Dienstag, 19. Februar 2019

Hochsaison für Pedalritter

Ausgabe 03/2010
Ein Fahrrad besitzt doch wirklich jeder – und hat damit schon die beste Voraussetzung, sich etwas Gutes zu tun. Ein Ritt auf dem Drahtesel bringt nämlich Körper und Seele in Schwung!

Foto: Jeannette Meier Kamer - istockphoto.com
Die Tage werden heller, die Bäume grüner und die Vögelchen lauter. Und wenn die frische Frühlingsluft schon so herrlich nach Elan und Tatendrang riecht, soll man sich davon ruhig anstecken lassen. Proportional zu den steigenden Temperaturen steigt bei vielen nämlich die Lust auf Bewegung – am liebsten im Freien. Wir meinen: am besten auf dem Rad! Es gibt wahrlich keinen besseren und sportlicheren Frühjahrsauftakt, als den Drahtesel zu satteln und als Pedalritter durch die aufblühende Landschaft zu kurven.

Tritt für Tritt frühjahrsfit!
Frisch, frei, fröhlich: Fahrrad fahren macht nicht nur Freude, sondern ist auch sportlich gesehen die ideale Betätigung für diese Jahreszeit. Vor allem für jene, die im Winter wenig aktiv waren, ist Radeln ein optimaler Einstieg – auch in Richtung Sommerfigur. Da kommt vor allem das Herz in Fahrt, was auch die Fettverbrennung ordentlich angekurbelt. Weiterer  Vorteil: Das sportive Naturerlebnis auf zwei Rädern bietet ein individuell abstimmbares Kraft-Ausdauertraining bei gleichzeitig geringster Belastung der Gelenke und Knochen und ist somit für beinahe jeden geeignet.

Weil der Körper ergonomisch im Sattel sitzt, wird der Druck von Gelenken und Knochen genommen – das Training ist besonders schonend. Sogar Arthrosepatienten können oft beschwerdefrei radeln. Und das Beste: Der Pedalsport stärkt den Körper nicht nur muskulär, sondern auch mental. Werden doch durch die Bewegung Stresshormone gehemmt und im Gegenzug Glückshormone ausgeschüttet. Gleichzeitig wird das Hirn mit einer extra Portion Sauerstoff versorgt. Die Folge: Die Gedanken werden klarer – der Geist freier.

Fertig für den Antritt!
Wem die Fahrrad-Vorfreude jetzt in den Füßen kribbelt: Schnellstmöglich in die Pedale treten! Vor Übereifer sei jedoch gewarnt: Wer sich nämlich gleich zu sehr verausgabt, riskiert Erschöpfung, Muskelkater und sogar eine Schwächung des Immunsystems. Besonders wenn man länger pausiert hat, sollte man nicht gleich mit der Tour de France, sondern vielleicht besser mit einer Tour zum Supermarkt beginnen. Im Idealfall gewöhnen Sie sich so an das Alltags-Radeln, dass Sie das Auto komplett stehen lassen. Je öfter und mehr sie fahren, desto früher können Sie sich an längere Strecken wagen. Tipp: Stecken Sie Ihre Routen anfangs noch nicht nach Kilometern, sondern nach der gefahrenen Zeit ab. Radeln Sie zunächst eine halbe Stunde und steigern Sie sukzessive die Dosis. Erst wenn sie sich gut und sattelfest fühlen, vergleichen Sie die Kilometer mit der Zeit. Kilometerzähler fürs Lenkrad gibt es im Fachgeschäft günstig zu kaufen. Wer. sich nicht nur aus Lust und Laune, sondern auch wegen Figur und Fitness abstrampelt, notiert sich die Zeit- und Kilometerwerte in einem Trainingstagebuch und verfolgt so seine Fortschritte. Abwechslungsreiche Fahrten wirken dabei nicht nur positiv auf die Kondition, sondern auch auf die Motivation. Auf gerader, asphaltierter Strecke kann man beispielsweise zwischen verschiedenen Geschwindigkeiten wechseln; hügelige Wege eignen sich dagegen, um Kraft (Berg auf) und Balance (Berg ab) zu schulen.

Radler-Gymnastik
Besser-Biker wissen, dass sie erst durch regelmäßiges Krafttraining zwischen den Rad-Touren so richtig gut in Fahrt kommen. Das Radfahren beansprucht die Muskulatur nämlich sehr einseitig. Beine und Po werden zwar extrem gestärkt, der Rumpf kommt aber oft zu kurz. Dabei müssen vor allem die Arme enorme Stützarbeit leisten. Auch der Rücken und der Bauch müssen fest sein, um die gekrümmte Sitzposition auch über längere Strecken beibehalten zu können. Abgesehen davon verleihen gekräftigte Bauch-, Rücken- und Armmuskeln dem gesamten Körper mehr Halt, man sitzt ruhiger im Sattel und fährt flotter und sicherer. Für alle, die fit fürs Fahrrad werden wollen, heißt es daher: Nach dem Radeln weitertrainieren. Ideale Ausgleichsübungen sind beispielsweise der klassische Liegestütz (festigt Arme und Brust) oder Bauch-Curls. Für einen kräftigen Rücken legen Sie sich bäuchlings auf den Boden, heben die Brust etwa zehn Zentimeter vom Boden ab und bewegen nun die Arme in Kreisen wie beim Brustschwimmen. Absolvieren Sie jede Übung in drei Sätzen à 10 bis 12 Wiederholungen – dann spricht praktisch nichts mehr gegen einen Eintritt ins National-Team.

