Sonntag, 31. Mai 2020

Sommer, Sonne, Windelwechsel

25. Januar 2012
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Freizeit allein mit dem Kind zu verbringen erlaubt Ihnen, sich aufeinander zu konzentrieren und zu genießen, was im Alltag manchmal zu kurz kommt.

Illustration: Carola Holland
„Puh, ich krieg keinen Bissen mehr hinunter“, stöhnt Ingrid und schiebt den Rest vom Tiramisu zu Manuela. Diese lacht: „Gut, dass wir nicht jeden Tag fünf Gänge vertilgen!“ Die beiden Freundinnen lassen ihren Thermenurlaub im Hotelrestaurant ausklingen. Auf dem Tisch steht zwischen leer gegessenen Tellern ein Babyphon. „Der Kleine weiß, wann wir einen Frauenabend brauchen, stimmt’s? Schon zwei Stunden ohne einen Mucks“, freut sich Manuela. „Wir haben auch wirklich viel mit ihm unternommen, er muss ja müde sein. Danke, dass du dich so lieb mit ihm beschäftigt hast, während ich in der Sauna war“, antwortet Ingrid, „Ich fürchte, ab jetzt musst du immer mitfahren!“ „Jederzeit“, lacht Manuela, die keine Kinder hat und die Abwechslung genießt.

Als Alleinerziehende(r) haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihren Urlaub erholsam zu gestalten. Ingrid hat ihre beste Freundin gefragt, ob sie Lust auf ein Thermenwochenende mit Baby hat. Eine andere Idee hatte Thomas für die Ferien mit seinen beiden Schulkindern (7 und 12 Jahre): Er hat die Prospekte der Reisebüros nach „Single-mit- Kind“-Angeboten durchforstet und die Kinder bei der Auswahl mitreden lassen. Wichtig war ihnen Abwechslung, eine komfortable Unterkunft (nach dem Zelten im letzten Jahr) und Bademöglichkeiten in der Nähe. Gelandet sind die drei in einem Hotel, das tagsüber nach Alter gestaffelte Kinderbetreuung anbietet. Jeden Abend wird der folgende Tag geplant: einmal mit gemeinsamen Ausflügen, und einmal mit Teilnahme am Kinderprogramm und freier Zeit für Papa.

Wieder anders macht es Isabella mit ihren Zwillingen. Sie fährt einmal im Jahr mit den Kindern weg und nimmt sich bewusst Zeit für sie. Den Urlaubsort sucht sie nach den Kriterien „kurze Anreise und ähnliches Klima“ aus. „Bücher nehme ich mir gar nicht mehr mit, ich komme ja doch nicht zum Lesen“, erzählt sie. Das macht ihr aber nichts, denn auf den gemeinsamen Urlaub folgt immer eine Woche, in der die lebhaften Zwillinge mit ihrem Vater Zelten gehen. „Das ist Isabella-Zeit pur. Natürlich fehlen mir die Kinder, aber es könnte ihnen doch nicht besser gehen. Und mir auch nicht.“

Wenn Sie es ähnlich machen wie Isabella: Trauen Sie dem anderen Elternteil zu, den Urlaub gut zu gestalten. Selbst wenn manches anders läuft als zu Hause: Für Kinder sind diese Unterschiede eine Bereicherung. Rascher als Sie denken wird danach die Umstellung auf die Regeln daheim funktionieren. Das Schönste, was Sie Ihrem Kind ins Reisegepäck stecken können, ist, seine Freude auf den Urlaub zu teilen.

Tipps
  • Achten Sie im Alltag auf unverplante Freizeit für sich persönlich, auch wenn es noch so wenig ist.
  • Kinder brauchen unverplante Zeit zum Spielen oder einfach zum Nichtstun. Auch Langeweile ist Luxus!
  • Nehmen Sie die vertraute Kinderbetreuung auch für Ihre Freiräume in Anspruch und nicht nur, während Sie arbeiten.
  • Achten Sie bei der Urlaubsplanung darauf, dass Erholung für Sie und Ihr Kind/ Ihre Kinder möglich ist.
  • Gönnen Sie Ihrem Kind schöne Urlaubstage mit dem getrennt lebenden Elternteil, und nützen Sie diese freie Zeit.
  • Betonen Sie Ihre Zuversicht und Ihr Vertrauen, dass das Kind mit dem anderen Elternteil eine schöne Zeit haben wird und dass Sie den beiden die gemeinsamen Erlebnisse ehrlich gönnen.
  • Denken Sie bei Fernreisen rechtzeitig an gesundheitliche Vorsorge, Pass und eventuelle Besonderheiten.

Checkliste
Spiele für überall
Einige Spiele können überall (auf Autofahrten, beim Warten, usw.) ohne Vorbereitung und Material gespielt werden.
  • Ja oder Nein
    Ein Mitspieler denkt an einen Menschen oder eine Sache. Die anderen stellen reihum Fragen, die mit Ja oder Nein zu beantworten sind. Z.B. „Kann man es essen?“ „Haben wir eines daheim?“ ... Wer schließlich errät, woran der erste gedacht hat, ist als nächster dran.
  • Stille Post
    Der erste Mitspieler flüstert dem zweiten einen Satz ins Ohr, dieser flüstert ihn dem nächsten zu, und so weiter. Der letzte sagt laut, was er verstanden hat. Dieses Spiel ist natürlich umso lustiger, je mehr Personen mitspielen und je länger die Sätze sind.
  • Satz bauen
    Der erste Mitspieler sagt ein Wort, das am Satzbeginn stehen kann, z.B. „Gestern“. Dann geht es reihum, und jeder fügt ein Wort hinzu. Es entstehen lustige lange Schachtelsätze oder ganze Geschichten.
  • Namen-ABC
    Allein oder zu zweit: Die Aufgabe ist, für jeden Buchstaben im Alphabet einen Vornamen zu finden. Schwieriger wird es, wenn es nur Mädchen- oder Bubennamen sein dürfen.
  • Fingersprache
    Jeden Buchstaben kann man mit den Fingern darstellen, das ist auch eine tolle Geheimsprache. Durch Übung wird man immer schneller!

Übersicht zu diesem Artikel:
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