Donnerstag, 21. Februar 2019

Treiben Sie es bunt!

Ausgabe 2016.05
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Farben begegnen uns laufend in allen Schattierungen. Gezielt eingesetzt haben sie sogar Einfluss auf unser physisches und psychisches Wohlbefinden. GESÜNDER LEBEN zeigt, worauf Sie dabei achten sollten.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - inxti

Wussten Sie, dass …

… Kakao aus orangen Tassen besser schmeckt?
… sedierendes Rosa in Gefängniszellen aggressionsmindernd wirkt?
... sich stark gedämpftes Rot in Form eines Schlaflichts nachweislich auf einen geruhsamen Schlaf von Kindern auswirkt?
grün gestrichene Räume oder auch einzelne Wände die Kreativität anregen?
… Frauen mit roten Blickfängen wie Lippenstift, Nagellack oder Oberteil attraktiver auf ihr männliches Gegenüber wirken?
Pastellfarben einen höheren Status vermitteln und bei Bewerbungsgesprächen einen seriöseren Eindruck hinterlassen?
grüne Zimmerdecken in Spitälern den Heilungsprozess fördern?
Blau mit Abstand die beliebteste Farbe und Grau die unbeliebteste der Menschen ist?

So wirken Farben auf Geist und Körper

Wer Farben gezielt einsetzt – etwa im Wohnbeich – kann die eigene Lebensqualität nachhaltig steigern. Hier ein Überblick:

Rot steht für Liebe und Kraft. Die Farbe wirkt anregend, durchblutungsfördernd und entstauend.
Orange hat eine sehr starke Signalwirkung und ist zugleich eine heilende Farbe. Orange weckt die Lebenslust, wirkt appetitanregend und ist stoffwechselfördernd.
Gelb steht für Gemütlichkeit, Heiterkeit und Lebensfreude. Die Farbe soll das Gemüt aufhellen, die Kommunikation steigern und die Kreativität fördern.
Blau wird mit Kühle und Distanz, aber auch mit Treue und geistigem Wachstum verbunden. Die Farbe fördert die Konzentration, ist durchblutungshemmend und zusammenziehend.
Grün ist eng mit der Natur verbunden und steht für Ruhe und Erholung. Die Farbe hat eine harmonisierende Wirkung. Grün stärkt zudem die Hoffnung, ist vermittelnd und kräftesammelnd.

Quelle: Österreichisches Institut für Licht und Farbe

Täglich sind wir von Millionen von Farben umgeben, die uns den grauen Alltag vergessen lassen – und uns oft vor Schwarzmalerei bewahren. Dabei existieren die schillernden Kraftspender per se eigentlich gar nicht: Farben sind vielmehr das Ergebnis unserer Sinneswahrnehmung und entstehen, wenn spezielle Lichtenergie über die Netzhaut des Auges tief in unseren Körper hinein wirkt. Nicht bloß über den optischen Sehnerv ins Gehirn, wo das Sehbild entsteht, nein, sondern auch über die energetische Sehbahn in den gesamten Organismus. „Menschen reagieren optisch, organisch und psychisch auf jede Farbe“, bestätigt die Wiener Farbberaterin Claudia Schober. „Diese optische Information wird über den Blut- und Lymphkreislauf im gesamten Körper verteilt. Daher kann man Farben für das eigene physische und psychische Wohlbefinden erfolgreich einsetzen.“ – Und das ist kaum verwunderlich, enthalten Farben doch (z. T. kulturell bedingte) Codes, transportieren Botschaften und dienen zur Orientierung. Wir visualisieren sogar Situationen oder Emotionen mit Sprache, wenn wir beispielsweise „ins Blaue fahren“, „durch die rosarote Brille schauen“, „ins Schwarze treffen“, „uns grün und blau ärgern“ oder „gelb vor Neid sind“.

Energie, die wirkt. Die therapeutische Wirkung von Farben hat eine lange Tradition: Bereits in der Antike bestrich man Kranke mit farbigen Pasten oder wickelte sie in farbige Tücher. In Ägypten zog man sich zur inneren Heilung in Tempel zurück, deren Innenräume in tiefblauen, violetten oder blassrosa Tönen gehalten waren. Im europäischen Kulturkreis war es Johann Wolfgang von Goethe, der sich als einer der Ersten mit Farben und deren Wirkung beschäftigte und Anfang des 19. Jahrhunderts seine Erkenntnisse im Buch „Zur Farbenlehre“ zusammenfasste.  Heute unterscheidet man in der Alternativmedizin zwischen Farbbestrahlung, Farbvisualisierung, Farbmeridiantherapie und Farbpunktur. „Die Farbtherapie ist eine der ältesten Behandlungsmethoden und basiert ursprünglich auf der Wirkung des Sonnenlichts, in dem bekanntlich alle Farben enthalten sind“, so Schober. Ihre verschiedenen Anwendungsformen vereint die Vorstellung, dass jede Farbe eine charakteristische Wellenlänge und Energie besitzt, die auf den Körper übertragen werden kann und so auf Geist und Körper wirkt. Grundsätzlich haben warme Töne wie Rot oder Gelb einen anregenden, kühle Farben wie Blau oder Grün wiederum einen entspannenden und beruhigenden Effekt. Das Spektrum dazwischen ist facettenreich. „Blautöne und Violett-Nuancen sind bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Akne oder Neurodermitis hilfreich. Rot fördert die Durchblutung, während Grün den Blutdruck senkt und Türkis gerne bei Kopfschmerzen, Fieber oder Halsentzündungen eingesetzt wird“, gibt Schober einen ersten Einblick. Vor allem bei psychischen Erkrankungen sowie zur Anregung des Immunsystems hat sich die Farbtherapie bestens bewährt. „Darüber hinaus können auf diese Weise auch rheumatische Erkrankungen, Allergien und Demenz, aber auch Brandwunden, Gelbsucht oder Schlafstörungen therapiert werden“, meint Schober. Interessant: Die objektive Bedeutung einer bestimmten Farbe – wie sie in der Farbpsychologie bekannt ist – sollte aber mit der subjektiven Einstellung „Mag ich“ korrelieren, um ihre heilende Wirkung zu entfalten.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Treiben Sie es bunt!
Seite 2 Farben im Kopf

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