Freitag, 07. August 2020

Die Heimat neu erwandern

Ausgabe 2020.05
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Auch wenn es momentan wegen des Coronavirus nicht oder kaum möglich ist, sich auf Wanderung zu begeben: Umso schöner ist die (Vor-)Freude, sich eines Tages wieder mit festem Schuhwerk, Rucksack und Proviant auf den Weg machen zu können.


Foto: iStock-Geber86

GESÜNDER LEBEN hat in jedem Bundesland eine familientaugliche Wanderung ausgewählt – viel Spaß beim Gustieren! Und freuen wir uns auf die wunderschönen Landschaften, die Österreich zu bieten hat!

Vorarlberg: Musikwanderweg Brüggelekopf in Alberschwende
Allein der Name „Brüggelekopf“ macht schon Lust auf einen Besuch. Der ist mit 1.182 Metern ein mittelgroßer Berg im Bregenzer Wald, sanft und herzig kugelrund. Es gibt zahl reiche Möglichkeiten, ihn zu umrunden oder zu besteigen; eine davon ist der Musikwanderweg, auf dem, verteilt auf zehn Stationen, traditionelles Liedgut von Chören und Musikvereinen aus dem vorderen Bregenzer Wald zu hören ist. Vom Dorfplatz in Alberschwende wandert man bergauf los und schon bald hat man sie erreicht – die erste Station des 4,4 Kilometer langen Musikwanderwegs. Die Stationen sind alle nach demselben Prinzip gestaltet: Einer der zwei Steine dient als Sitzplatz, der andere ist für die Informationstafel. Um das jeweilige Lied an zu hören, betätigt man ganz einfach den Knopf unter der Tafel. Weil das Singen, ebenso wie die Jause, zum Wandern dazugehört, sind für die sangesfreudigsten Wanderer die Liedtexte auf den Tafeln abgebildet.

 

Tirol: 10-Kapellen-Wanderweg in Schwaz
Das hübsche Bezirksstädtchen Schwaz in Tirol (zwischen Innsbruck und Kufstein gelegen) ist ob seiner Vergangenheit ein ganz besonderer Ort: Im 15. und 16. Jahrhundert wurden aus den hiesigen Stollen 85 Prozent des weltweit gehandelten Silbers geschlagen, was Schwaz zur Bergbaumetropole und nach Wien zum zweitgrößten Ort im Habsburgerreich machte. Vom einstigen Reichtum zeugen noch die prachtvollen Häuser; vom Bergbau geblieben sind auch Teile der insgesamt 500 Kilometer langen Stollen, sowie zehn Kapellen, die dazumal aus Dankbarkeit errichtet wurden. Bevor man sich auf Wanderung begibt, kann man mit einem der historischen Züge ins Innere der inzwischen komplett stillgelegten Stollen fahren und Interessantes über den Bergbau erfahren. Direkt neben dem Silberbergwerk steht die erste der Kapellen, die Bergwerkskapelle, von der aus es über alte Landstraßen, geteerte Wege sowie Waldstraßen mit wenigen Steigungen von einer Kapelle zur nächsten geht.

  • Dauer: etwa 2,5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht, für alle Altersgruppen geeignet
  • Weitere Informationen über die zahlreichen Wander- und Besichtigungsmöglichkeiten in und um Schwaz unter www.schwaz.at.

 

Salzburg: Imbachhorn-Runde Kaprun
Mit dem Auto oder einem Bus fährt man zum obersten GletscherbahnParkplatz des Kitzsteinhorns und steigt direkt von dort bergauf durch Hoch- und Mischwaldbestände und wandert relativ gemütlich weiter über große Almwiesen bis zum 2.470 m hohen Imbachhorn. Ein großer Teil der 14, 5 Kilometer führt relativ gemütlich geradeaus und leicht bergauf. Die Aussicht auf das Hochgebirge und runter ins Tal – man sieht so gut wie immer den Zeller See – ist atemberaubend. Gut, dass die Wanderung zwar kein Spaziergang, aber kein so anstrengender Marsch ist, dass man komplett außer Atem kommt. Wie bei jeder Wanderung ist festes Schuhwerk und Regenschutz unbedingt notwendig, bei einer Tour; im Hochgebirge, die über 2.000 Meter geht, sollte man (auch im Hochsommer) wegen plötzlicher Wetterumschwünge auch einen Pullover, eine Haube sowie Handschuhe einpacken.

 

Oberösterreich: Geführte Schluchtenwanderung zu den Gimbach-Kaskaden am Attersee
Die beeindruckenden Wasserfälle in der Nähe von Weißenbach am Attersee sowie die Wanderung dorthin bieten ein Naturschauspiel der besonderen Art. Über fünf Kilometer führt der Weg durch die wildromantische Klamm des Gimbachs, der im südlichen Höllengebirge entspringt und in den Äußeren Weißenbach mündet, der dann in den Attersee fließt. Der oft recht schmale, dennoch gut gesicherte Weg kann etwas rutschig sein, darum ist festes Schuhwerk vonnöten. Spätestens beim Erreichen des Wasserfalls wird klar, warum die Wanderer für die Tour mit Maske, Flossen, Schnorchel, wasserfestem Rucksack und Neoprenanzügen versorgt werden. Denn nach der Jause (die bei jeder Wanderung das Highlight ist) geht es ab ins kühle Nass! Durch das glasklare Wasser des zwei bis sieben Meter tiefen Bachbetts schnorchelt der Wanderer mit den zahlreichen Fischen flußabwärts zum Ausgangspunkt zurück.

  • Dauer: 5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: leicht, für Kinder ab einer Kleidergröße von 158 (in Begleitung der Erziehungsberechtigten) sowie für alle Erwachsenen
  • Kosten: 65 Euro pro Person (mindestens drei, maximal vier Personen)
  • Informationen bei der Tauchschule Bockmüller in Weyregg unter www.up-diveclub.at

 

Steiermark: Wanderung durch die Bärenschützklamm in Mixnitz
Der spektakuläre Wanderweg mit etwa zehn Kilometern Länge führt über 164 Brücken und 2.500 Holzsprossen durch die Kalksteinschlucht auf 1.211 Meter. Vom Parkplatz Bärenschützklamm am Talschluss geht man etwa 1 Stunden taleinwärts entlang des Mixnitzbaches zum Einstieg in die Klamm, die man nach Bezahlung einer geringen Gebühr für die Instandhaltung (5,– Euro für Erwachsene, 3,50 Euro für Kinder) betritt. Wer flott hochsteigt, um über Stege, Treppen, Brücken und Leitern zwischen steilen Felsen und über Wasserfälle das Ziel zu erreichen, benötigt dafür etwa eine Stunde. Wobei auch hier, wie so oft im Leben, der Weg das Ziel ist. Darum empfiehlt es sich, nicht zu hasten, sondern die beeindruckenden Ausblicke zu genießen. Nach dem Ausstieg aus der Klamm führt ein schöner Weg durch den Wald zu einem Gasthaus „Guter Hirte“. Der Weg zurück ist beschaulich und gemütlich.

  • Dauer: 5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel, gute Kondition erforderlich, nicht geeignet für Menschen mit Höhenangst, für Kinder ab acht Jahren empfohlen
  • Informationen: www.pernegg.at und www.alpenverein.at/mixnitz/

 

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