Mittwoch, 20. November 2019

Was steckt hinter Raucherhusten?

Ausgabe 10/2009
Sie rauchen selbst, Ihr Partner, Ihre Kollegen oder Freunde rauchen? Dann kennen Sie wahrscheinlich diesen hartnäckigen Dauerhusten, der oft zum (rauchenden) Alltag gehört. Unsere drei Spezialisten erklären, was dahinter stecken kann, wie diese Erkrankung behandelt wird, und geben Tipps, wie Sie sich vom Glimmstängel lossagen können.

Foto:Olly - fotolia.com
Ich huste seit Wochen – was soll ich tun?
Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Studnicka
Lungenfacharzt in Salzburg

Sie sollten dringend einen Lungenfacharzt aufsuchen, wenn Sie länger als sechs Wochen an Dauerhusten leiden – egal, ob Sie Raucher sind oder nicht. Jeder Dauerhusten gehört abgeklärt, denn Husten ist oft das erste Zeichen einer zugrundeliegenden Erkrankung und nicht „nur“ eine Folge des Rauchens. Die Erstuntersuchung beim Lungenfacharzt ist ganz unkompliziert und schmerzlos, Sie müssen nur rasch und intensiv in ein Rohr blasen. Mit diesem Lungenfunktionstest können wir eine Reihe von Erkrankungen feststellen, etwa eine sogenannte COPD („chronisch- obstruktive Lungenkrankheit“), eine häufige Erkrankung infolge des Rauchens. Bei einer COPD kommt es zu einem sehr langsamen fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion, was letztlich Ihre Leistungsfähigkeit einschränken kann. Sie merken das beispielsweise, wenn Sie mit gleichaltrigen Freunden spazieren gehen und häufige Pausen einlegen müssen, weil Sie keine Luft mehr bekommen.


Mein Arzt sagt, ich habe COPD – was heißt das?
Prim. Dr. Alfred Lichtenschopf
Spezialist für Rehabilitation, Sonderkrankenanstalt- Rehabilitationszentrum Weyer, OÖ

Für alle Raucher, die eine COPD („chronisch- obstruktive Lungenkrankheit“) haben, ist die wichtigste Maßnahme die Raucherentwöhnung. Damit können Sie den Funktionsverlust der Lunge stoppen! Es gibt heute auch wirksame Medikamente, die die Atemnot gut bekämpfen können. Die dritte, oft unterschätzte Säule ist die Trainingstherapie. Denn durch die zunehmende Atemnot bei COPD schränken die Betroffenen ihre Aktivitäten immer mehr ein, sodass unverhältnismäßig viel an Muskelkraft verloren geht. COPD-Patienten lernen, wie sie trotz ihrer Atemnot wirksam die Muskulatur wieder in Schwung bringen können. Mit dieser gezielten Trainingstherapie für Arm- und Beinmuskulatur, fallweise auch der Atemmuskulatur, können Leistungsfähigkeit und Lebensqualität wieder deutlich verbessert werden. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann sogar die ursprüngliche Leistungsfähigkeit wieder erreicht werden.


Ich will mit dem Rauchen aufhören – ist das schwer?
Univ.-Doz. Dr. Ernest Groman
vom Nikotininstitut in Wien

Es ist nicht immer einfach, mit dem Rauchen aufzuhören, und es gibt auch keine Wunderformel, die den Erfolg herbeizaubert. Aber Sie können es schaffen! Überlegen Sie sich, wann Sie aufhören wollen. Wir wissen etwa aus Erfahrung, dass es knapp vor dem Urlaub schwieriger ist. Denn im Wirthaus nach einem guten Vierterl Wein fällt es schwerer, nicht mit allen mitzurauchen. Eine Raucherentwöhnung während des normalen Alltags führt eher zum Erfolg. Vielen Rauchern schmecken ohnehin nur die ersten Zigaretten, und das Rauchverlangen nervt. Das ist ein weiterer guter Grund, ans Aufhören zu denken. Und bedenken Sie: Die ersten Tage sind die schwersten, aber danach wird es besser: Bereits nach zwei bis drei Wochen ohne Zigarette nimmt das Rauchverlangen deutlich ab. Nach etwa drei Monaten haben Sie es schon fast geschafft. Moderne Entwöhnungsprogramme und Medikamente können in dieser Zeit dazu beitragen, das Verlangen nach der Zigarette zu reduzieren.

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information