Freitag, 22. Februar 2019

Prozessbegleitung für Kinder und Jugendliche

06. Februar 2012
Opfer von Gewalt in der Familie, besonders von sexueller Gewalt zu werden, ist für Kinder und Jugendliche eine traumatische Erfahrung.


Neben der großen psychischen Belastung, welche die Entscheidung, den/die Täter/in anzuzeigen, für die Betroffenen und die Angehörigen mit sich bringt, liegt eine erhebliche Schwierig keit im Umgang mit dem Rechtssystem selbst.

Fehlendes Wissen über Abläufe, der Wunsch, endlich Gerechtigkeit zu erfahren, die Erwartung, dass durch die Anzeige nun alles besser wird oder in Ordnung kommt, und die mit der Entscheidung verknüpften Ängste und Befürchtungen schaffen eine Situation, die ohne entsprechende fachliche Unterstützung nur schwer zu bewältigen ist. Diese Probleme hindern Betroffene oft daran, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen. Betroffene finden Informationen auf einer eigenen Website, nämlich www.prozessbegleitung.co.at, aber auch auf Foldern und Plakaten des Ministeriums. Darüber hinaus wurde eine österreichweite Ansprechstelle eingerichtet (DSA Sabine Rupp von der Beratungsstelle für sexuell missbrauchte Mädchen und junge Frauen ist Bundeskoordinatorin für Prozessbegleiter/innen, Tel.-Nr.: +43-(0)1-587-10-89).

Familienforschung
Für eine kompetente Familienpolitik ist Forschung über Fa milien, z.B. über die Entwicklung von Familienformen, die Berufstätigkeit von Eltern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Art der Kinderbetreuung eine wichtige Grundlage.

Das Familien- und Jugendministerium finanziert wissenschaftliche Studien und fördert neben anderen das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) an der Uni versität Wien, um Studien zum Kinderwunsch der Öster reicher/innen, zur Ent wick lung der Familien strukturen, zum Verhältnis der Generationen untereinander, zur Eltern bildung oder zum Kinderbetreuungs geld zu ermöglichen. So konnten in den letzten Jahren unter anderem Erkenntnisse zum Zusammenspiel von Familie und Religion und der Rolle kultureller Einflüsse dabei gewonnen werden, aber auch die steuerliche Situation von Familien wurde analysiert. Die spezielle Situation von Alleiner ziehen den, Ge walthandlungen in der Familie oder die Beurteilung der Kinderbe treuungs situation standen ebenfalls im Fokus der Untersuchungen. Für das BMWFJ nimmt das Institut auch die wichtige Vernetzungstätigkeit zu anderen europäischen Fami lieninstitutionen wahr und ist Kooperationspartner beim EU-Projekt „familyplatform”.

Zur regelmäßigen Verbreitung der aktuellen Forschungsergebnisse versendet das ÖIF monatlich die Zeitschrift „beziehungsweise”, publiziert Berichte und fasst jährlich die wichtigsten statistischen Daten in „Familie in Zahlen” zusammen, stellt der Öffentlichkeit eine umfangreiche Fachbibliothek zur Verfügung und ist zentrale Anlaufstelle für Auskünfte unter www.oif.ac.at

Das breite Spektrum der Familienthemen spiegelt sich auch im Österreichischen Familienbericht wider, der im Zehnjahresintervall vom BMWFJ veröffentlicht wird. Seit 1969 werden darin die Anliegen der Familienpolitik von der Forschung aufgegriffen und familienspezifische Themen wissenschaftlich aufbereitet, um zukünftige Entwicklungen aufzuzeigen und somit die Basis für Handlungsempfehlungen zu bilden. Mit diesem Bericht stehen der Politik und der interessierten Öffentlichkeit wissenschaftliche Befunde zur Situation der Familien und zu den Herausforderungen der Familienpolitik zur Verfügung.

Der dreibändige 5. Österreichische Familienbericht 1999-2009 wurde im Juni 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt und im September 2010 auch im Nationalrat behandelt. Als Download steht er auf den Websites www.bmwfj.gv.at und www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/III/III_00157/index.shtml zur Verfügung.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine der wichtigsten Herausforderungen, denen sich die österreichische Familienpolitik aktuell gegenüber sieht. Familie ist für junge Menschen ein vorrangiges Anliegen, gleichzeitig ist es ihnen aber auch wichtig, im Beruf weiter zu kommen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass zwischen Kinderwunsch und tatsächlich realisierter Kinderzahl eine deutliche Lücke klafft. Um Paaren bei der Verwirklichung ihres Familienwunsches zu helfen, wurde in den letzten Jahren durch familienpolitische Schwerpunktsetzungen vieles erreicht und umgesetzt.

Um die Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie optimal zu erweitern, wurden auf gesetzlicher Ebene eine Reihe von Maßnahmen ergriffen – wie z.B. die Schaffung einer Zuverdienstmöglichkeit während des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld, die Anrechnung von Kindererzieh ungszeiten auf die Pension, die Flexibilisierung der Karenz bis zum Schuleintritt des Kindes, das Recht auf Elternteilzeit, das 2004 eingeführt wurde.

Das Familien- und Jugendministerium fördert aber auch eine Reihe von gesellschaftlichen, vor allem bewusstseinsbildenden Maßnahmen, die Mütter und Väter im Beruf unterstützen sollen. Dazu zählen z.B. das Audit „berufundfamilie”, das Unternehmen in einen internen Prozess führt, um auf Grundlage fa milienbewusster Maßnahmen betriebswirtschaftliche Vorteile zu erlangen; oder der Staatspreis „Familienfreundlichster Betrieb”, bei dem Unternehmen mit besonders innovativen Maßnahmen für ein familienfreundliches Arbeits umfeld aus gezeichnet werden.

Das Audit „familienfreundlichegemeinde” ist ein spezifisches Angebot an österreichische Gemeinden, Marktgemeinden und Städte mit dem Ziel, familienfreundliche Maßnahmen in der Gemeinde oder Stadt zu erkennen und weitere zu forcieren. Die teilnehmenden Städte und Gemeinden werden nach abgeschlossener Auditierung vom Familienministerium mit einem Gütezeichen ausgezeichnet. Weiters werden Initiativen zu bedarfsgerechter Kinderbetreuung, betriebliche Betreuung und die Ausbildung von Tagesmüttern/-vätern gefördert. Die Abwick lung dieser Maßnahmen führt die Familie & Beruf Management GmbH durch. Nähere Informationen dazu sowie zu weiteren Maßnahmen betreffend die Vereinbarkeit von Familie und Beruf finden Sie unter www.familieundberuf.at.


logo

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
www.eltern-bildung.at
Bestellen Sie weitere Elternbriefe und Tipps für Eltern kostenlos hier

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information