Dienstag, 27. Oktober 2020

Yoga Entspannung und Gesundheit für alle! - Ganzheitlich und ohne Leistungsdruck

Ausgabe 2017.09
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Ganzheitlich und ohne Leistungsdruck
Einen straffen Bauch oder weniger Fettpolster – das leisten auch andere Work-outs. Was Yoga so erfolgreich macht, ist der Mehrwert für Körper, Geist und Seele. Yoga ist viel mehr als die Summe aus gelenkigen Körperpositionen. „Yoga ist ein ganzheitliches Konzept, das Bewegung, Atemübungen und Meditation verbindet. Die regelmäßige Übung dieser Grundpfeiler steigert Konzentration, Selbstwahrnehmung, Stabilität, Wachheit und Flexibilität“, erklärt Yogalehrerin Ulli Farnleitner. Die beruhigende Nachricht: Um diese Wirkweisen zu erfahren, müssen wir keine spektakulären Körperhaltungen praktizieren. Ganz im Gegenteil, wie Farnleitner betont: „Natürlich können sich zum Beispiel Jugendliche und sehr sportive Menschen für akrobatische Übungen begeistern – aber das ist nicht das Ziel. Viel wichtiger ist es, sich am Ende einer Yoga-Einheit besser zu fühlen. Die meisten meiner Kursteilnehmer kommen mit Rückenschmerzen, einem verspannten Nacken oder möchten einfach beweglicher und ruhiger werden.“

Je sanfter, desto wirkungsvoller
Eine ehrgeizige Einstellung ist gerade beim Yoga riskant und gefährdet die Gesundheit: „Schmerz ist kein Meister, wie in manchen Yoga-Richtungen behauptet wird, sondern ein Warnsignal dafür, dass man gerade beginnt, seinem Körper zu schaden“, meint die Yoga-Expertin. Erzwingt man gewisse Übungen, wie z. B. den „Pflug“, kann das sogar zu einer schmerzhaften Schädigung der Gelenke oder Wirbelsäule führen. Auch Bikram-Yoga mit schweißtreibenden Übungen bei einer Raumtemperatur von bis zu 40°C belastet das Herz-Kreislauf-System auf unnatürliche Weise und ist wirklich nur etwas für geübte Yogis mit stabilem Kreislauf. Daher steht beim Yoga die Achtsamkeit für den eigenen Körper und für seine individuellen Grenzen im Vordergrund. Gute Instruktoren betonen diese Einstellung immer wieder, um Ehrgeiz oder Gruppenzwang zu verhindern. Wer schließlich seinen Stil und den passenden Lehrer dazu gefunden hat und dran bleibt, wird bald belohnt: Yoga kombiniert Stressabbau, innere Einkehr mit einem wesentlichen Gesundheitsaspekt, der mittlerweile durch zahlreiche anerkannte Studien bestätigt wird.

Yoga senkt das allgemeine Krankheitsrisiko
Eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten entsteht häufig durch Dauerstress. Eine US-Studie des Massachusetts General Hospital kam 2015 zu dem Ergebnis, dass Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Tai-Chi die Stressbelastung reduzieren und sich positiv auf die allgemeine Gesundheit auswirken. Bei der Studie wurden 4.000 Personen von 2006 bis 2014 begleitet. Bei den Teilnehmern, die regelmäßig Yoga, Meditation oder TaiChi ausgeübt hatten, sank der Bedarf an medizinischen Dienstleistungen um 43 Prozent  im Vergleich zur Kontrollgruppe. Yoga und Meditation verringern die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol im Körper und unterstützen so die Erholungsphasen des Körpers.

Yoga stärkt das Herz-Kreislauf-System
Eine Meta-Studie der Erasmus-Universität Rotterdam mit 37 Einzelstudien und 2.768 Teilnehmern bestätigt die positive Wirkung von Yoga auf das Herz-KreislaufSystem. Bei allen Probanden wurden die typischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Cholesterinwerte, Blutdruck, Puls und Körpergewicht gemessen. Die Teilnehmer absolvierten entweder Yoga oder klassisches Ausdauertraining bzw. machten gar keinen Sport. Dabei konnte festgestellt werden, dass Yoga bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Problemen ebenso wirksam ist wie Ausdauersport. Das Plus bei Yoga: Auch ältere und körperlich geschwächte Menschen, die Sportarten wie Joggen oder Fahrradfahren nicht ausüben können, können (einfache) Yogaübungen durchführen. Arlene Schmid vom Roudebush Medical Center Indianapolis, USA, konnte weiters belegen, dass es Patienten mit chronischen Folgen eines Schlaganfalls nach dem Yoga signifikant besser ging. Sie fühlten sich stärker, flexibler, ausdauernder und hatten weniger Probleme mit dem Gleichgewicht.

Yoga unterstützt das Immunsystem
Erhöhte Entzündungswerte im Blut können mit verschiedenen chronischen Erkrankungen wie Gelenkserkrankungen und Diabetes mellitus zusammenhängen. Entzündungen verursachen auch die länger andauernde Müdigkeit (Fatigue) von Krebspatienten nach der Therapie. Eine Studie der Ohio State University, USA, zeigte, dass meditative, eher langsam ausgeführte Sonnengrüße und Asanas (Yoga-Stellungen) wie der „herabschauende Hund“ Entzündungen im Körper verringern. An der Studie nahmen 200 Brustkrebspatientinnen nach Abschluss ihrer Behandlung teil, die Teilnehmerinnen der Yogagruppe berichteten über weniger Erschöpfung und mehr Vitalität nach der Yogaphase. Bluttests vor und nach der dreimonatigen Yogaphase ergaben, dass auch die Entzündungsmarker gesunken waren. Eine mögliche Erklärung: Yoga senkt die Stressbelastung, sodass die Betroffenen u. a. besser schlafen können und das Immunsystem unterstützt wird.

Yoga kann psychische Belastungen mildern
Ein Team der deutschen Universitätsklinik Jena analysierte 25 Studien zur Heilwirkung von Yoga bei Depressionen, Alkoholmissbrauch, posttraumatischer Belastungsstörung, Schizophrenie oder Essstörung. Nach einem 2- bis 24-wöchigen Yoga-Gruppenprogramm wurde eine Verbesserung hinsichtlich Angst, Stress, Lebensqualität und Wohlbefinden festgestellt.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Yoga Entspannung und Gesundheit für alle!
Seite 2 Ganzheitlich und ohne Leistungsdruck
Seite 3 Yoga kräftigt das Rückgrat

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