Samstag, 24. August 2019

Sommer ohne Sorgen - Infektionen

Ausgabe 2019.06
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HARNWEGSINFEKTION
Häufiger Harndrang, Unterleibskrämpfe und brennende Schmerzen beim (tröpfchenweisen) Urinieren deuten auf einen Harnwegsinfekt hin. Vor allem Frauen sind aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre öfter betroffen, da Bakterien leichter aufsteigen können – nicht zuletzt im Sommer: Schließlich kann der Unterleib sowohl beim Sitzen auf nassen Handtüchern und kaltem Untergrund auskühlen, wodurch das Immunsystem geschwächt und die Infektionsgefahr erhöht wird.

Was hilft?
Harnwegsinfekte werden in der Regel antibiotisch behandelt. Nach der Einnahme von Antibiotika klingen die Beschwerden meistens rasch ab. Bei leichteren Formen können mitunter auch pflanzliche Präparate – z. B. Tee aus Birken- und Brennnesselblättern oder Goldrutenkraut – für eine Linderung der Symptome sorgen.

So beugen Sie vor
Trinken Sie ausreichend, um die Blase „durchzuspülen“ und halten Sie Ihren Intimbereich warm – selbst bei sommerlichen Temperaturen. Wechseln Sie rasch nasse Badebekleidung und suchen Sie öfter die Toilette auf. Unterdrücken Sie nicht den Harndrang und achten Sie auf richtiges hygienisches Verhalten (abwischen immer von vorne nach hinten). Nach dem Geschlechtsverkehr ist unmittelbares Harnlassen empfehlenswert. Kondome verhindern, dass Bakterien in die Blase gelangen.


KREISLAUFBESCHWERDEN
Zu hohe Temperaturen können auch unserem Kreislauf zu schaffen machen. Steigt die Körperkerntemperatur auf über 37°C, drohen Regulationsstörungen und ein Abfall des Blutdrucks. Die Konsequenz: Schwindel, Schwäche und Übelkeit. Mitunter kommt es auch zu Bewusstseinsstörungen und Ohnmachtsanfällen.

Was hilft?
Sorgen Sie für rasche Abkühlung, indem Sie Gesicht und Nacken mit kaltem Wasser besprühen und sich in den Schatten begeben. Lagern Sie die Beine hoch, trinken Sie Wasser und ruhen Sie sich aus! Tritt keine Besserung ein, suchen Sie einen Arzt auf.

So beugen Sie vor
Halten Sie sich nicht zu lange in der prallen Sonne auf, trinken Sie den ganzen Tag über ausreichend Wasser, greifen Sie zu leichter Kost und meiden Sie alkoholische Getränke. Bewegung in den frühen Morgenstunden und Wechselduschen stärken das Immunsystem und halten den Kreislauf auf Trab.

TROCKENE AUGEN
Sonne, Chlorwasser und Zugluft durch Klimaanlagen setzen empfindlichen Augen im Sommer stark zu. Sie brennen, tränen und sind lichtempfindlich. Zuweilen drohen „durch“ UV-Strahlung oder Keime im Badewasser schmerzhafte Horn- und Bindehautschäden. Manche Keime im Badewasser können auch zu Bindehautentzündungen führen.

Was hilft?
Meiden Sie die Mittagshitze und verzichten Sie auf Kontaktlinsen, bis sich die Augen wieder erholt haben. Gegen Schmerzen helfen oft Augentropfen, die Ihnen Ihr Arzt empfohlen hat.

So beugen Sie vor
Tragen Sie eine qualitativ hochwertige Sonnenbrille vom Optiker und schützen Sie Ihre Augen auch im Wasser mit einer gut sitzenden Schwimmbrille. Meiden Sie Zugluft und langes Verweilen in Räumen mit Klimaanlage. Sollten Sie auf Urlaub fahren, empfiehlt es sich, abschwellende Augentropfen und Tränenersatzmittel in den Koffer zu packen. Das kann auch im Büro empfehlenswert sein.

OHRENENTZÜNDUNG
Ohrenschmerzen, Druckgefühl, Juckreiz und verminderte Gehörleistung können ein Indiz für eine sogenannte Bade-Otitis, also eine Gehörgangsentzündung, sein, die empfindliche Menschen oft im Sommer heimsucht. Die Ursache: Keime im (chlorhältigen) Badewasser.

Was hilft?
Suchen Sie einen HNO-Arzt auf, der die Gehörgänge reinigt und antibiotisch behandelt, um die Schwellung zu reduzieren. Unter Umständen ist danach auch die Gabe von Ohrentropfen – für einige Tage – notwendig. In der Regel heilt eine behandelte Bade-Otitis innerhalb von wenigen Tagen aus; unbehandelt droht schlimmstenfalls eine Mittelohrentzündung.

So beugen Sie vor
Empfindliche Menschen lassen sich vor dem Startschuss der Badesaison das Ohrschmalz von einem HNO-Arzt entfernen, um keinen Nährboden für Bakterien zu fördern. Meiden Sie zudem schmutziges Wasser und lassen Sie sich gegebenenfalls maßgeschneiderte Passstücke für die Ohren bei Hörgeräteakustikern anfertigen, um sich beim Tauch- oder Schnorchelgang zu schützen. Wichtig: Trocknen Sie nach jedem Badegang Ihre Ohren, indem Sie den Kopf schütteln oder diese mit einem Fön trocknen.


INSEKTENSTICHE
Insektenstiche sind im Sommer nicht ungewöhnlich und dann behandlungsbedürftig, wenn es zu schmerzhaften Rötungen oder allergischen Reaktionen kommt.

Was hilft?
Ganz wichtig ist, die Stichstelle umgehend mit kreisenden Bewegungen zu kühlen, um die Blutgefäße zu verengen und die Entzündung zu reduzieren. Essigwasser, aufgeschnittene Zwiebeln oder Gurkenscheiben bzw. Teebaum- und Lavendelöl bzw. Salben aus der Apotheke lindern den Juckreiz. Schwillt die betroffene Gliedmaße weiterhin an und kommen gar Atemnot, Schwindel oder Herzklopfen hinzu, handelt es sich um eine allergische Reaktion. Es ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

So beugen Sie vor
Schützen Sie sich sich mit – gerade in den lauen Abendstunden – mit langer, leichter Kleidung und verwenden Sie Insektenspray. Decken Sie Fleischgerichte oder Süßspeisen und Getränkedosen ab, um Bienen oder Wespen nicht unnötig anzulocken; vermeiden Sie hektische Bewegungen. Gelsen können begrenzt mit speziellen Duftkerzen ferngehalten werden. Idealerweise schützt ein Fliegengitter des Nächtens vor unliebsamen Stichen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Sommer ohne Sorgen
Seite 2 Infektionen
Seite 3 Wunden

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