Samstag, 07. Dezember 2019

Suchtprävention in der Familie: Akzeptanz und Vertrauen als wichtige Schutzfaktoren

05. Juli 2011

Jugendliche befinden sich in einer Lebensphase, in der sie sich schnell entwickeln. Auf dem Weg ins Erwachsensein haben sie eine Reihe von Aufgaben zu bewältigen.


Foto: flickr.com - rolands.lakis

Sie sind in dieser Entwicklungsphase gefordert,

  • sich schrittweise von den Eltern zu lösen und ihr eigenes Wertesystem aufzubauen,
  • Freundschaften und Zugehörigkeiten zu Gleichaltrigen (Cliquen, Peers) für ihre Identitätsfindung zu entwickeln und zu nutzen,
  • ihre körperliche Veränderung zu akzeptieren und mit der Entwicklung ihrer Sexualität und den ersten sexuellen Kontakten zurechtzukommen,
  • ihre eigenen Zukunftsvorstellungen zu entwickeln und ihre Schul- und Berufskarriere zu planen und umzusetzen,
  • über sich selbst Bescheid zu wissen, eigene Kräfte, Fähigkeiten und Grenzen einschätzen zu lernen,
  • ein eigenes Risikobewusstsein und eine verantwortungsbewusste Haltung zu Alkohol oder anderen Suchtmitteln zu entwickeln.

 

Durch die Vielzahl der Entwicklungsaufgaben kann bei Jugendlichen Stress und Überforderung eintreten. Alkohol oder Drogen können als „Hilfsmittel“ erscheinen, die bei der Bewältigung dieses „Stresses“ vermeintlich helfen und Entlastung verschaffen sollen. Suchtvorbeugung bedeutet hier für Eltern und erwachsene Bezugspersonen, Jugendliche darin zu fördern, die an sie gestellten Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Der emotionale Rückhalt, Akzeptanz und gegenseitiges Vertrauen in der Familie zählen zu den wichtigsten Schutzfaktoren gegen Suchtentwicklung.

Wenn die Sorge besteht, ob die Tochter oder der Sohn suchtgefährdet ist, ist zu bedenken: Nicht jedes Probierverhalten führt zwangsläufig zur Sucht. Eine Suchtentwicklung resultiert aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren und findet in der Regel über einen längeren Zeitraum statt.

Panik oder überstürzte Reaktionen, Verbote, Vorwürfe oder Drohungen bei vermuteter Suchtgefährdung können sich kontraproduktiv auf die Beziehungsqualität auswirken. Beratungsstellen helfen in der schwierigen Situation weiter.

Weitere Informationen für Eltern finden sich in dem Handbuch für Eltern „Wie schütze ich mein Kind vor Sucht“. Bestellung unter www.drogenhilfe.at.

 

Quelle: wienXtra, www.jugendinfowien.at



Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information