Mittwoch, 08. Juli 2020

Liebe ein Leben lang

Ausgabe 2016.02
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In der Schmetterlingsphase ist die Welt rosarot und  der Himmel hängt voller Geigen. Aber es kann schwierig werden, eine Beziehung über Jahre hinweg am Leben zu erhalten. GESÜNDER LEBEN hat die besten Tipps für eine glückliche Partnerschaft.


Foto: pressmaster - canstock photo

Eine Beziehung ist kein Kinderspiel, sondern etwas, woran man aktiv arbeiten muss. „Liebe ist ein Prozess zwischen zwei Menschen, die sich dafür entschieden haben, ihr Bestes zu gegeben, damit es ihnen gemeinsam gut geht“, beschreibt der Wiener Beziehungscoach Dominik Borde (www.sozialdynamik.at). „Die Schmetterlinge bekommen zwar dank unserer Hormone am Anfang Nahrung mit auf den Weg, aber danach liegt es an uns, sie zu füttern.“ Er betont, dass es möglich ist, auch in einer langjährigen Beziehung wieder mehr Liebe in den Alltag zu integrieren. „Man muss nur dazu bereit sein!“

GESÜNDER LEBEN hat für Sie die 10 wichtigsten Liebestipps zusammengefasst, die dabei helfen, Geigen, Schmetterlinge und Regenbögen auch nach vielen Jahren wieder in die Beziehung zurückzuholen – und das nicht nur am Valentinstag.

Tipp 1
Leben und lieben heißt Veränderung
Jede Beziehung besteht aus Höhen und Tiefen, betont Borde: „Ewige Harmonie ist ein romantischer Mythos – das zu akzeptieren ist genauso wichtig wie die Tatsache, dass sich Menschen und Gefühle mit der Zeit verändern.“ In der Schmetterlingsphase werden wir von unseren Hormonen geleitet: Es ist vor allem die körperliche Anziehung, die Neugierde auf das Neue, das uns zum Gegenüber zieht, die Liebe stellt sich erst später ein: nämlich dann, wenn sich zwei Menschen bewusst dazu entschließen, den Weg gemeinsam zu gehen. Borde: „Dem gemeinsamen Leben samt Höhen und Tiefen und auch den Veränderungen des Partners zustimmen, gehört zu einer glücklichen Beziehung.“

Tipp 2
Die Liebe ist ein Ort des Gebens
Mit den Jahren richtet sich unser Blick tendenziell immer weniger auf den anderen, sondern darauf, was einem fehlt – anstatt darauf, was einem gefällt und der Beziehung gut- tut. „Grundlegend für eine glückliche Beziehung ist es, mehr darauf zu achten, was man gibt, anstatt darauf, was man bekommt.“ Fragen Sie sich doch mal: Wie kann ich dem anderen etwas Gutes tun? Glückliche Paare leben nach dem Motto: „Nichts macht mich glücklicher, nichts befriedigt mich mehr, als ihn oder sie glücklich zu machen!“ Ist man in einer Beziehung, um das zu bekommen, was man vom anderen erwartet, kann man auf Dauer nicht glücklich werden. Das hat nichts mit Selbstaufgabe zu tun –  jedoch mit Selbstreflexion: Was kann ich selbst besser machen, um der Beziehung wieder neues Leben einzuhauchen?

Tipp 3
Den Anfang zur Gegenwart machen
Erinnern Sie sich an die Schmetterlingsphase Ihrer Beziehung? Wie habe ich mich damals verhalten, was habe ich alles gemacht, um ihn oder sie glücklich zu machen? „In der Verliebtheitsphase machen wir allerlei Dinge automatisch“, erklärt Borde. „Zum Beispiel mit einem Lächeln den Raum betreten, über positive Dinge reden, den anderen zärtlich über die Schulter streichen. Wieso all das nicht auch viele Jahre danach beibehalten?“ Vergleichen Sie Ihr aktuelles Verhalten mit Ihrem damaligen Tun und fragen Sie sich: Würde ich mich mit meinem derzeitigen Verhalten in mich selbst verlieben? Erinnern Sie sich daran, was Sie damals beim Kennenlernen gefühlt haben, was den Partner so anziehend machte? Warum Sie der eine oder andere Makel damals nicht gestört hat? Seien Sie ehrlich zu sich selbst – und Ihrem Partner gegenüber großzügig.

Tipp 4
Zwei eigenständige Persönlichkeiten
Das, was man selbst will, deckt sich oft nicht mit den Interessen des Partners. „Jeder Mensch hat verschiedene Bedürfnisse!“, betont Borde. „Das Schwierigste im Leben ist es, gemeinsam mit einem anderen Menschen zu wachsen.“ Akzeptieren Sie daher Ihr Gegenüber in seinem Anderssein und lösen Sie sich von der berühmt-berüchtigten Imago: jenes überhöhte Selbstbild des Partners, welchem dieser in der Realität gar nicht entsprechen kann und in das wir viele Aspekte von uns selbst projizieren. Machen Sie sich stattdessen bewusst: Kennengelernt haben Sie einen Traumpartner – den Alltag teilen Sie sich nun mit dem realen Partner fürs ganze Leben.

Tipp 5
Der Ton macht die Musik
Eine positive Kommunikation ist das Um und Auf einer jeder funktionierenden Beziehung – dies ist aber gar nicht so einfach. Borde: „Hier gilt es, einige Regeln zu beachten: Sagen Sie lieber, was Sie möchten und was zu Ihrem Wohlbefinden beitragen würde, anstatt zu nörgeln. Seien Sie in den Gesprächen präsent und fokussiert, hören Sie wirklich zu und gehen Sie auf Ihr Gegenüber ein. Blockieren Sie Vorschläge nicht, sondern schlagen Sie andere Möglichkeiten vor. So eröffnen Sie das Gespräch, anstatt es von vornherein abzuwürgen.“ Formulieren Sie positiv und vermeiden Sie unbedingt sogenannte „Liebestests“: „Wenn du mich liebst, gehst du morgen mit mir tanzen.“ Der Partner versteht dies als Vorwurf und reagiert mit Abwehr, da er sich in die Enge getrieben fühlt. „Gute Kommunikation ist nicht das, was du sagst, sondern das, was beim anderen ankommt!“, gibt Borde zu bedenken. Ganz wichtig: Nicht jede Kleinigkeit muss ausdiskutiert werden! „Man kann eine Beziehung auch totreden.“

„Die Schmetterlinge bekommen zwar dank unserer Hormone am Anfang Nahrung mit auf den Weg, aber danach liegt es an uns, sie zu füttern.“

 

Übersicht zu diesem Artikel:
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