Mittwoch, 03. Juni 2020

Allein – aber nicht einsam

16. November 2011
Weinen kann helfen. Reden auch. Muss aber nicht, denn Trauer ist individuell. Ein Weg aus der Einsamkeit ist soziales Engagement.

Foto: flickr.com - sk12
Körperlich, seelisch, sozial und spirituell – eine Verlusterfahrung, der Tod einer geliebten Person, trifft den ganzen Menschen. Herzrasen,  Unruhe, Einsamkeit, Depressionen, Zukunftsängste oder Schlaflosigkeit sind dann ständige Begleiter. Deshalb ist es wichtig, Trauernde auf allen Ebenen zu unterstützen. Das bedeutet, für Betroffene da zu sein, mit ihnen zu weinen, ihnen das Gefühl von Gemeinschaft zu vermitteln. Und zuzuhören, selbst dann, wenn jemand das Bedürfnis hat, seine Geschichte 50 Mal zu erzählen. „Auch Trauernde zu motivieren, sich für etwas einzusetzen, kann helfen. Sie sollen sich nicht in ihrem Schmerz verkriechen, sondern hinausgehen, aktiv sein. Etwa an einem unserer Trauerwandertage teilnehmen oder eine Trauertanzgruppe besuchen. Jeder bzw. jedem hilft etwas anderes. Trauerarbeit ist individuell“, so Poli Zach-Sofaly von der Kontaktstelle „Trauer“ der Caritas. Ehrenamtliches Engagement kann sinnstiftend wirken und verbessert außerdem die sozialen Kontakte. Das ist aber nicht nur für Trauernde wichtig.

Helfen kann helfen. „Einer Aufgabe nachzugehen, bringt Freude und kann der Einsamkeit vorbeugen“, bestätigt Mag.a Yvonne Giedenbacher von der Forschungseinrichtung „queraum. kultur- & sozialforschung“ und Leiterin des Projekts „Engagiert gesund bleiben“. Ziel war zu zeigen, wie Menschen durch freiwilliges Engagement – etwa beim ehrenamtlichen Arbeiten in einer Bücherei – in der Gesellschaft ihren Platz finden und so bis ins Alter körperlich und geistig fit bleiben. Giedenbacher: „Kontakte knüpfen, die Freizeit kurzweilig gestalten, Wissen weitergeben oder helfen wollen – es gibt viele Gründe für ein Ehrenamt.“


„Wir dürfen Menschen in ihrer Trauer nicht alleine lassen.“
DDr. Michael Landau, Caritas-Direktor

Caritas-Kontaktstelle „Trauer“: Telefon 0664/848 25 17, www.caritas.at;
Handbuch und Broschüre „Engagiert gesund bleiben“: www.queraum.org, www.engagiert-gesund-bleiben.at


Autor: Stephanie Tobeitz

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