Montag, 09. Dezember 2019

Das Kind wird gehen, die Liebe bleibt - Veränderungen

24. Januar 2012
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Sprechen Sie Veränderungen, die Sie bei Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin bemerken, offen an. Vielleicht steckt etwas ganz anderes dahinter als Sie annehmen. Reden Sie miteinander. Fragen Sie, wie sich der/die andere fühlt. Als Erwachsene haben Sie es in der Hand, mit Geduld und Verständnis aufeinander zuzugehen. Jeder muss sich ernst genommen und fair behandelt fühlen. Auch Ängste und Unsicherheiten sollten zwischen Ihnen zur Sprache kommen.

Lassen Sie Ihre Welten nicht auseinanderdriften. Naturgemäß bringen Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit unterschiedliche Erlebnisse mit sich. Daraus kann sich ein interessanter Austausch ergeben. Voraussetzung ist, dass Sie wenigstens ab und zu ungestörte Zeit miteinander verbringen.

Trennen Sie Elternschaft und Partnerschaft und geben Sie beidem Raum und Zeit. Gemeinsam ein Kind aufzuziehen ist die Quelle vieler Glückserlebnisse. Sie sollten diese Zeit genießen, weil Sie vorübergeht. Die Basis für die Liebesbeziehung, die Sie danach haben werden, legen Sie jetzt!

Tipps
  • Sprechen Sie sich weiterhin mit dem Vornamen an und nicht mit Mama und Papa.
  • Nehmen Sie sich immer wieder Zeit für den Partner/die Partnerin – auch wenn es täglich nur ein paar Minuten miteinander sind.
  • Unterhalten Sie sich, aber nicht nur über Probleme. Hören Sie einander zu – das schafft immer wieder aufs Neue Vertrauen.
  • Nehmen Sie Anteil am Leben Ihres Partners/Ihrer Partnerin. Gegenseitige Aufmerksamkeit macht die Beziehung lebendig und festigt sie.
  • Erstellen Sie einen Plan für den Alltag: Welche Arbeiten können wir gemeinsam machen? Wo kann der Vater die Mutter entlasten? Was muss getan werden, wie lange dauert es, und wie teilen wir die Verpflichtungen sinnvoll auf?
  • Geben Sie sich gegenseitig ab und zu „frei“, so dass jeder auch einmal alleine weggehen kann, oder engagieren Sie einen Babysitter und gehen Sie gemeinsam aus.
  • Verhindern Sie Machtkämpfe. Für Sieger und Verlierer ist in einer Partnerschaft kein Platz.
  • Schreiben Sie wieder einmal einen Liebesbrief oder eine SMS. Beginnen Sie z.B. mit: „Was ich Dir gerade jetzt sagen möchte …“
  • Benutzen Sie niemals Liebesentzug als Strafe oder als Gesprächsersatz.
  • Leistungsdruck oder Stress haben bei der körperlichen Liebe grundsätzlich nichts verloren: Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, dass alles für immer so klappen muss wie früher.
  • Reden Sie darüber, wie Sie beide die Geburt erlebt haben. Falls die Geburt traumatisch erlebt wurde, kann das eine Abneigung gegen Sex auslösen. Und zwar auch beim Mann, der seine Frau leiden sehen musste. Wenn Reden allein nicht hilft, scheuen Sie sich nicht, rechtzeitig ärztliche oder psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie schützen damit Ihre Beziehung vor zukünftigen Belastungen.

Wir, das Alter und der Sex
Jedes Paar kennt das: Am Anfang ergeben sich Zeit und Raum für Zärtlichkeit und Sexualität ganz von selbst. Wird die Beziehung dann dauerhaft, gibt es oft (scheinbar) Wichtigeres zu erledigen, man verschiebt Zweisamkeit auf später. Intimität geht verloren. Wer noch keine Rituale fürs gemeinsame Genießen eingeführt hat, sollte es an diesem Punkt rasch nachholen. Durch regelmäßige Zweisamkeit wird das Fundament der Partnerschaft stark und widerstandsfähig.

Es übersteht dann auch Phasen mit weniger sexuellem Kontakt, die sich aus den verschiedensten Gründen ergeben. Auswirkungen aufs Liebesleben haben natürlich körperliche Veränderungen (Krankheiten, Schmerzen), die das zunehmende Alter mit sich bringen kann. Daneben sind Ängste und Stress Lustkiller – genauso wie bei Jüngeren. Viele Probleme, die den Spaß an der Sexualität nehmen, lassen sich durch medizinische Hilfe beheben. Voraussetzung ist, dass man darüber spricht.


Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Das Kind wird gehen, die Liebe bleibt
Seite 2 Veränderungen
Seite 3 Aus der Praxis


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