbeschwerden unterschiedlichster Ursache sowie Herz-Kreislauf- oder Venenerkrankungen. Allerdings ist es bei letzterer Ausgangslage unerlässlich, das Schwimmprogramm mit den behandelnden Ärzten individuell zu planen und überwachen zu lassen. Noch etwas: Schwimmen ist auch für übergewichtige Menschen problemlos durchführbar, und häufig ist diese Sportart für diesen Personenkreis auch der einzige Ausdauersport, der längerfristig ohne die Gefahr zusätzlicher Gesundheitsprobleme einsetzbar ist.

Gut für die Seele. Nicht vergessen wollen wir in diesem Zusammenhang auch die positiven Auswirkungen des Schwimmens auf die Psyche. Viele Schwimmfans berichten davon, dass gerade die schwerelose Bewegung im Wasser, das Abschalten-Können bei längerem Schwimmen und auch das Erlernen neuer Fertigkeiten bei der Bewegung im Wasser einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung ihrer psychischen Situation geleistet haben.

Die richtige Technik. So viel zu den möglichen positiven Seiten des Schwimmens, doch eines betonen alle Experten: „Die richtige Technik ist von unerlässlicher Bedeutung, wenn man von den gesundheitsfördernden Aspekten des Schwimmens profitieren will“, sagt etwa auch Hiebl. Tatsächlich aber frönen die meisten Menschen der Technik des Brustschwimmens, die eigentlich die schwierigste ist, denn man nimmt dabei am schnellsten die falsche Haltung ein. Die meisten halten den Kopf angestrengt über Wasser, überstrecken dadurch den Nacken und bekommen Verspannungen, die mitunter auch zu Schmerzen führen können. Die richtige Brustschwimmtechnik ist hingegen, sich flach aufs Wasser zu legen, ins Wasser auszuatmen und den Kopf beim Einatmen nur flach herauszuheben.

Geheimtipp Rückenschwimmen. Viele Experten empfehlen daher das Rückenschwimmen, bei dem die Lendenhohlschwingung ausgeglichen und der Abstand zwischen den kleinen Wirbelgelenken vergrößert wird, sodass diese sich in einer Entlastungshaltung erholen können. Auch dabei sollte man aber ein paar Dinge beachten: Der Körper sollte sehr flach im Wasser liegen, die Hüften nicht „geknickt“ sein und die Beine bei der Bewegung nicht absinken. Auch darf man das Kinn nicht krampfhaft an die Brust pressen, da dies zu Schulter- und Nackenverspannungen führen kann. Ein paar Mal – eventuell unter Anleitung eines Schwimmprofis – geübt, ist dies aber rasch erlernt, und wer will, kann sich dann auch an andere Schwimmtechniken heranwagen.

Kraulen & Delfin. Was das Kraulschwimmen betrifft, so gilt es als die Königsdisziplin und schnellste Schwimmtechnik, die vor allem die Armmuskulatur trainiert und auch hohe Anforderungen an Kraft und Ausdauer stellt. Das Delfin- oder Schmetterlingsschwimmen schließlich, das im Breitensport kaum praktiziert wird, erfordert viel Kondition und perfekte Technik, fördert aber neben der Ausdauer auch die Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Schultergelenke. Trainiert werden dabei Brust-, Rücken,- Arm- und Beinmuskulatur. Wofür man sich letztlich entscheidet, hängt von der persönlichen Vorliebe ab, und: „Das Wichtigste ist in jedem Fall, dass jeder individuell eine Technik findet, die er oder sie korrekt so durchführen kann, dass sie auch über längere Zeit hinweg entspannt ausgeübt werden kann“, sagt Sportwissenschaftlerin Hiebl.

Ein voller Bauch soll nicht schwimmen. Noch etwas wollen wir Ihnen auf dem Weg zum Schwimmen ohne Reue mitgeben, und das sind die zwei wichtigsten Baderegeln, die nicht nur für Kinder gelten sollten. Da ist zum einen das Gebot, nicht mit vollem Magen ins Wasser zu gehen. Fakt ist nämlich, dass der Körper nach größeren Mahlzeiten eher träge und mit Müdigkeit reagiert. Er ist damit zum einen schlicht und einfach weniger leistungsfähig und geschwächt, und zudem neigen geschwächte Muskeln eher zu Krämpfen, was im Wasser gefährlich werden kann. Für Menschen, die zu Herz-Kreislauf-Problemen neigen, gilt das Gebot vom vollen Magen, der nicht schwimmen soll, übrigens besonders: Sie sollten die doppelte Belastung von Verdauungstätigkeit und sportlicher Belastung im Wasser jedenfalls meiden, denn im Ernstfall kann ihnen ein Kollaps drohen. Was jeder sonst noch meiden sollte, ist der Sprung ins Wasser ohne vorherige Abkühlung. Der plötzliche Kältereiz kann im schlimmsten Fall zu einem akuten Kreislaufversagen führen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Pack die Badehose ein
Seite 2 Ein faszinierendes Element

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