Dienstag, 19. Februar 2019

Kleine Sportskanonen

Ausgabe 03/2011
Achtung, fertig, los! Bringen Sie mehr Bewegung in das Leben Ihres Kindes. Gesünder Leben verrät, wie Sie die passende Sportart finden.

Foto: istockophoto.com
Laufen, Toben, Klettern, Fangen – Kinder haben von Natur aus ein bewegtes Leben. Bewegung und Aktivitäten sind für sie mehr als nur ein Spiel, körperliche Auslastung ein wesentlicher Bestandteil ihrer Entwicklung. „Und zwar nicht nur, was physische Belastbarkeit und Gesundheit angeht, sondern auch für die Reifung sozialer und kognitiver Fähigkeiten ist Sport von besonderer Bedeutung“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Sylvia Titze vom Institut für Sportwissenschaften an der Universität Graz. Sie rät allen Eltern: „Bringen Sie Ihr Kind auf Trab!“

Ein tägliches Pflichtprogramm!
Wie bedeutend Bewegung für die Kindesentwicklung ist, bestätigt auch das Bundesministerium für Gesundheit. Es empfiehlt ein Bewegungspensum bei Kindern bis zur Pubertät von 60 Minuten mittlerer bis hoher Intensität pro Tag. Das klingt zunächst viel; der Wert relativiert sich jedoch, wenn man bedenkt, dass hiervon nicht nur Sport per se erfasst wird, sondern auch jede andere Form der Aktivität beim Spielen und im Alltag. „Ich rate Eltern, sich diesen Wert bewusst zu machen und ihren Kindern genügend Raum und Zeit für Bewegung zu bieten“, so Titze. Nehmen Sie beispielsweise gemeinsam das Rad statt des Autos. Auch Fußmärsche bieten sich an. „Schon kleine  Bewegungseinheiten tragen zu einer gesunden Entwicklung bei.“

Probieren geht über studieren
„Die meisten Kinder bewegen sich aus spielerischer Motivation heraus ohnehin recht viel. Was jedoch das Erlernen und Ausführen spezieller Sportarten angeht, erlebe ich oft, dass Eltern ihre Kinder aus Furcht vor körperlicher Überlastung bremsen“, verrät Titze. Die Expertin beruhigt besorgte Eltern: „Ich kenne eigentlich keine Sportart, von der ich bei gesunden Kindern abraten würde oder die einer Altersbeschränkung unterliegt. Sollte das Kind dabei einmal an seine körperlichen Grenzen stoßen, merkt es das selbst recht schnell.“ Lediglich  bei Leistungssport empfiehlt die Sportwissenschafterin, einen Arzt zu Rate zu ziehen, um eine Überforderung zu vermeiden. Apropos Leistungssport: „Eltern sollten bedenken, dass eine Überlastung  nicht nur physischer Natur sein kann“, gibt Titze zu bedenken. Vor allem Wettkampfsituationen können leicht in Stress ausarten. Gegen Turniere sei  jedoch nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Diese stärken Konzentration, Durchhaltevermögen und Teamgeist. Die Kehrseite der Medaille zeigt sich jedoch dann, wenn die Knirpse durch übersteigerten Leistungsdruck die Lust am Sport verlieren.


Welcher Sport ist geeignet?
Neben dem richtigen Pensum ist es wichtig, das richtige Betätigungsfeld für seinen Sprössling zu finden. Der Expertentipp: „Kinder haben oft noch keine genauen Vorstellungen oder Vorlieben. Ich empfehle Eltern daher, ihre Kinder in den Sport zu integrieren, den sie selbst gern betreiben. Das spornt die Kleinen oft an. Außerdem sind die gemeinsamen Aktivitäten wunderbar für die Festigung der ­Eltern-Kind-Bindung.“ Vom Yoga-Kurs über Tennis bis hin zum Golfen können Kinder alles mitmachen, was auch Papa und Mama Freude macht. Am schnellsten lernen Kinder übrigens im Alter von vier bis fünf Jahren. Je vielfältiger das Bewegungsangebot gestaltet wird, desto zielführender. „Studien zeigen, dass Kinder, die in jungen Jahren viele Erfahrungen mit verschiedenen Sportarten gemacht haben, auch im Erwachsenenalter aktiver sind und mehr Spaß am Sport haben“, verrät die Expertin. Doch auch hierbei gilt: Die Grenzen bestimmt das Kind. Wenn die Begeisterung für eine bestimmte Sportart nachlässt, suchen Sie gemeinsam nach neuen Möglichkeiten. Davon gibt es schließlich immens viele. Und wer weiß: Vielleicht kommen Sie ja selbst auch auf einen ganz neuen Geschmack ...


Sportarten im Kinder-Check
Sport sollte einem Kind in erster Linie Spaß machen. Expertin Sylvia Titze hat noch einige Anregungen parat, was die Wahl spezieller Sportarten für Ihre Kleinen angeht:  
  • Schwimmen: Jedes Kind sollte schwimmen lernen. Wer sich als Jugendlicher oder Erwachsener nicht oder nur unsicher über Wasser halten kann, ist im sozialen Leben (Besuch am Badesee, Urlaube) eingeschränkt.
  • Meditation und Yoga: Vor allem bei unruhigen Kindern macht es Sinn, ihnen zu zeigen, wie man über körperliche Belastung mentale Auslastung erreicht. Hier bieten sich Yoga- und Meditationskurse an.
  • Baby-Sportkurse: Für Säuglinge und Kleinstkinder wird in manchen Sportvereinen bereits ein Programm angeboten. Dabei geht es weniger um Bewegungsformen als um die soziale Komponente, deshalb ist die Bedeutung solcher Aktivitäten für die Kindesentwicklung aber nicht weniger wichtig.
  • Einzel- oder Gruppensport: Sport in der Gruppe schafft soziale Kontakte und ein Wir-Gefühl und fördert die Teamfähigkeit. Für kindliche „Einzelgänger“ oft eine tolle Erfahrung. Aber auch Einzelsportarten haben Vorteile: Bei Erfolgs­erlebnissen wird das Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt; Ist für eher unsichere Kinder also auch eine Art Entwicklungsunterstützung.

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