Sonntag, 15. September 2019

Vernetzung für mehr Kraft

01. Dezember 2010

Sie sind aus dem Gesundheitswesen nicht wegzudenken: Selbsthilfegruppen sind eine Ergänzung zur Medizin und Partnerinnen für Ärztinnen.


Foto: flickr.com - Fotos Gov/Ba Die meisten Medizinerinnen und Mediziner sehen unser Angebot als Unterstützung“, sagt Helga Thurnher, Präsidentin der Selbsthilfegruppe Darmkrebs (www.derdickdarm.org). „Wir informieren Patientinnen und Patienten über Therapie- und Diagnosealternativen sowie darüber, wie sie mit ihrer Krankheit im Alltag besser zurechtkommen.“ Dr. Clemens Leitgeb, Oberarzt am Zentrum für Onkologie und Hämatologie im Wilhelminenspital, bestätigt das: „Es mag nicht den landläufigen Vorstellungen entsprechen, aber gut informierte Betroffene sind für uns eine große Erleichterung.“ Man kann mit ihnen leichter über Behandlungsoptionen sprechen und spart im Ambulanzbetrieb viel Zeit. Deshalb empfiehlt Leitgeb seinen PatientInnen oft, sich an eine Selbsthilfegruppe zu wenden: „Jedenfalls, wenn ich das Gefühl habe, sie wollen sich fundiert und aktiv informieren.“ Denn eine gewisse Offenheit braucht es, um mit den Angeboten von Selbsthilfegruppen etwas anfangen zu können. „Wir veranstalten monatliche Treffen“, erklärt Thurnher. „Zu ihnen kommen oft Ärztinnen und Ärzte, um Vorträge zu halten und Fragen zu beantworten.“ Mit dem Wilhelminenspital etwa hat die Selbsthilfegruppe Darmkrebs eine  enge Kooperation: So stellen sich etwa MedizinerInnen kostenlos für Telefonberatungen zur Verfügung.

 „Selbsthilfegruppen vertreten ihre Interessen und nehmen so aktiv am Gesundheitssystem teil.“
Mag.a Sonja Wehsely, Wiener Gesundheitsstadträtin

Win-win-Situation. Aber auch mit den Krankenkassen arbeiten viele Selbsthilfegruppen gut zusammen. „Ohne den Input der Selbsthilfegruppen wüssten wir oft nicht so genau, wo wir eventuell Fehler machen und uns daher verbessern bzw. dazulernen können“, so Mag. Jan Pazourek, stv. Generaldirektor der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK). Auch die Stadt Wien weiß ihre Arbeit zu schätzen. „Selbsthilfegruppen sind wichtige Partnerinnen und ein fester Bestandteil im Gesundheitswesen“, unterstreicht Gesundheitsstadträtin Mag.a Sonja Wehsely, „vor allem dann, wenn es um die Genesung nach einer Operation oder Krankheit geht.“

„Wir betrachten Selbsthilfegruppen als Partnerinnen im Gesundheitswesen.“
Mag. Jan Pazourek, stv. Generaldirektor der Wiener Gebietskrankenkasse

www.wienkav.at

www.wgkk.at

 

Autor: Thomas Egerer



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www.wig.or.at

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