Freitag, 13. Dezember 2019

Umgang mit Sexualität und Internet in der Familie

26. Januar 2012
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Viele Eltern sind verunsichert:


  • Was kann ich tun, um mein Kind vor unangenehmen Erlebnissen zu schützen?
  • Wie soll ich reagieren, wenn mein Sohn/meine Tochter immer wieder eine stark sexualisierte Sprache benutzt?
  • Wie kann ich mögliche negative Konsequenzen durch Pornos verhindern?
  • In welcher Weise kann ich mein Kind präventiv unterstützen?

Hinter provokanten Aussagen von Jugendlichen stecken meist offene Fragen
Auch wenn Jugendliche mit ihren Eltern ab einem gewissen Alter nicht mehr direkt über Sexualität reden, bleibt sie in der Kommunikation zwischen Kind und Eltern dennoch ein Thema – jedoch nur indirekt: Jugendliche „codieren“ ihre Aussagen und Fragen zum Thema Sex. Codierte Aussagen von Jugendlichen können provokant, ärgerlich, demütigend oder grenzüberschreitend wirken. Sexuell abwertende Bemerkungen über Frauen und Männer oder das Thema Sexualität lächerlich zu machen,sind Verhaltensweisen, die im Alltag zwischen Jugendlichen und Eltern zu Konflikten führen können. Oft ist dieses als sexualisiert wahrgenommene Verhalten aber Hinweis darauf, wie sehr das Thema Sexualität präsent und gleichzeitig verunsichernd ist. Hinter provokanten Aussagen stehen oft Fragen wie z.B.:
  • Stimmt das, was ich bereits gesehen oder gehört habe?
  • Welche Erwartungen gibt es an mich und wie kann ich ihnen gerecht werden?
  • Was ist „Sex“ eigentlich?

Tipps für den Erziehungsalltag
  • Holen Sie sich selbst Informationen zum Thema Sexualerziehung.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Informationsquellen zum Thema Sexualität im Internet empfehlenswert sind. Bieten Sie Ihrem Kind auch altersadäquate Informationsmöglichkeiten außerhalb des Internets an, wie z.B. Broschüren oder Bücher.
  • Fördern Sie die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung Ihres Kindes.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind im Alltag bei der Wahrnehmung eigener Gefühle, indem Sie interessiert nachfragen.
  • Fördern Sie – wenn möglich – das Körperbewusstsein Ihres Kindes durch z.B. Sport, Tanzworkshops, Rauf- und Knuddelspiele etc.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, einen kritischen Umgang mit Medien zu entwickeln. Dazu gehört auch das Hinterfragen von im Internet gefundenen Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt und die Unterscheidungsfähigkeit zwischen pornografischen Darstellungen und realer Sexualität.
  • Machen Sie deutlich, welche Familienregeln in Bezug auf die Nutzung unterschiedlicher Internetseiten bestehen.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind mögliche Fallen bei der Nutzung des Internets und vereinbaren Sie konkrete Verhaltensregeln in Bezug auf Soziale Netzwerke, Chats, die Webcam etc. Weitere Tipps dazu finden Sie unter: www.saferinternet.at/tipps/fuer-eltern/.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, Sie rechtzeitig zu informieren, wenn es unangenehme Situationen im Internet erlebt – auch dann, wenn diese möglicherweise als peinlich empfunden werden. Drohen Sie nicht mit Strafen oder Verboten, sonst verlieren Sie Ihre Rolle als Ansprechperson.
  • Machen Sie rechtliche Rahmenbedingungen deutlich. So kann beispielsweise das Weitersenden von pornografischen Videos an andere Jugendliche rechtliche Konsequenzen haben. Gleiches gilt für die Veröffentlichung intimer Aufnahmen der Freundin/des Freundes. Sind die Abgebildeten minderjährig, können die Aufnahmen sogar unter die Strafbestimmungen gegen Kinderpornografie fallen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Umgang mit Sexualität und Internet in der Familie
Seite 2 Pornoseiten
Seite 3 Filter und technische Hilfsmittel am Familiencomputer


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