Montag, 18. Dezember 2017

Einmal Muntermacher bitte!

Ausgabe 2017.12/2018.01

Energie-Tipps für alle: Wenig Aufwand, große Wirkung – ob Nüsse knabbern, den Kopf abschalten oder durch die Nase atmen: Mit diesen Express-Tipps haben Sie – gerade in der dunklen Jahreszeit – im Nu mehr Energie.


Foto: iStock-AJ_Watt

Wer am Morgen am liebsten von Sonnenstrahlen geweckt wird, ist im tiefsten Winter arm dran: Meist ist es auf der Fahrt in die Arbeit noch dunkel, und bis man zu Hause ist, hat sich der Tag auch schon wieder verabschiedet. Dass es Phasen gibt, an denen man einfach nicht in Schwung kommt, ist normal. Aber gerade in der kalten Jahreszeit scheinen sie kein Ende zu nehmen. Mit diesen einfachen Strategien, die GESÜNDER LEBEN mit der Innsbrucker Allgemeinmedizinerin Dr. Gudrun Voithofer zusammengestellt hat, lassen Sie dem täglichen Durchhänger keine Chance!  

Gezielt durch die Nase atmen
Unser wichtigster Energielieferant ist Sauerstoff. Jede unserer Zellen besitzt kleine Kraftwerke, die Mitochondrien, die Sauerstoff für den Energiestoffwechsel benötigen. Deshalb werden wir an der frischen Luft auch so schnell fit. Besonders stark aber steigt die Gehirnaktivität an, wenn wir durch die Nase atmen. Das ergab eine Studie der Northwestern University in Chicago. Mit der Wechselatmung, die auch im Yoga gerne eingesetzt wird, wird man besonders schnell munter:  Dabei atmet man abwechselnd durch das linke Nasenloch ein und dann durch das rechte aus, indem man eines durch einen Finger verschließt. Also: rechtes Nasenloch verschließen, links einatmen, linkes Nasenloch verschließen, rechts ausatmen. Insgesamt zehn Mal wiederholen.

Einfach etwas anders machen
Ein kleiner Trick sorgt für Express-Power zwischendurch: einfach zeitweise die gewohnte Routine ändern. Auf neue Erfahrungen reagiert das Gehirn nämlich mit der Ausschüttung von Gute-Laune-Botenstoffen wie Dopamin, was sowohl die Konzentration als auch die Unternehmungslust steigert. Sogar Miniänderungen bringen viel: zum Beispiel einfach die Zähne mit der anderen Hand putzen. Oder sich im Bus auf einen anderen Platz als gewohnt setzen bzw. auf einer anderen Strecke in die Arbeit fahren.

Die Leber beim Entgiften unterstützen
Manchmal liegt es auch an einer überforderten Leber, wenn man sich antriebslos und schlapp fühlt. Insbesondere eine fett- und zuckerreiche Ernährung und wenig Bewegung belasten das Entgiftungsorgan, sodass es Schadstoffe weniger gut abbaut und der von ihm gesteuerte Energie- und Hormonhaushalt nicht mehr rundläuft. Eine einfache Möglichkeit, um die Leber zu unterstützen, sind Leberwickel. Sie regen die Durchblutungs- und Entgiftungsarbeit an und machen leistungsfähiger. So geht’s: Einen Waschlappen in heißes Wasser tauchen, auswringen und auf den rechten Oberbauch legen, mit einer heißen Wärmflasche und einem trockenen Handtuch bedecken, 20 Minuten wirken lassen. Die Prozedur wirkt am besten, wenn man sie täglich eine Woche lang wiederholt.

Die Sportschuhe anziehen
Nichts schenkt so viel nachhaltige Energie wie körperliche Bewegung: Sie regt den Kreislauf und die Durchblutung an und steigert auch die Gehirnaktivität. Wissenschaf-ter der US-Universität von Vermont in Burlington fanden Folgendes heraus: Wer 20 Minuten moderat laufen geht, hat die nächsten 12 Stunden bessere Laune und Ideen. Ideal ist es, zwei- bis dreimal pro Woche Sport zu betreiben. Wer lieber langsam beginnen möchte, kann auch flott spazieren gehen oder eine Nordic-Walking-Runde einlegen. Dann sollten es mindestens 30 Minuten am Stück sein, die man aktiv verbringt.

Eine positive Körperhaltung üben
Körperhaltung und Emotionen sind eng miteinander verknüpft. Wir kennen das: Wer schlecht drauf ist, lässt Mundwinkel und Schultern hängen. Das funktioniert aber auch umgekehrt! Die gute Laune steigt sofort, wenn man bewusst ein bis zwei Minuten lächelt, das Kinn nach oben und die Brust rausstreckt.

Morgens vor die Tür gehen
Das frühe Tageslicht macht laut einer Studie der Universität Basel besonders munter, gibt es unserer inneren Uhr doch das Startsignal für den Tag. Das Licht – selbst an einem bewölkten Wintertag herrschen draußen immer noch 3500 Lux – sorgt dafür, dass die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin ab- und die Produktion des munter machenden Serotonins zunimmt. Dieser Prozess kommt ab einer Lichtstärke von etwa 2500 Lux in Gang, in Innenräumen mit maximal 500 Lux tut sich also gar nichts.

