Mittwoch, 13. November 2019

Alt werden in Wien

Ausgabe 11/2012
GESÜNDER LEBEN hat sich das Angebot für ältere Menschen in Wien angesehen.

Foto: Oliver Jiszda
Wr will nicht so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben? Der Fonds Soziales Wien (FSW) sorgt dafür, dass Pflege und Betreuung zu Hause leistbar sind. Das Beispiel von Frau M., einer betagten Wienerin, die über den Teppich stolperte und sich dabei ein Bein brach, veranschaulicht das umfassende Angebot: Bereits im Spital werden Vorkehrungen für eine intensivere Betreuung zu Hause getroffen. Dreimal täglich wird eine vom FSW-Beratungszentrum organisierte Heimhelferin kommen und Frau M. bei der Körperpflege helfen, kleine Einkäufe erledigen, ihr bei Hausarbeiten zur Seite stehen und darauf achten, dass sie die richtigen Medikamente zur richtigen Zeit einnimmt. Die täglich erforderliche Injektion verabreicht ein diplomierter Krankenpfleger, und dank der Beratung durch die mobile Ergotherapie werden Änderungen in der Wohnung vorgenommen, damit ein solcher Unfall nicht mehr passiert. Doch auch wenn es Frau M. besser geht und sie sich im FSW-Tageszentrum wieder mit ihren Freunden trifft, wird die Heimhelferin sie jeden Morgen besuchen. Und bei Besorgungen außer Haus begleitet sie zweimal pro Woche eine Betreuerin des Begleit- und Besuchsdienstes.

Würdiger Lebensabend. Sollte es zu Hause nicht mehr funktionieren, bietet der Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser älteren, jedoch rüstigen Wienern mit 31 „Häusern zum Leben“ (rund 8.800 Wohn- und Pflegeplätze) die Chance, ein selbstständiges Leben zu führen. Dabei sind alle Betreuungs- und Pflegeleistungen auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt: vom Wohnen in der mit eigenen Möbeln und lieb gewonnenen Gegenständen ausgestatteten Wohnung bis zur 24-Stunden-Pflege. Die Häuser bieten somit Privatsphäre als auch Gemeinschaft unter Gleichgesinnten, etwa durch die Freizeitangebote der 170 Pensionistenklubs der Stadt Wien. Sollte sich der Gesundheitszustand verschlechtern, ist die medizinische Versorgung garantiert. Eine andere Option ist der Umzug in eines der Pflegehäuser mit sozialmedizinischer Betreuung der Stadt Wien (Leopoldstadt, Meidling, seit Mai auch in Simmering; bis 2015 entstehen weitere Häuser in Baumgarten, Innerfavoriten, Liesing und der Donaustadt). Das Wiener Geriatriekonzept, das auch für einen Investitionsschub bei Neubauten und Generalsanierungen von Geriatriezentren sorgte, gibt die Linie vor: Verlagerung in wohnortnahe Strukturen, überschaubare Größen sowie steigende Qualität bei medizinischer und pflegerischer Betreuung. Im Vordergrund steht der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen, daher wird unter anderem besonders auf Wohnlichkeit geachtet: Die Häuser können zwar insgesamt über 300 Menschen aufnehmen, sind jedoch in Wohnbereiche mit jeweils 24 bis 28 Bewohnern unterteilt, die wiederum in Ein- oder Zweibettzimmern untergebracht sind. Gemeinschaftsräume und schöne Außenanlagen (z. B. Demenzgärten) runden das Angebot ab.

Hier erhalten Sie weitere Infos:

Fond Soziales Wien:
Tel.: 01/24524,
Internet: www.pflege.fsw.at

Häuser zum Leben:
Tel.: 01/313990,
Internet: www.kwp.at

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

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