Donnerstag, 24. Oktober 2019

Frau und Mann im Training: Gemeinsames - Kraft

25. Oktober 2011
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Kraft
Die Kraft pro Quadratzentimeter Muskelquerschnitt ist bei Männern und Frauen gleich - es gibt also keine männlichen und weiblichen Muskeln. Auch die Trainierbarkeit in Relation zum Ausgangswert ist vergleichbar.

Trotzdem erreichen Männer mit einem gegebenen Trainingsreiz einen absolut gesehen höheren Kraftzuwachs, was hormonell bedingt ist und sie in allen Fähigkeiten und Fertigkeiten, in denen Kraft eine Komponente ist überlegen macht.

Die Schere geht erst in der Pubertät auf, in der bei Burschen das Dickenwachstum der Muskulatur und damit die Kraft überdurchschnittlich zunehmen.

Der Unterschied ist für die Oberkörpermuskulatur größer als für die Beinmuskulatur. Krafttraining beeinflusst Schnelligkeit positiv und kann die aktive Beweglichkeit verbessern.

Kräftige Muskulatur kann Gelenke und Rumpf stabilisieren und führt durch bessere inter- und intramuskuläre Koordination zu besserer Bewegungsökonomie. Außerdem führt sie zu einer höheren Belastung der Knochen und beugt damit der Entstehung von Osteoporose vor.

Deshalb sollte Krafttraining ein fixer Bestandteil des Trainings jeder Frau sein, egal ob es aus sportlicher, oder gesundheitlicher Motivation betrieben wird.

Schnelligkeit
Reaktionsschnelligkeit ist die Fähigkeit, auf Reize schnell zu reagieren, Aktionsschnelligkeit Einzelbewegungen mit hoher Geschwindigkeit und Bewegungsfrequenz ausführen zu können. Bewegungsschnelligkeit wiederum hängt von der Art und Kraft der Muskulatur ab, ebenso wie der Energiebereitstellung und den koordinativen Fähigkeiten.

Spezifisch trainierte Frauen zeigen bei allen Schnelligkeitsanforderungen, bei denen Muskelkraft keine Rolle spielt, vergleichbare Leistungen. In Schnellkraft und Schnelligkeitsausdauer sind sie unterlegen. Schnelligkeit ist vor allem im Kindes- und Jugendalter bei Mädchen und Burschen in gleichem Ausmaß sehr gut trainierbar. Aktionsschnelligkeit ist von Maximalkraft mit dominiert und somit ab der Pubertät bei Burschen besser trainierbar.

Koordination
Für die drei koordinativen Eigenschaften Lernfähigkeit, Steuerungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit werden keine grundsätzlichen Geschlechtsunterschiede beschrieben. Bei kleinmotorischen Aufgaben (Geschicklichkeit) wird eine Überlegenheit von Frauen beschrieben, während bei grobmotorischen Koordinationsaufgaben eher die Männer im Vorteil sind.

Die Trainierbarkeit der koordinativen Eigenschaften, die durch Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Steuerungsprozesse determiniert sind, scheint geschlechtsneutral zu sein.

Zusammenfassend
haben Frauen ein riesiges Potential an körperlicher Leistungsfähigkeit, was von einigen wenigen auch ausgenützt wird. Die breite Masse der Frauen macht davon leider wenig Gebrauch und viele büßen das mit früher Leistungseinschränkung bereits im mittleren Lebensalter, die dann auch Krankheitswert bekommen kann.

Volksgesundheitlich betrachtet halte ich eine umfassende Bewegungsförderung für möglichst viele Menschen, Männer und Frauen, die sich nicht nur an Wettkampfsport orientiert, für wichtig. Für die sportliche Karriere ist ein langfristiger und vielseitiger Aufbau unerlässlich und für Frauen möglicherweise noch wichtiger. Menschen, die das befolgen, bekommen als Draufgabe meist auch einen gesundheitlichen Benefit.
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