Dienstag, 17. September 2019

Der richtige Laufschuh

31. August 2011

Füße sind sensible Leistungsträger. Deshalb bloß nicht an den Laufschuhen sparen - sie sind der wichtigste Teil der Ausrüstung.


Sie müssen mehr Schwerstarbeit leisten und mehr aushalten als jeder andere Körperteil. Sie werden dazu noch stiefmütterlich behandelt - die Füße. Der Schuh ist der wichtigste Teil der Ausrüstung. Er soll den Fuß führen und stützen, das Abrollen unterstützen, die Bewegungen stabilisieren und kontrollieren, den Aufprall des Körpers dämpfen. Wie wichtig das ist, zeigen ein paar Zahlen. Nehmen Sie nicht den erstbesten Schuh aus dem Regal, denn er wird Sie ca. 1000 Kilometern begleiten. Wenn Sie 5 Minuten pro Kilometer einrechnen, sind das fast 100 Stunden oder ca. 150 Lauftrainings.


Schon bei einem Zehn-Kilometer-Lauf setzen die Füße rund 6500-mal mit dem zwei- bis dreifachen Körpergewicht auf. Die Belastung summiert sich auf 500 bis 750 Tonnen. Da kann eine falsche Schuhwahl fatale Folgen für die Gelenke und Achillessehnen haben. Gutes Material ist die beste Investition, um Verletzungen vorzubeugen. Ausschlaggebend für die Wahl des Schuhs sind Körpergewicht und Fußtyp.

Sensible Füße

  • Wer normale Füße hat, sollte Laufschuhe mit leicht gebogenem Leisten kaufen, die Stabilität bieten.
  • Wer groß, kräftig oder übergewichtig ist, sollte ebenfalls besonders auf Stabilität achten.
  • Wer einen so genannten Knickfuß nach innen (Überpronation) hat, sollte einen festen Schuh mit geradem Leisten, Überpronationsstütze, stabiler Fersenkappe wählen.
  • Wer „über außen läuft" (Supination bzw. Unterpronation), sollte auf Schuhe mit einer härteren Zwischensohle im vorderen und äußeren Bereich und stabiles Obermaterial achten.
  • Bringen Sie zum Einkauf am besten ein älteres Paar Laufschuhe mit. Ein versierter Verkäufer kann am Abrieb der Sohlen erkennen, welcher Läufertyp Sie sind und was genau für Sie passt.

Laufstil

Jeder Mensch hat seine eigene Art zu laufen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Vorfuß-, Mittelfuß- und Fersenlauf, je nachdem, mit welchem Teil des Fußes man bei der Landung zuerst den Boden berührt. Die Lauftechnik ist ein automatisiertes Bewegungsprogramm. Grundsätzlich ist der Mittelsohlenlauf - auch Ganzsohlenlauf genannt - biomechanisch der sinnvollste. Ein Umlernen der Lauftechnik ist meist problematisch, da der gesamte Bewegungsapparat (meist schon lebenslang) an die spezifischen Belastungen der entsprechenden Lauftechnik adaptiert ist. Eine Veränderung der Lauftechnik ist nur anzustreben, wenn spezielle orthopädische Probleme vorliegen oder die Laufökonomie beeinträchtigt erscheint.

Wie lange hält ein Trainingsschuh?

Gehören Sie zu denjenigen Personen, die erst dann einen neuen Trainingsschuh kaufen, wenn das Profil vollständig abgelaufen ist? Dann wechseln Sie Ihre Schuhe zu spät! Die durchschnittliche Lebensdauer eines Laufschuhs liegt bei ca. 700-1200 km. Das Dämpfungssystem eines Laufschuhs hält in der Regel länger als die Stütz- und Führungssysteme und würde für etwa 1500 km ausreichen, aber ein guter Trainingsschuh lebt nicht allein von guter Dämpfung. Die Stütz- und Führungselemente eines Trainingsschuhs funktionieren nach 1000 – 1200 km nicht mehr ausreichend, das Verletzungsrisiko erhöht sich massiv. Bei starken Pronationsproblemen gilt diese Tatsache schon viel früher.

Altersschwächen erkennen

Wenn Sie Ihre Trainingsschuhe gerade auf den Boden stellen und sie direkt von hinten anschauen, müssen Sie auf folgendes achten: Wie sieht die Form der Fersenkappe aus? Hängt sie schräg nach innen? Auch wenn die Fersenkappe nur 2-3 mm nach innen hängt, bedeutet das für Ihre Knie eine Fehlstellung von 1-2 cm und für Ihre Hüftgelenke natürlich noch viel mehr. Fehlstellungen führen unweigerlich zu Schmerzen und Verletzungen. Bringen Sie Ihre Laufschuhe bereits nach 800-900 km zur Begutachtung in die Laufabteilung.

Der neue Laufschuh

Kaufen Sie frühzeitig einen neuen Trainingsschuh, damit Sie genügend Zeit haben, ihn einzulaufen. Benützen Sie also mehrere Wochen beide Schuhe parallel (den Neuen vielleicht nur 1-2 Mal pro Woche). Wenn 3-4 Mal pro Woche laufen, ist es ohnehin ratsam, 2 Paar Trainingsschuhe abwechselnd zu tragen. So können Sie Überlastungssymptome weitgehend vermeiden.

Pflege des Trainingsschuhs

Immer wieder taucht die Frage auf: Darf man seine schmutzigen Trainingsschuhe in der Waschmaschine waschen oder nicht? Nein! Es schadet dem Schuh und verringert die Lebensdauer. Wenn der Schuh nass wird, Einlegesohle rausnehmen, mit Papier ausstopfen und einen Tag „ruhen“ lassen. Reinigen Sie Ihre Schuhe einfach ab und zu mit einer Bürste.

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