Sich munter schnuppern
Ein angenehmer Duft macht im Nu gute Laune, man fühlt sich vitaler und kann sogar besser denken. Das zeigte eine Untersuchung der deutschen Universitätsklinik in Dresden. Gerüche beeinflussen direkt unser limbisches System im Gehirn – das ist jene Zone, die für Emotionen zuständig ist. Unter den ätherischen Ölen wirkt Bergamotte stimmungsaufhellend, Weihrauch steigert nachweislich die Hirndurchblutung. Für den schnellen Kick kann man sogar mit seinem Lieblingsduft trainieren: Schnuppern Sie daran, wenn Sie sich so richtig gut fühlen. Nach und nach kehrt sich der Effekt um und der Duft macht automatisch munter, sobald wir ihn wahrnehmen.

Den Kopf abschalten
Meditationsexperten schwören auf die aktivierende Kraft kurzer Auszeiten: 20 Minuten innere Einkehr sollen so viel Energie schenken wie acht Stunden Schlaf. Kostenlose Meditationen findet man etwa im Internet auf You Tube. Schnelle Energie verleiht die Lichtmeditation: Stellen Sie sich aufrecht hin, strecken Sie Ihre Arme nach oben, sodass sich Ihre Fingerspitzen berühren. Lassen Sie dann Ihre Arme in einem weiten Bogen sinken und visualisieren Sie, wie Sie einen glitzernden Lichtkreis komplett um den ganzen Körper ziehen. Er umschließt Sie wie ein stärkendes Kraftfeld. Wiederholen Sie die Übung drei Mal. Rufen Sie sich das Bild ins Gedächtnis, sobald Sie müde werden – es bündelt dann erneut die Kräfte.

Mit warmem Wasser starten
Es zählt zu den Basics von Ayurveda: Warmes Wasser auf nüchternen Magen aktiviert nicht nur den Stoffwechsel, sondern den gesamten Organismus. Über Nacht absolviert der Körper sein eigenes kleines Detox-Programm. Trinkt man direkt morgens eine größere Menge Wasser, kann man dem Organismus dabei helfen, die Schad- und Giftstoffe, die sich angesammelt haben, schneller aus dem Körper zu leiten. Auch die Haut profitiert von der zusätzlichen Wassermenge, sie wird reiner, strahlender und straffer. Der Saft einer halben Zitrone verleiht der Flüssigkeit Geschmack und schenkt dem Körper eine Extra- portion Vitamin C. Auch untertags sollte man regelmäßig nachtanken.

Nüsse knabbern
Egal ob Walnüsse oder Mandeln: Eine Handvoll davon deckt etwa den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Magnesium. Mit dem Mineralstoff leisten Muskeln und das Herz optimale Arbeit, der gesamte Körper ermüdet langsamer, die Ausdauer steigt – im Training und im Alltag.

Energiekuren machen
Manchmal fehlen auch bestimmte Vitamine (z. B. B-Komplex oder Vitamin D) oder Spurenelemente (wie Selen, Eisen), wenn man ständig müde ist. Individuell abgestimmte Vitalstoffkuren in ärztlicher Absprache können den Mangel dann ausgleichen. Was man auch probieren kann: eine vierwöchige Energiekur mit diesen drei Schüßlersalzen: Nr. 3 Ferrum phosphoricum (morgens), Nr. 5 Kalium phosphoricum (mittags) und Nr. 7 Magnesium phosphoricum (abends) – jeweils drei Tabletten in Wasser aufgelöst trinken.

Ein bisschen Selbsttäuschung
Am späten Nachmittag steigen Herzfrequenz und Blutdruck an, die Körpertemperatur zeigt Tageshöchststand. Wir sind jetzt ähnlich leistungsfähig wie vormittags. Gegen Abend lässt die Energie aber schnell wieder nach. Deshalb fällt es oft sehr schwer, nach der Arbeit noch etwas zu unternehmen  – und sei es, zu Hause etwas anderes zu tun, als vor dem Fernseher zu sitzen. Der Ausweg: Auch wenn der Tag anstrengend war, sollte man daheim so tun, als sei man sehr gut drauf. Mit dieser „So tun als ob"-Strategie überlistet man sein Gehirn, das auf diese Weise sein Gute-Laune-Zentrum aktiviert.

Richtig aufstehen
Schlafwissenschafter der deutschen Universität Regensburg haben herausgefunden, dass wir morgens am muntersten sind, wenn wir genau am Ende einer der 90-minütigen Schlafphasen aus den Federn hüpfen. Idealerweise sollte der Wecker daher nach 7,5 oder 9 Stunden schrillen. Den idealen Zeitpunkt dafür kann man mithilfe von sogenannten Schlaftrackern ermitteln: Ein Sensor oder auch eine App am Smartphone analysiert die Nachtruhe und weckt den Benützer dann am Ende der passenden Schlafphase auf.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper

cover 2017-12 110x147

Aktuelles Heft 12/2017

Die nächste Ausgabe erscheint am 1. Februar

 

Unsere Ausgabe 11/2017 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie wirkt sich Stress auf Ihr Essverhalten aus?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information

SERVICE