Dienstag, 17. September 2019

Laufend verletzt?

Ausgabe 2016.04

Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen zählen zu den häufigsten Sport- und Freizeitverletzungen. Mit raschen Erste-Hilfe-Maßnahmen kann der Heilungsprozess – meist ohne Arztbesuch – beschleunigt werden.


Foto:© Can Stock Photo Inc. - dolgachov

Gerade jetzt im Frühling, wenn die Temperaturen steigen und die Sonne länger scheint, steigt auch die Lust auf mehr Bewegung. Kinder verbringen mehr Zeit tobend im Garten. Erwachsene stecken ihre Füße wieder regelmäßig in ihre Laufschuhe, um zu joggen. Jedoch kann der Spaß an der körperlichen Aktivität durch einige Übeltäter getrübt werden: Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen lauern v. a. untrainierten (Freizeit-) Sportlern, Kindern, aber auch – wie Sie vielleicht schon selbst erlebt haben – ungeübten Damen in Stöckelschuhen auf. Die Folgen: Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit und Bewegungseinschränkung.

Unangenehm, aber meist harmlos. „Während Prellungen durch eine stumpfe Krafteinwirkung auf Gelenke oder Weichteile wie Muskeln, Sehnen und Bindegewebe, etwa durch einen Schlag oder Sturz, verursacht werden und für das Zerreißen von kleinsten Gefäßen verantwortlich sind, handelt es sich bei der Verstauchung oder Zerrung um eine Gelenkverletzung, die durch Überdehnung des Halteapparats, z. B. der Bänder, Muskeln oder Sehnen, entsteht“, erklärt Primaria Dr. Angelika Karner-Nechvile, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Sportmedizin. „Bei stärkerer Überdehnung kann es zum Muskelfaserriss kommen. Ein kompletter Muskelriss kommt hingegen selten vor.“

Erste Hilfe bei Verstauchungen

Mit diesen Maßnahmen lindern Sie Schmerzen und forcieren die Heilung.

1. Guter Auftritt? Hat Sie eine Bewegung in die Knie gezwungen, stellt sich zunächst eine Frage: Können Sie die betroffene Stelle belasten bzw. bewegen? Falls dies absolut nicht möglich ist, steckt vermutlich eine gröbere Strukturverletzung dahinter, die ärztlich versorgt und behandelt werden muss. „Wer sich jedoch – trotz Schmerzen wohlgemerkt – bewegen kann, hat es mit einer Verstauchung, Zerrung oder Prellung zu tun“, so Karner-Nechvile. So der Fall, kommt nun die sogenannte PECH-Regel zur Anwendung. Die vier Buchstaben stehen für Pause, Eis, Compression und Hochlagerung.
2. Pausieren. Nach Eintreten des Schmerzes ist für Ruhe und Hochlagerung zu sorgen, um das Ausbreiten der Blutungen und Schwellungen zu verhindern.
3. Kühlen. Eispackungen können in Intervallen von ein bis zwei Stunden für jeweils 15 Minuten aufgelegt werden. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, wodurch dem Einbluten und Anschwellen vorgebeugt werden kann. „Blutungen wirken sich sehr ungünstig auf den Heilungsverlauf aus. Je eher man ihnen durch Ruhe, Eis und Hochlagerung entgegenwirkt, desto komplikationsfreier klingen die Beschwerden ab“, weiß Karner-Nechvile.
4. Komprimieren. Insbesondere bei einer Verstauchung sollte man das Gelenk mit einem Kompressionsverband stabilisieren.
5. Hausmittel.  Bei einer leichten Schwellung sind entzündungshemmende Topfenumschläge oder das Auftragen von wundheilungs- und durchblutungsfördernden Ölen, die aus Johanniskraut oder Rosen gewonnen werden, ratsam. Weitere ätherische Öle, die helfen: Cajeput, Eukalyptus, Fichte, Kampfer, Kiefer, Minze, Rosmarin, Wacholder oder Zypresse. Die betroffenen Stellen können auch mit Franzbranntwein eingerieben werden.
6. Schmieren. Abschwellend und entzündungshemmend wirken auch Sportsalben, die großzügig auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden sollen.
7. Bewegen. Nachdem der erste Schmerz verflogen und eine etwaige Schwellung zurückgegangen ist, kann mit moderatem Muskeltraining zur Stabilisierung der Gelenke begonnen werden. „Muskelaktivität fördert das Abschwellen und die Regeneration. Empfehlenswert ist ein isometrisches Training. Dabei werden die Muskeln nur durch statische Übungen gekräftigt. Auch gegen lockeres Radfahren auf dem Home-Trainer ist nichts einzuwenden“, so Karner-Nechvile. „Wichtig ist, dass man keine Schonhaltung einnimmt, sich unter Beobachtung des eigenen Schmerzes bewegt, aber die betroffene Stelle nicht sportlich überbelastet.“
8. Zum Arzt? Verbessen sich die Symptome nach 48 Stunden nicht, sollte man einen Arzt konsultieren.

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