Montag, 20. Mai 2019

Hitzige Aktivitäten

Ausgabe 07-08/2011
Ihr sportlicher Ehrgeiz ist ebenso rekordverdächtig wie die Temperaturen? Das ist zwar sehr löblich, aber auch etwas leichtsinnig. Was Sie über sommerliches Sportvergnügen wissen sollten ...

Foto: istockphoto.com - CandyBox Photography
Sport bei Hitze hat auch eindeutige Schattenseiten: Übelkeit, Kreislaufschwäche und sogar Erkältungen können die Freude schnell trüben. Der Grund hierfür: Dadurch, dass der Körper jenseits der 30-Grad-Marke auch ohne sportliche Schweißarbeit bereits nonstop für Klimaausgleich sorgen muss, ist der Organismus generell mehr gefordert. Setzt man ihm einer zusätzlichen, sportlichen Belastung aus, geht es rasch an die Grenzen. Weniger ist bei sommerlichen Höchsttemperaturen daher oft mehr. Nur wer wohldosiert und gut informiert in die diversen Vorhaben startet, kann ohne Reue von den Sonnenseiten des Sommersports profitieren.

Einmal volltanken, bitte!
Dass Sportler grundsätzlich einen erhöhten Wasserbedarf haben, liegt auf der Hand. Wie hoch dieser jedoch wirklich ist, wissen die Wenigsten: Je nach Sportart und Temperatur kann sich  Ihr Wasserverlust bis zu vervierfachen. Das ist nicht zu unterschätzen. Denn Wassermangel hat fatale Folgen: Eine verschlechterte Muskelarbeit ist dabei das geringste Übel. Kreislaufversagen, Kopfschmerzen und Übelkeit treffen Sommersportler deutlich härter. Kontrollieren Sie Ihren Wasserhaushalt daher akribisch. Wer es ganz genau wissen möchte, stellt sich vor und nach dem Training auf eine digitale Waage. Sie werden staunen, welche Mengen Sie verdunstet haben.

Durst ist ein Alarmsignal
Trinken sollten Sie idealerweise deutlich vor dem Eintreten eines Durstgefühls. Denn Durst ist ein Alarmsignal – und keine Warnung. Er entsteht, wenn das Blutvolumen bereits abgenommen hat und der Flüssigkeitshaushalt des Körpers schon in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gerade an heißen Tagen sollte man es keinesfalls so weit kommen lassen. Trinken Sie lieber regelmäßig, rund um die Uhr! Füllen Sie außerdem eine halbe Stunde vor dem Training die Wasser­depots nochmals auf. Ein knapper halber Liter Wasser (ohne Kohlesäure) genügt bereits. Wer unmittelbar davor zu viel trinkt, riskiert Seitenstechen. Und trinken Sie die Getränke niemals eis­gekühlt, sondern lieber zimmerwarm.

Kleidung mit Kühleffekt
Den Saharatemperaturen zum Trotz kommt es beim Sport darauf an, was man an- und nicht, was man auszieht. Spezielle Funktionskleidung transportiert den Schweiß vom Körper an die Außenfläche der Kleidung und lässt ihn hier verdunsten. Meiden Sie dagegen Baumwoll­kleidung. Diese saugt den Schweiß auf und bringt die Flüssigkeit direkt auf die Haut. Das wirkt im ersten Moment angenehm frisch – birgt aber die Gefahr einer Verkühlung. Und die wird gerade in den heißen Sommermonaten enorm unterschätzt. Wer verschwitzt im Schatten pausiert oder in einen frischen Wind gerät, ist ebenso erkältungsanfällig wie bei Minusgraden. Für kühle Köpfe trotz Rekordhitze: Wickeln Sie ein „Piratentuch“, welches Sie zuvor in Wasser getränkt haben, um Ihren Kopf – das erzeugt vor allem durch den Wind der Bewegung angenehme Frische.

Frau, Mann, JoggenFoto: istockphoto.com - CandyBox Photography

Der „Feind“ von oben
Das Auftragen eines Lichtschutzfaktors ist für Outdoor-Sportler selbstverständlich Pflicht. Achten Sie dabei  auf die Wasserfestigkeit des Produkts, damit Sie trotz der Schweißbäche den gefährlichen Strahlen die Stirn bieten können. Empfehlenswert sind zudem leichte Konsistenzen: Sprays und Gels ziehen schneller ein, kleben nicht und sind für Bewegungsfanatiker oft angenehmer als dicke Lotions. Vergessen Sie auch nicht auf Schutz für Ihre Augen. Spezielle Sportbrillen schirmen nicht nur den Wind ab und lindern grelle Reflektionen, sie schützen auch die empfindlichen Augen vor schädigenden Strahlen.

Frische, die verführt!
Und, wenn es ganz heiß hergeht, verlagern Sie Ihr Training am besten ins Freibad oder an den Badesee. Schwimmen ist ein effektiver und gelenkschonender Sport – und die kühlste Möglichkeit, aktiv zu sein. Aber: Auch wenn die Wassertemperatur es nicht vermuten lässt, man schwitzt auch beim Schwimmen – vergessen Sie daher auch beim Spaß im kühlen Element nicht aufs Trinken. Der Kreislauf wird bei dieser Ausdauersportart enorm gefordert. Vor allem, wer sonst nicht viel schwimmt, sollte seine Bahnen langsam und mäßig ziehen. Oder sich statt ehrgeizigem Kraulen lieber ein kühles Eis am Beckenrand oder gleich „Hitzeferien“ genehmigen. Denn Sommerzeit ist ja auch Liegestuhlzeit!

Vorsicht bei Ozon-Alarm!
Langfristig hohe Temperaturen im Sommer fördern die Bildung von bodennahem Ozon. Hohe Ozonwerte können für manche zur körperlichen Belastung werden: Kopfschmerzen, Augen­brennen und Atemwegsreizungen sind die häufigsten Beschwerden. Aktive Menschen sind diesen Gefahren schon aufgrund ihrer erhöhten Atemaktivität vermehrt ausgesetzt. Achten Sie daher auf Ozonwarnungen – einen täglich aktuellen Ozonbericht für ganz  Österreich liefert z.B. das Umweltbundesamt auf:
www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/luft/luftguete_aktuell/ozonbericht

  • Empfehlung bei Überschreitung der Ozon-Informationsschwelle von 180 µg/m3: Bei besonders empfindlichen Personen, aber auch bei erhöhter körperlicher Belastung kann es zu Beeinträchtigungen kommen. Der normale Aufenthalt im Freien, z.B. Spaziergang, Baden oder Picknick, ist aber auch für empfindliche Personen unbedenklich. Tipp: Sport in Maßen!
  • Empfehlung bei Überschreitung der Ozon-Alarmschwelle von 240 µg/m3: Starke Anstrengungen im Freien, vor allem zu Mittag und in den Nachmittagsstunden, sollten Sie besser vermeiden. Tauschen Sie Ihr schweißtreibendes Vorhaben lieber gegen einen gemütlichen Spaziergang oder gönnen Sie sich ruhig auch einmal eine Siesta!

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