Mittwoch, 18. September 2019

Mein Urlaub am Bauernhof

Ausgabe 2016.7/8
Seite 1 von 2

Ob noch diesen Sommer oder vielleicht im Herbst: Ein Urlaub am Bauernhof lässt uns die Natur so richtig erleben. Besonders für Familien mit Kindern bieten Bauernhöfe eine Vielfalt an Möglichkeiten – und tun sogar der Gesundheit gut.


Foto: Tom Lamm

Es kann schön und bereichernd sein, sich im Urlaub von der Action und dem Puls einer fremden Stadt mitreißen zu lassen und die Nacht zum Tag zu machen. Genauso schön kann es aber auch sein, in den Bergen oder auf der Alm seinen Urlaub zu verbringen, weit weg von der nächsten Großstadt. Wenn man von Kuhglocken und den ersten Sonnenstrahlen geweckt wird; wo die Natur noch Natur sein darf und Bräuche und Tradition großgeschrieben werden. Besonders gut für ein Eintauchen in die ländliche Idylle eignet sich ein Urlaub am Bauernhof. Nirgendwo sonst lernt man das ländliche Leben besser kennen, nirgendwo sonst genießen Kinder und Eltern die freie Zeit gleichermaßen – weit abseits von Lärm, Hektik und Trubel.

Gegenwelt. Auszeit und Entspannung sind tatsächlich die wichtigsten Gründe, wieso Urlaub am Bauernhof immer beliebter wird, erklärt Christa Schmitzberger, Kunden- und Gästebetreuerin des Verbandes „Urlaub am Bauernhof Österreich“ (www.urlaubambauernhof.at). „Unsere Besucher, oftmals aus der Stadt, wollen zwar aktiv etwas unternehmen, suchen aber trotzdem eine Gegenwelt zum Alltag. Besonders für die Städter bedeutet Urlaub am Bauernhof: raus aufs Land und rein in die Natur.“ Das Leben am Land entschleunigt automatisch, weil man im Rhythmus der Natur lebt. Man wird mit seiner Umgebung eins und lernt, Dinge gelassener zu sehen. Urlaub am Land lehrt, was es heißt, loszulassen, sich zu entspannen und zu erholen. Ganz nach dem Motto: Auch einfache Dinge können glücklich machen. Dass der Bedarf nach Entschleunigung groß ist, zeigen die in den vergangenen Jahren stetig gestiegenen Besucherzahlen, die der Verband „Urlaub am Bauernhof“ verbuchen kann: 2015 besuchten rund zwei Millionen Gäste, davon 500.000 Kinder, die rund 9.900 österreichischen „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe.

Zurück zum Ursprung. Auch die Sehnsucht nach Authentizität und gelebter Tradition ist ein wichtiger Teil der Faszination, die für viele von einem Bauernhof-Urlaub ausgeht. „Familienanschluss, Natur und persönlicher Kontakt sind den Gästen bei der Urlaubsplanung sehr wichtig“, erklärt Schmitzberger. „Man möchte wieder ‚zurück zum Ursprung‘, auch das Bewusstsein rund um das Thema Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren stark gestiegen.“ Viele Betriebe bieten die Möglichkeit, am Hof mitzuarbeiten und somit hautnah zu erleben, woher die Lebensmittel kommen, die später, vielleicht gemeinsam mit der Gastfamilie, beim gemütlichen Zusammensein genossen werden. Das bäuerliche Anwesen, so wird es auf der Homepage von „Urlaub am Bauernhof“ beschrieben, ist „eine durchdachte Einheit, die Wohnen, Wirtschaften und auch das gesellschaftliche Leben vereint“. Dazu kommt, dass bäuerliche Traditionen seit einigen Jahren einen erneuten gesellschaftlichen Aufschwung erfahren: Immer mehr Menschen sehen Bräuche und Überlieferungen von Bauern als lebendiges Kulturgut und als Inspiration, wie man mit der Natur umgehen soll, an.

Spezialisierungen. Auf die Frage nach den aktuellen Trends im Bereich Bauernhof-Urlaube antwortet Schmitzberger: „Neben dem Interesse an Bio – nicht nur im Bereich der Produkte, sondern auch bei der Ausstattung – sind unsere Betriebe mit Spezialisierungen besonders gefragt. Aber auch Höfe mit besonderen Angeboten wie Hausmusik oder das Zuteilen eines Pflegetiers für ein Kind erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.“ Bauernhöfe mit Gesamtspezialisierungen sind mittlerweile weitverbreitet: So gibt es unter anderem Gesundheitsbauernhöfe (zum Beispiel mit Dampfbad, Heubad oder Molkebad), Vitalbauernhöfe (die Angestellten haben spezielle Ausbildungen, zum Beispiel Kneippen oder Heilmassage), barrierefreie Bauernhöfe, Kinder-Bauernhöfe (mit Kinderbetreuung), Kräuter-Bauernhöfe (mit Kräutergarten), Winzerhöfe oder auch Reit-Bauernhöfe, die besonders bei jungen Mädchen großen Anklang finden. Auch je nach Region können sich die Höfe unterscheiden: Während im alpinen Raum die Ein- und Paarhöfe dominieren (der Einhof verbindet Wohn- und Wirtschaftsteil miteinander, beim Paarhof sind diese getrennt), findet man im Rest Österreichs sogenannte Mehrseithöfe, angefangen vom Dreiseithof bis zum Vierkanthof.

Falsche Erwartungen. Ein Urlaub am Bauernhof ist unkompliziert und geprägt von einer Welt der Einfachheit, trotzdem – oder gerade deshalb – sind falsche Erwartungen seitens der Besucher nicht selten, warnt Schmitzberger: „Die Bauern sind keine Amateure und nicht rund um die Uhr für die Unterhaltung ihrer Gäste zuständig, schließlich geht die Arbeit am Hof normal weiter. Gemeinsame Mahlzeiten oder das Angebot einer Halbpension werden zwar meist, aber nicht an allen Höfen angeboten. Hier ist es ratsam, sich vorher zu informieren.“ Apropos Essen: „Beim Frühstück müssen laut unseren Qualitätskriterien mindesten fünf selbst gemachte bäuerliche Produkte angeboten werden, das angebotene Frühstück muss aber nicht vollständig aus selbst hergestellten Lebensmitteln bestehen.“ Regionalität, so die Expertin, wird jedoch bei so gut wie allen Bauernhöfen großgeschrieben. Ob es eine Möglichkeit gibt, am Hof mitzuarbeiten, sollte man ebenfalls vorher abklären.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Mein Urlaub am Bauernhof
Seite 2 Pädagogischer Wert

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-09 130x173

Aktuelles Heft 09/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Oktober

 

Unsere Ausgabe 07-08/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Hand aufs Herz – wie nutzen Sie Ihr Handy?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information