Das richtige Bike finden
Nur weil es zwei Räder und einen Lenker hat, ist es vielleicht ein Fahrrad – aber nicht unbedingt das, was Sie brauchen. Fahrrad-Varianten gibt es nämlich sonder Zahl. Wer beispielsweise ein reiner Stadt- Radler ist und sein Fahrrad als Autoersatz sieht, dürfte mit einem universellen Cityrad optimal bedient sein. Stadträder erkennt man am tief geschnittenem Durchstieg, einem breiten Sattel und einem kurzen Abstand zwischen Lenker und Sattel, wodurch die Sitzposition automatisch aufrecht gehalten wird. Für alltägliche Touren mit wenig sportlichem Ehrgeiz sind City-Flitzer ideal. Wer dagegen eher Tour-de-France-Feeling schnuppern will, greift zum echten Rennrad. Erkennungsmerkmale sind die schmalen Reifen und der schmale Sattel. Die Rückenhaltung auf einem Rennrad ist fast waagerecht und dadurch besonders windschnittig, für Ungeübte aber eine Herausforderung in Sachen Balance und Bequemlichkeit. Kleiner Haken: Die dünnen Reifen vertragen nur glatten Asphalt.

In Wald und Flur braucht man dagegen ein robustes Gefährt. Mountainbikes sind hierfür ideal. Ihre breiten, griffigen Reifen überwinden Stock und Stein und klettern Aufstiege besser hinauf als so manche Gämse. Hart gesotten wie das Bike muss aber auch sein Pilot sein: Extras wie Gepäckträger oder Schutzbleche gegen Matsch & Co sind für echte Abenteurer nämlich nur überflüssiger Schnickschnack. Wer den Fahrrad-Spaß nicht nur in unwegsamem Terrain sucht und auch ein wenig luxuriöser vorankommen will, könnte an einem Trekkingrad Gefallen finden. Es ist ebenfalls für Geländetouren ausgelegt, die Bereifung ist aber nicht so breit und daher ebenso gut auf befestigten Straßen zu steuern. Zubehör, wie ein bequemer Sattel sowie ein Gepäckträger, etwa für den Picknickkorb machen Ausfahrten in den Frühling garantiert unvergesslich. Ihr Drahtesel will viel bewegt sein. Tun Sie ihm den Gefallen. Am besten das ganze Jahr!


Fahrrad, Frau, CheckFoto: Vladimir Semenov - istockphoto.com
Fahrrad-Check: Radeln? Aber sicher!
Ein kleiner Frühjahrsputz wird auch Ihrem Drahtesel gefallen – vor allem, weil man beim Saubermachen gleich kontrollieren kann, ob das Zweirad auch wirklich sicher ist. Eine Check-Liste:

  • Sehen & gesehen werden: Die Beleuchtung ist eines der wichtigsten Sicherheitsmerkmale des Rades. Hierfür müssen ausreichend Reflektoren montiert sein. Prüfen Sie auch, ob Ihre Lampen funktionieren und sauber und alle Kabelverbindungen korrosionsfrei sind. Der Scheinwerfer ist richtig eingestellt, wenn der Lichtkegel nach zirka 5 m auf den Boden trifft.
  • Profil zeigen: Abgefahrene oder verhärtete Reifen sind vor allem auf nasser Fahrbahn ein Sicherheitsrisiko. Neben der Profildicke sollte auch der Reifendruck überprüft werden. Auf Nummer sicher geht, wer auch die Festigkeit aller Muttern kontrolliert.
  • Kettenreaktion: Für optimalen Antrieb kommt es auf die Beschaffenheit der Kette an. Sie sollte so straff sitzen, dass sie nicht mehr als einen Zentimeter „Spiel“ aufweist und frei von Rost und Verschmutzungen sein. Prüfen Sie auch, ob sich alle Einzelteile gut bewegen lassen, ansonsten ölen!
  • Rahmenbedingungen: Auch Karosserie und Rahmen müssen einwandfrei sein. In der kalten Jahreszeit können sich Risse im Gestell bilden – unbedingt überprüfen. Ferner sollten Gepäckträger und Schutzbleche so fest verschraubt sein, dass sie nicht klappern.
  • Zubehör: Nicht nur das Rad, sondern auch der Radler muss gut gerüstet sein. Obligat für alle Zweibeiner, die sich auf zwei Räder schwingen wollen: eine Luftpumpe, ein Schloss und – das Wichtigste – der Helm!

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