Dienstag, 27. Oktober 2020

Yoga Entspannung und Gesundheit für alle! - Yoga kräftigt das Rückgrat

Ausgabe 2017.09
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Yoga kräftigt das Rückgrat
Mit einem regelmäßigen Yogatraining lässt sich die Wirbelsäulenbeweglichkeit signifikant verbessern. Das fand das Team der Sportwissenschaftlerin Dr. Sabrina Rudolph der deutschen Universität Göttingen heraus. In ihrer Studie wurden 50 Teilnehmer mit Rückenproblemen untersucht. 30 von ihnen absolvierten ein zehnwöchiges Yogatraining –  einmal wöchentlich für eine Stunde. Das Ergebnis: Die Yogagruppe hatte sich in der Beweglichkeit der Brust- und Lendenwirbelsäule deutlich verbessert. Die Wissenschaftler empfehlen daher Yoga, um Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule vorzubeugen oder zu verbessern.

„Yoga fördert die Eigenwahrnehmung“

GESÜNDER LEBEN sprach mit Dr. Andreas Goldammer, Arzt für Allgemeinmedizin und Medizinischer Leiter im Gesundheitszentrum YogaPraxis in Wien

Was ist das Besondere an Yoga als Bewegungsform?  
Goldammer: Wir haben heute ein großes Angebot an gesundheitsfördernden, modernen oder auch traditionellen Bewegungskonzepten. Das Besondere an Yoga ist, dass es sich primär um eine Art der Lebensphilosophie und Lebenspraxis handelt, die unter anderem auch eine körperliche Übungspraxis beinhaltet. In der indischen Yogatradition geht es darum, Körper, Geist und Seele zu harmonisieren. Das klingt vielleicht etwas allgemein oder auch abgehoben, aber wir müssen uns nur kurz in unseren beruflichen Alltag hineindenken und werden rasch bemerken, dass unsere häufig kopflastigen Tätigkeiten rasch dazu führen können, wesentliche körperliche Wahrnehmungen zu unterdrücken. Am Ende spüren wir z. B. nicht mehr unseren Rücken, sondern nur noch den Schmerz, der uns alarmierend darauf aufmerksam macht, dass hier gerade ein Problem ist, welches wir schon viel zu lange ausgeblendet haben. Genau hier setzt Yoga an – bei der Förderung der Eigenwahrnehmung, dem Respekt gegenüber den individuellen körperlichen Grenzen und der Atmung als Anker für unseren aktiven und oft unruhigen Geist. Aber Yoga hat noch viel mehr zu bieten. Angefangen bei Ernährungsempfehlungen bis hin zu Meditationsübungen öffnet sich ein weites Feld.

Kann man sich gesundheitliche Effekte bei allen Yogastilen erwarten?
Goldammer: Wichtig ist ein fundiertes Know-how vonseiten der Yogalehrer. Wer Menschen mit körperlichen Beschwerden anleitet, sollte eine entsprechende berufliche Grundausbildung und Vorerfahrung mitbringen. Hier geht es um das Wissen der unterschiedlichen Indikationen, aber vor allem der Kontraindikationen der verschiedenen Übungen. Im Idealfall sollte eine individuelle Auswahl an Übungen für jeden zusammengestellt werden, der an einem körperlichen Problem leidet. Momentan sehe ich auch ein wenig die Gefahr, dass sich die neuen, modernen Strömungen vom eigentlichen Yoga entfernen. Je mehr es in Richtung Fitness und sportlichen Ehrgeiz geht, desto höher wird das Verletzungsrisiko. Der westliche Geist, lässt sich gerne von einer höheren Leistung verführen. Genau das steht jedoch im Widerspruch zur sensiblen Selbstwahrnehmung, dem Respekt im Umgang mit dem eigenen Körper und damit dem Ziel, Körper und Geist wieder in Einklang zu
bringen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Yoga Entspannung und Gesundheit für alle!
Seite 2 Ganzheitlich und ohne Leistungsdruck
Seite 3 Yoga kräftigt das Rückgrat

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