Montag, 18. Februar 2019

Ab ins Nass

Ausgabe 05/2009
Schwimmen kann von fast jedem ein Leben lang ausgeübt werden. Und das Medium Wasser bietet optimale Trainingsmöglichkeiten: Die gesamte Muskulatur wird beansprucht, die Ausdauer verbessert & der Fettstoffwechsel angekurbelt.

Foto: Eric Isselée - fotolia.com
Vom Baby bis zum Großpapa – das kühle Nass macht in jedem Alter Spaß. Die Leichtigkeit des Seins können wir ein Leben lang auskosten, denn Schwimmen gilt als eine der gelenkschonendsten Sportarten. Die Stütz- und Haltearbeit entfällt wegen des Wasserauftriebs fast vollständig. Schwimmen ist auch ein optimales Ausdauer- und Krafttraining. Denn der Wasserwiderstand ist 800-mal größer als der Luftwiderstand. Deshalb muss man im Wasser viel Kraft aufwenden, um sich fortzubewegen. Dieser Sport kräftigt die Arm-, Schultergürtel und Rumpfmuskulatur und ist aus orthopädischer Sicht ideal. Neben den positiven Auswirkungen auf den Körper ist das nasse Element auch besonders wohltuend für die Seele. Und der finanzielle Aufwand für die Ausrüstung hält sich für Schwimmbrille und Badehose oder Bikini auch in Grenzen.

Im Wasser sind wir nur noch ein Siebtel so schwer wie an Land. Das ist auch ein großer Vorteil für übergewichtige Menschen, Schwangere, ältere Personen und Menschen in der Rehabilitation nach Verletzungen ist. Der hohe Druck, den das Wasser auf den Körper ausübt, drückt die Blutgefäße an der Hautoberfläche zusammen und drängt das Blut zurück in den Brustraum. Das Herz muss entsprechend dagegen drücken und mehr Blut transportieren – was unser Herz-Kreislauf-System stärkt.

Bevor Sie eintauchen
Auch wenn es aus sportmedizinischer Sicht keine festgelegte Zeit gibt – nach dem Essen braucht der Magen Energie, um zu verdauen. Er muss gut durchblutet werden. Dieses Blut geht der Energieversorgung für das Gehirn und die Muskeln verloren. Daher sollte man in dieser Schwächeperiode auf keinen Fall ins kühle Nass. Denn geschwächte Muskeln neigen viel schneller zu Krämpfen. Man sollte weder mit leerem noch mit vollem Bauch schwimmen gehen. Ein kleiner Snack schadet aber auf keinen Fall.

Nicht nur aus hygienischen Gründen sollte man sich, bevor man sich in die Fluten stürzt, kalt abduschen. Denn der plötzliche Kältereiz kann im schlimmsten Fall einen sogenannten Immersionsschock – akutes Kreislaufversagen – hervorrufen. Außerdem ziehen sich die Blutgefäße durch die Abkühlung im Wasser schnell zusammen, wodurch sich Gefäßablagerungen plötzlich lösen und an anderer Stelle zum Gefäßverschluss führen können.

Nicht verkrampfen
Beim Schwimmen sind Krämpfe durchaus keine Seltenheit. Deshalb ist es ratsam, nie allein weitere Strecken in natürlichen Gewässern zu schwimmen. Ein Krampf im tiefen Wasser kann sehr gefährlich werden. Er löst starke Schmerzen aus, die Bewegungsfähigkeit des betroffenen Körperteils geht gegen Null und das Schwimmen wird fast unmöglich.

Kids lieben das Wasser
Für Kinder gibt es nichts Schöneres, als im Wasser zu planschen. Wichtig ist, dass Kinder lernen, richtig mit dem nassen Element umzugehen: Viele von uns, und eben auch Babys und Kleinkinder, fühlen sich zwar wohl im Wasser, es kann aber sehr schnell gefährlich werden, denn die Fähigkeit des Schwimmens ist nicht mehr angeboren. Experten raten, Kinder schon ganz früh an den Umgang mit Wasser zu gewöhnen – nicht nur zu Hause in der Badewanne, sondern auch im Frei- oder Schwimmbad. Am Anfang geht es vor allem um das Verhalten im Wasser. Die Kinder müssen begreifen, dass es keine feste Oberfläche hat, dass es nachgibt und vor allem, dass man darin untergehen kann.

Immer mehr Eltern entscheiden sich für das Babyschwimmen. Beim Babyschwimmen geht es nicht darum, dass die Kleinen Schwimmen lernen, sondern hauptsächlich um die spielerische Gewöhnung an das Element Wasser. Babys haben vielfach noch keine Scheu vor dem Wasser oder verlieren sie sehr schnell. Durch den angeborenen Atemschutzreflex, der auch Tauchreflex genannt wird, können die Sprösslinge auch problemlos für kurze Zeit unter Wasser bleiben, weil beim ersten Kontakt von Nase oder Mund mit dem Wasser die Atmung reflexartig blockiert wird. Dieser Reflex aus der Zeit im Mutterleib verschwindet allerdings im Laufe der ersten 6 Monate. Babyschwimmen ist ab dem vierten Lebensmonat ratsam. Mit fünf bis sechs Jahren sind die Knirpse dann alt genug, um richtig schwimmen zu lernen, da sie nun die entsprechenden Arm- und Beinbewegungen richtig koordinieren können. Und wenn die Knirpse dann größer werden, haben sie bereits eine Sportart kennen- und lieben gelernt, die auch in späteren Jahren die Lebensgeister weckt.


Kleine Schwimmfibel
  • Wer friert, sollte sofort raus aus dem Wasser, sonst droht eine Unterkühlung. Besonders bei Kindern müssen die Eltern darauf achten. Sie merken beim Spielen und Tollen nicht, dass ihnen kalt ist. Zu „blauen Lippen“ sollte es gar nicht erst kommen.
  • Kleine Kinder nie unbeaufsichtigt am Wasser lassen – sie kennen keine Gefahr.
  • Schwimmen und baden sollte nur, wer sich auch gesundheitlich wohlfühlt.
  • Für Nichtschwimmer gilt: Nicht tiefer als bis zum Bauch ins Wasser gehen.
  • Sprünge ins Wasser sind nur erlaubt, wenn man sich vorher versichert hat, dass es tief genug ist und auch genügend Platz frei ist.
  • Lange Strecken nie alleine schwimmen – niemand sollte seine Kräfte überschätzen.
  • Nur um Hilfe rufen, wenn wirklich Gefahr besteht.
  • Bei fehlenden Schwimmkünsten nicht auf Luftmatratzen, Autoschläuche oder Gummitiere verlassen.
  • Nicht baden und schwimmen, wo Schiffe und Boote fahren.
  • Bei Gewitter sofort das Wasser verlassen.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information