Montag, 27. Mai 2019

Gehen Sie sich schlau!

Ausgabe 2016.03

Spazieren und wandern ist nicht nur gesund – beides macht auch noch schlau. Lesen Sie in GESÜNDER LEBEN, warum dies so ist. Und wie eigens entwickelte „Gehirnspaziergänge“ diese Wirkung weiter fördern.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - monkeybusiness

Flottes Flanieren durch Gassen, Parks oder durch den Wald macht neben Spaß auch Sinn. Wer’s lieber mag als Lauf- oder Studiotraining wird sich über folgende Fakten freuen: So zeigen US-Studien, dass die Zahl der Übergewichtigen überall dort deutlich geringer ist, wo Menschen den Großteil der täglichen Wege zu Fuß erledigen. Britische Forscher sind überzeugt, dass 180 auf die Woche verteilte, locker-flotte Gehminuten mehr als 20 Krankheiten vorbeugen. Und wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass auch schon weniger als die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen 10.000 Schritte pro Tag das Risiko senken, an Diabetes, Herzleiden oder Krebs zu erkranken. Dazu kommt eine Erkenntnis, die bislang eher unbeachtet blieb: Beim Gehen kommt auch das Gehirn auf Touren. Geht man’s gezielt an, wird die entspannte Runde an der frischen Luft zugleich zu einem „Work-out für den Kopf“, das schlauer, fröhlicher und – also auch intellektuell gesehen – mobiler macht und hält. Warum dies funktioniert und wie man sich’s optimal zunutze macht, erforschte die Wiener Kognitionswissenschafterin Dr. Katharina Turecek (www.a-head.at). Und sowohl die Fakten, die ihrem „Gehirnspaziergänge“ genannten Programm zugrunde liegen, als auch die Übungen selbst sind verblüffend logisch und simpel. Das große Plus: Machen kann’s jeder – egal wie fit und welchen Alters – mit wenig Zeitaufwand, überall, ohne Gerät oder Spezial-Outfit.
Turbo für Körper, Seele und graue Zellen. „Schon schlichtes Gehen allein fördert unser Gehirn“, versichert Spezialistin Turecek – und erläutert, was sich dabei im Kopf abspielt:

Nervenzellwachstum. Dass auch im erwachsenen Gehirn noch neue Nervenzellen entstehen können, ist inzwischen belegt. Das Gehen stimuliert diese Neurogenese.
Durchblutung. Die Bewegung steigert die Durchblutung; Nährstoffe und Sauerstoff werden besser zu den Nervenzellen transportiert.
Synchronisation. Kommunizieren Nervenzellen miteinander, feuern sie häufig in einem gemeinsamen Rhythmus. Die regelmäßigen Schritte des Gehens unterstützen solche Synchronisationen.
Botenstoffe. Gehen regt die Bildung von wichtigen Neurotransmittern (wichtigen Botenstoffen) im Gehirn an.
Stressabbau. Wer jahrelang erhöhte Konzentrationen an Stresshormonen aufweist, neigt im Alter eher zu Gedächtnisschwächen und hat ein größeres Risiko, an Demenz zu erkranken. Das natürliche Gegenmittel, das Stresshormone abbaut und das Gehirn vor deren schädlichen Folgen schützt, heißt „Bewegung“.
Stimmungslage. Spaziergänge können Depressionen vorbeugen und heben die Stimmung. Die antidepressive Wirkung von Bewegung ist erwiesen.

Mehr „Köpfchen“ durch Spazierengehen.  Alle genannten Effekte können durch Übungen verstärkt werden, die das Hirn während des Gehens zusätzlich anregen. Ob kleine Rechenbeispiele, Wahrnehmungsaufgaben oder ungewohnte Bewegungsmuster: „Die Kombination aus Bewegung und Gehirnjogging macht den Gehirnspaziergang so effektiv“, schildert Expertin Turecek. Grundlage dafür sind die „drei Säulen geistiger Fitness“:
1. Gehirntraining, denn der Kopf braucht regelmäßig neue Herausforderungen um „flott“ zu bleiben.
2. Körperliche Fitness, weil nur geistige Höchstleistungen schafft, wer auch körperlich leistungsfähig ist.
3. Seelisches Gleichgewicht, weil Zufriedenheit und Glücksgefühle nicht nur die Stimmung, sondern auch die geistige Leistungskraft heben.

Top-Programm mit „vif“-Effekt. Das Gehen selbst ist bei gesunden Erwachsenen längst automatisiert. Es klappt ohne Kopfarbeit, ist also keine Herausforderung mehr fürs Gehirn. Zugleich die grauen Zellen zu trainieren, indem man etwa neue „Gangarten“ probiert, Rechen- oder Wortspiele löst oder auf gewohnten Wegen Neues zu entdecken versucht, verwandelt Spaziergänge in effiziente Trainingseinheiten für den Intellekt. Forscherin Katharina Tureceks Programm macht’s vor – jede Menge Spaß und Aha-Erlebnisse inklusive: Das Hörbuch „Gehirnspaziergang“ präsentiert zehn Übungen mit eigens konzipierter Musik, sprachlicher Anleitung und akustischen Signalen. Man hat damit quasi den „Coach im Ohr“, kann jedoch jederzeit Übungen wiederholen oder ausdehnen sowie einige ohne Hörbuch absolvieren, selbst ausbauen oder abändern. Der Nutzen der Übungen kann sich sehen lassen, trainieren diese doch Merkfähigkeit, Wortfindung, Gedächtnis, Koordination, Achtsamkeit, Wohlbefinden, Konzentrationsfähigkeit, Kopfrechnen, Sprachfluss und mehr. Zwei Beispiele aus Tureceks Programm haben wir im Kasten für Sie zusammengefasst. Probieren lohnt sich! Gehen Sie sich also gesund und schlau!

buchTipp: Hörbuch „Gehirnspaziergang“
von Dr. Katharina Turecek, € 19,90. Als Download um € 14,90 auf www.gehirnspaziergang.com (Hörproben gratis).

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