Dienstag, 19. Februar 2019

Abtauchen für Babys

Ausgabe 07-08/2009
Babyschwimmen hat seit den siebziger Jahren Tradition. Wirklich modern und sicher ist es aber erst in den letzten Jahren geworden. Gesünder Leben sagt Ihnen, warum das Nass für Ihre Kleinsten ein wahres Lebenselement ist und worauf Sie achten müssen.

Foto: microimages - fotolia.com
Ein kleiner Mann liegt auf einem blauen Schwimmring im glitzernden Nass eines wohltemperierten Pools und patscht vergnügt mit den Händchen auf die Wasseroberfläche. Gehalten und durch den Pool bewegt wird er von seinem Vater, der dabei sichtlich ebenso viel Vergnügen hat wie sein vier Monate alter Sohnemann, den er dann auch ohne Schwimmhilfe durchs feine Nass schwingt – Babyschwimmen ist angesagt!

Wasserspaß mit Tradition
Nahe am Wasser lebende Völker gewöhnten bereits in der Antike ihre Babys und Kleinkinder an das kühle Nass. Die Südeseeinsulaner gingen mit ihren Babys bereits in den ersten Lebensmonaten „schwimmen“, und für einige Völker war Schwimmen lernen so wichtig wie Laufen lernen.

In unseren Breiten und Zeiten ist das Babyschwimmen allerdings noch recht jung. Wissenschaft und Medizin beschäftigen sich seit etwa hundert Jahren damit, in den siebziger Jahren entwickelte sich die erste Babyschwimm-Praxis, wobei man damals teilweise mit sehr jungen Säuglingen arbeitete, die ganze Sache nicht ungefährlich und für die Entwicklung des Babys ohne größeren Nutzen war.

Frühzeitige Bewegungsschulung
Heute hat sich das Babyschwimmen professionalisiert und wird – entgegen der landläufigen Vorstellung – nur noch als eine spezielle Form der Eltern-Kind-Gymnastik im Wasser, die allerdings großen gesundheitlichen und emotionalen Wert hat, gesehen. „Das vorrangige Ziel ist, dass sich Eltern und Kind im Wasser in einer entspannten, liebevollen und kindgerechten Atmosphäre wohlfühlen“, sagt die Babyschwimminstruktorin Marion Falzeder. „Babyschwimmen kann aber auch als eine frühzeitige Bewegungsschulung gesehen werden, und es nimmt auf die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes Einfluss. Speziell Babys mit körperlichen Defiziten holen dadurch in ihrer physischen Entwicklung oft beträchtlich auf.“

Die Kleinen werden dabei spielerisch mit Liedern und Reimen angeleitet, die Übungen dienen zur Kräftigung der Muskulatur, regen den Kreislauf an und bewirken, dass die Babys mit dem Wasser vertraut werden, was auch zum frühen Erlernen des Schwimmens führen kann.

Ab drei Monaten empfohlen
Prinzipiell kann man Babys schon ab der Geburt an das feine Nass gewöhnen, vorausgesetzt die Rahmenbedingungen stimmen. „Leider ist es in vielen Bädern nicht möglich, die Wassertemperatur den Bedürfnissen der Kleinsten anzupassen“, bedauert Trainerin Falzeder. „Daher sollten sie erst mit drei Monaten, wenn sich der Kältehaushalt des Babys angepasst hat und die Kleinen den Kopf schon selber halten können, mit dem Schwimmen beginnen.“

Wichtig ist auch, dass die Kursleiter eine gute Ausbildung nach internationalem Standard haben und regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teilnehmen. Außerdem, so Falzeder: „Das Bad muss den österreichischen Hygienebestimmungen entsprechen und regelmäßig daraufhin kontrolliert werden. Die Wassertemperatur sollte mindestens 30 Grad betragen.“

Spiel & Spaß mit Wert
Es sei noch einmal gesagt: Babyschwimmen ist in erster Linie Spiel und Spaß im Wasser und nicht Anleitung zum Schwimmen. Trotzdem erlernen die Kleinsten dadurch den Umgang mit den physikalischen Eigenschaften des Wassers, und wenn man das Ganze – wie von den Experten empfohlen – über einen längeren Zeitraum und regelmäßig (mindestens einmal pro Woche) durchführt, ist der positive Effekt garantiert.

Zu Beginn arbeiten die Trainer mit einer speziellen Schwimmhilfe – der Delfinschwimmscheibe –, mit der sich die Kinder selbstständig durchs Wasser bewegen und dabei später – in einem Kinderschwimmkurs – auch lernen können, zielgerichtet zu schwimmen. Werden die Scheiben weggelassen, lernen die Kinder den Auftrieb auszugleichen und kommen letztendlich damit zum Schwimmen – nicht selten schaffen es Zwei- bis Zweieinhalbjährige, Strecken von 25 Metern im Wasser zu bewältigen! Marion Falzeder: „Spielerisch werden sie auf die Gefahren des Wassers vorbereitet und haben kein Problem, sollten sie ins Becken fallen. Sie tauchen ein, strampeln hoch, halten sich am Rand fest und klettern wieder raus.“


So finden Sie Babyschwimmkurse
Auf den Homepages folgender Verbände finden Sie eine Liste mit Babyschwimmkursangeboten in ganz Österreich, die den internationalen Standards entsprechen:

Austrian Babyswim Association ABA
: www.austrianbabyswim.at E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Nessie Verein Wasserspaß
: www.nessie.at Tel: 0699/11 77 64 99

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