Dienstag, 21. Mai 2019

Planet Familie

16. Januar 2012
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Gestalten Sie das gemeinsame Leben mit Ihrer Familie möglichst so, dass alle daran Spaß und Freude haben. Schöne gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen, die Ihr Kind im Kreis der Familie macht, geben ihm ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Angenommenseins.

Illustration: Carola Holland
Christina erinnert sich noch genau an das Weihnachten ihrer Kindheit: Sie riecht auch heute noch förmlich den Duft von Vanillekipferln. An die Gemüsesuppe zu Mittag und den gebackenen Karpfen am Abend. Das Wohnzimmer war den ganzen Tag versperrt und durch die Milchglasscheibe der Türe konnte sie nicht den geringsten Glanz von Engelshaar erkennen – so sehr sie sich auch anstrengte. Nach dem Christkind selbst hatte sie die vergangenen Wochen auch eifrig Ausschau gehalten – meist beim nächtlichen Küchenfenster am Schoß ihrer Großmutter. Dann endlich ertönte das ersehnte helle Klingeln des Weihnachtsglöckchens. Christina stürmte zusammen mit ihren Geschwistern zum Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer.

Können Sie sich noch erinnern? Wurde Weihnachten bei Ihnen ähnlich gefeiert oder ganz anders? Feste sind ein wichtiger Teil des gemeinsamen Lebens. Eine eigene Familienkultur, besondere Dinge, die immer wieder vorkommen, verstärken das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie. Feste sind oft auch für Erwachsene mit starken Gefühlen verbunden, die aus der Kindheit kommen. Daher helfen solche besonderen Ereignisse Ihrem Kind, mit Zeitabläufen vertraut zu werden. Zuerst ist Advent mit dem Adventkranz, dann Weihnachten mit dem Christbaum. Dabei ist es wichtig, die Besonderheiten der einzelnen Feste nicht zu vermischen oder etwas vorwegzunehmen, weil dadurch die Bedeutung und das Spezielle des jeweiligen Festes verloren geht.

Andere Ausnahmezeiten vom Alltag sind das Wochenende und der Urlaub. Gerade von diesen Zeiten im Jahr erwarten sich alle in der Familie etwas Besonderes. Nur leider gehen die Erwartungen von Kindern und Erwachsenen meist völlig auseinander: Kinder wollen herumtoben, im Sand graben, im Wasser plantschen, mit ihren Eltern und mit anderen Kindern spielen. Wir Erwachsene sind meist müde und wollen uns endlich erholen und ausschlafen. Oder vielleicht etwas Neues sehen, uns verwöhnen. Soll der Urlaub gelingen, ist es aber wichtig, dass alle Familienmitglieder ihren Spaß haben und die Zeit genießen können. Es ist weder für Sie lustig, Ihr quengelndes Kind bei einem Einkaufsbummel oder einer Musikveranstaltung mitzuschleppen, noch ist es für Ihr Kind besonders angenehm, wenn Sie gelangweilt beim Sandburgenbau dabeisitzen und lustlos den Krokodilsgraben ausheben! Wenn also die gemeinsam verbrachte Zeit allen Spaß und Entspannung bringen soll, gilt es, einen Kompromiss zwischen Ihren Bedürfnissen und denen Ihres Kindes zu finden. Ihr Kind kann bei dieser Gelegenheit auch gleich lernen, dass die Freizeitgestaltung von mehreren Rahmenbedingungen abhängig ist: z.B. von den finanziellen Mitteln, einem verfügbaren (Hobby)Raum, aber auch von den eigenen Interessen und Neigungen. Durch das Vorbild ihrer Eltern erfahren Kinder, wie man Freizeit gestaltet, wie man sie nutzen, aber auch wie man Chancen versäumen kann. Genießen Sie mit Ihren Kinder eine möglichst aktive Freizeit, bei der auch die Kreativität nicht zu kurz kommt!

Feiern und Urlaub können aber nur dann gelingen, wenn es auch im Alltag Gemeinsames gibt, wenn man „Übung“ im Umgang miteinander hat. Die ganze Familie sollte sich um einen lustvollen und befriedigenden Alltag für alle Mitglieder (auch für die Mutter!) bemühen. Am besten gelingt dass wenn man respekt- und liebevoll miteinander umgeht. Gemeinsame Mahlzeiten tragen viel zu einem guten Familienklima bei, auch wenn sie vielleicht nur am Wochenende möglich sind: Man sitzt gemütlich zusammen, genießt das Essen und Trinken und verbringt einfach Zeit miteinander. Ein sorgfältig gekochtes Essen und ein schön gedeckter Tisch heben die Stimmung und veranschaulichen Ihrem Kind, dass es etwas Besonderes ist, wenn die ganze Familie zusammen isst. Gleich bleibende Rituale, Gewohnheiten und Bräuche helfen Ihnen und Ihrem Kind, den Alltag zu gestalten. Für Konstantin gehört z.B. sein Baustellenbuch einfach zum Schlafengehen dazu, Astrid braucht ihr Gute-Morgen-Bussi, und Rupert nimmt seinen Teddybären zu jedem Arztbesuch mit. Ein regelmäßiger Tagesablauf gibt Ihrem Kind Sicherheit und Geborgenheit. Aber auch den Eltern geben gleich bleibende Strukturen eine gewisse Sicherheit und Hilfe. Jeden Tag etwas Neues erfinden zu müssen ist wesentlich anstrengender, als sich an Gewohntes und Erprobtes halten zu können. Überdenken Sie aber von Zeit zu Zeit Ihre „Alltagshilfen“, denn die Bedürfnisse Ihres Kindes ändern sich, z.B. im Zusammenhang mit dem Mittagsschlaf. Dann ist es an der Zeit, sich – gemeinsam mit Ihrem Kind – etwas Neues auszudenken.


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