Dienstag, 17. September 2019

Unsere schönsten Bräuche

Ausgabe 2012/12-2013/01
Welche Bedeutung und Tradition haben eigentlich Adventkränze, Christbäume, Krippenspiele und andere Traditionen und Bräuche?

Foto: Can Stock Photo Inc. - vojtechvlk
Während der schnelllebigen und lauten (Vor)-Weihnachtszeit vergessen wir allzu leicht auf weihnachtliche Bräuche. GESÜNDER LEBEN begab sich auf Spurensuche …

Der Adventkranz. Der Adventkranz bürgerte sich im Alpenraum erst Mitte des 20. Jahrhunderts ein. Als Erfinder gilt der deutsche Erzieher und evangelische Theologe Johann Heinrich Wichern. Für sozial gefährdete Jugendliche, um die er sich kümmerte, baute er 1839 einen Holzleuchter mit vier großen und 19 kleinen Kerzen. Im späten 19. Jahrhundert bürgerte sich der Adventkranz, wie wir ihn heute kennen, ein, also mit Tannenzweigen, Reisigschmuck und nur vier Kerzen. Übrigens: Als Adventzeit galten ursprünglich die Tage vom 11. November bis zum 6. Jänner (Heilige Drei Könige, diese wurde als Fastenzeit angesehen.

Der Adventkalender. Die Ursprünge des Adventkalenders lassen sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen: Der erste selbst gebastelte Kalender stammt vermutlich aus dem Jahr 1851 und kommt aus dem protestantischen Umfeld. Religiöse Familien hängten bis zum Heiligen Abend jeden Tag ein religiöses Bild an die Wand oder malten 24 Kreidestriche an die Tür, die von den Kindern nach und nach weggewischt wurden. Der erste „kommerzielle“ Adventkalender wurde 1908 vom Münchner Unternehmer Gerhard Lang erfunden und bestand aus 24 Feldern, auf die man bunte (religiöse) Bilder kleben konnte. Erst Ende der 1950er-Jahre kamen Adventkalender mit Schokolade in Mode.

Der Christbaum. Schon im alten Rom wurden Misteln, Tannen- oder Lorbeerzweige in den Wintermonaten im Haus aufgehängt, um bösen Geistern das Einnisten in der warmen Stube zu erschweren. Das Grün war gleichzeitig aber auch Symbol für das Leben. Man vermutet, dass der uns bekannte Christbaum auf den festlich geschmückten Paradiesbaum der im Mittelalter weit verbreiteten kirchlichen Paradiesspiele am 24. Dezember zurückgeht. Erst um 1800 begannen protestantische Familien, sich geschmückte Bäume zu den Feiertagen ins Wohnzimmer zu stellen.

Das Krippenspiel. Das Krippenspiel, bei dem meist Kinder die Geburt Christi nachspielen, gilt als ältester Weihnachtsbrauch. Berichtet wird von ersten Krippenspielen am Kirchenaltar bereits im 10. Jahrhundert. Im 12. Jahrhundert war es Brauch, zu Beginn der Christmette einen Wechselgesang darzustellen, also eine Art Frage-und-Antwort-Spiel zwischen einem Fragenden und den Hirten, die nach dem Christuskind suchen. Als erstes Krippenspiel außerhalb einer Kirche wird die Weihnachtslesung des Franziskaners Franz von Assisi angesehen, der am 24. Dezember 1223 in einem Wald die Geburt Christi mit echten Tieren nachstellte. Besonders viele Hirten- und Krippenspiele entstanden im Zuge der kirchlichen Reformbewegungen um die Wende zum 17. Jahrhundert.

Das Fest und das Christkind. Gemeinsam mit dem Christbaum entwickelte sich auch der Brauch, am Heiligen Abend festlich zu speisen und Lieder zu singen. Zur Zeit der Aufklärung war es nicht mehr erlaubt, öffentliche weihnachtlich-festliche Umzüge zu veranstalten und Krippen aufzustellen. Also verlagerten sich die Feierlichkeiten in den engsten Kreis der Familie. Das Christkind übrigens, das im deutschsprachigen Raum die Geschenke unter den Christbaum legt, wurde von Martin Luther als Weihnachtsfigur erfunden, die den heiligen Nikolaus verdrängen sollte – die Protestanten lehnten nämlich jegliche Art von katholischer Heiligenverehrung ab.

„Licht ins Dunkel“. Die ORF-Aktion „Licht ins Dunkel“, die seit 1978 jährlich am 24. Dezember live ausgestrahlt wird, ist zu einer echten Weihnachtstradition geworden. „Licht ins Dunkel“ unterstützt Behinderten- und Sozialhilfeprojekte in ganz Österreich. Im Geschäftsjahr 2011/2012 wurden Spenden im Wert von rund 11,2 Millionen Euro gesammelt, womit 428 Projekten und 4.527 Familien mit 12.586 Kindern unter die Arme gegriffen werden konnte.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-09 130x173

Aktuelles Heft 09/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 4. Oktober

 

Unsere Ausgabe 07-08/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Hand aufs Herz – wie nutzen Sie Ihr Handy?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information