Freitag, 18. August 2017

Gesund durch den Sommer

Ausgabe 2017.06
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Endlich Sommer! Die Sonne motiviert zu Aktivitäten im Freien, der lang ersehnte Urlaub sorgt für Entspannung und Erholung. Doch Vorsicht! Auch die heiße Jahreszeit hat ihre gesundheitlichen Tücken. gesünder leben analysiert die häufigsten Sommerkrankheiten und hat wertvolle Tipps zur Vorbeugung.


Foto: iStock - pixdeluxe_v2

» Der Sonnenbrand «
Beim Sonnenbrand handelt es sich um eine strahlenbedingte Schädigung der äußersten Hautschicht, der sogenannten Oberhaut, die die eigentliche Schutzhülle gegen Umwelteinflüsse bildet. Durch diese Schädigung kommt es zu einer Entzündung der Unterhaut. „Ein Sonnenbrand tritt überwiegend bei hellhäutigen Menschen und Kindern auf. Die Haut ist stark gerötet und fühlt sich heiß an. Jede Berührung ist sehr schmerzhaft“, weiß Dr. Calipso Pröll, Wahlärztin für Allgemeinmedizin aus Wien. „Außerdem kann der Sonnenbrand mittlerweile auch ohne die typischen Brandreaktionen zu einer Schädigung der Haut in Form von Melasmen führen. Dabei handelt es sich um eine permanente Hyperpigmentierung der Haut. Die braunen Sonnenflecken zeigen sich vor allem im Gesicht.“ Jeder Sonnenbrand im frühen Kindesalter steigert die Gefahr, später an Hautkrebs (malignes Melanom) zu erkranken.
Doch wie behandelt man einen Sonnenbrand am besten? „Die Haut muss gekühlt und befeuchtet werden. Joghurt – z. B. Ziegenjoghurt –, eignet sich sehr gut zur Hautreparatur. Mit Aloe vera kann ein Sonnenbrand ebenfalls auf natürliche Art gelindert werden. Ein starker Sonnenbrand, bei dem auch eine Bläschenbildung auftritt, sollte aber auf jeden Fall von einem Arzt behandelt werden“, rät Dr. Pröll.  

» Die Sonnenallergie «
Wenn die Sonne allergische Hautreaktionen auslöst, spricht man umgangssprachlich von einer Sonnenallergie. Die autoimmune Reaktion der Haut auf Sonne tritt meist wenige Stunden nach den ersten längeren Sonnenbädern auf. „Eine Sonnenallergie zeigt sich überwiegend in Form eines juckenden Hautausschlages. Dieser tritt besonders am Dekolleté, am Handrücken sowie auf den Unterarmen und Unterschenkeln auf“, so die Allgemeinmedizinerin. „Eher selten können sich auch kleine Bläschen oder rote Flecken bilden.“
Bei einer nachgewiesenen polymorphen Lichtdermatose muss konsequent auf einen permanenten Sonnenschutz (zu empfehlen ist ein sehr hoher Sonnenschutzfaktor von LSF 50+) geachtet werden. Zusätzlich können die betroffenen Hautstellen mit einer kortisonhältigen Creme behandelt werden.

» Die Sommergrippe «
„Während die Wintergrippe von Influenzaviren hervorgerufen wird, sind für die Sommergrippe vor allem die sogenannten Rhino- bzw. Enteroviren verantwortlich“, erklärt Dr. Pröll. „Die Viren greifen dabei das respiratorische System (also jene Organe, die der Atmung dienen) sowie den Magen-Darm-Trakt an. Beide Virengattungen bevorzugen Wärme und Feuchtigkeit.“
Vermehrte Zugluft, eine geringe Flüssigkeitszufuhr sowie lange Sonnenbäder schwächen das Immunsystem und begünstigen die Anfälligkeit für Viren. Die Sommergrippe geht mit folgenden Symptomen einher: plötzlich auftretendes Fieber, trockener Husten, Schnupfen, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. Die Enteroviren können zusätzlich Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auslösen. Die Sommergrippe verläuft im Gegensatz zur Wintergrippe aber eher mild.
Welche Therapie hilft nun bei Sommergrippe? „Die Behandlung sollte auf die einzelnen Symptome abgestimmt werden. Der Husten kann z. B. mit Lutschtabletten aus der Apotheke gestillt werden, Salzlösungen erleichtern das Atmen. Außerdem sollte man genügend Flüssigkeit (z. B. stilles Wasser oder Kräutertees) zu sich nehmen. Das Wichtigste ist jedoch: raus an die frische Luft!“

» Die Blasenentzündung «
Vor allem Frauen leiden unter den typischen Symptomen einer Blasenentzündung: Schmerzen und Brennen beim Harnlassen, ein ständiger unangenehmer Harndrang, krampfartige oder ziehende Unterbauchschmerzen, übel riechender oder verfärbter Harn (dunkelorange und trüb). Die Blasenentzündung wird in 80 Prozent der Fälle durch Bakterien (Escherichia coli) verursacht, die aufgrund der kurzen weiblichen Harnröhre bis in die Blase vordringen können und sich dort rasch vermehren.
„Wechseln Sie nach dem Schwimmen sofort Badeanzug oder Bikini und lassen Sie die nasse Badebekleidung nicht am Körper trocknen“, rät Medizinerin Calipso Pröll. „Außerdem sollte auf eine synthetische Unterwäsche verzichtet werden, da synthetische Fasern, wie z. B. Nylon, die Bakterienvermehrung fördern.“ Blättern Sie zum Weiterlesen bitte um.
Aufgrund einer zunehmenden Antibiotika-Resistenz werden zur Behandlung von Blasenentzündungen derzeit oftmals Probiotika eingesetzt. Die Wirkung hält jedoch nur, solange das Probiotikum verabreicht wird. Eine dauerhafte Besserung kann aber nur erreicht werden, wenn die eigentliche Ursache (z. B. eine übertriebene Intimhygiene, die die natürliche Darmflora zerstört und die Schleimhaut austrocknet) beseitigt wird.
   
» Der Sonnenstich «
Durch die direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken wird eine Gehirnhautreizung ausgelöst. Die Symptome zeigen sich erst Stunden nach einem Sonnenstich: Sonnenbrand im Kopf-, Nacken- und Halsbereich, starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, innere Unruhe, Benommenheit, Ohrensausen sowie erhöhte Körpertemperatur.
„Kinder oder ältere Menschen mit geringem Haarwuchs, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg ungeschützt einer starken Sonnenbestrahlung aussetzen, sind besonders gefährdet“, weiß Allgemeinmedizinerin Pröll. „Nach einem Sonnenstich ist es wichtig, nicht flach zu liegen, sondern den Oberkörper hochzulagern sowie Kopf und Nacken mit Eispackungen oder kalten Tüchern zu kühlen. Durch eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr und eine salzhältigen Nahrung kann der Elektrolythaushalt schnell wieder auf Vordermann gebracht werden. Bei Bewusstlosigkeit und Nackensteifigkeit sollte man jedoch sofort den Notarzt rufen!“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Gesund durch den Sommer
Seite 2 Kreislaufbeschwerden

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