Mittwoch, 27. Januar 2021

Angst vor der Schule

01. September 2011
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Wer kann schon von sich behaupten, noch nie Angst verspürt zu haben? Es gibt Ängste, die unvermeidbar und auch nützlich sind. Angst, die sich auf eine reale Gefahr bezieht oder auftritt, wenn neue, ungewöhnliche Schwierigkeiten zu bewältigen sind, bezeichnen wir als Realangst. Sie gehört zum normalen Erleben und soll den Menschen durch Mobilisierung von zusätzlichen Kräften vor eventuellen Schädigungen schützen. Kann eine reale Angstsituation bewältigt werden, stellt sich neben dem psychischen Gleichgewicht in der Regel auch eine gewisse Genugtuung und Selbstsicherheit ein schließlich hat man es doch geschafft!

Foto: flickr.com - Elizabeth Albert
Es gibt aber auch Ängste, die im Grunde unnötig wären. Sie werden bereits in Kindern erzeugt und gefördert. Leider führen einige Erziehungsmaßnahmen nicht nur zu gehorsamem, disziplinierten Verhalten der Kinder, sie erzeugen auch Unsicherheit und Angst. Angst, die sich nicht direkt auf eine Gefahr bezieht, ist irreal. Sie hat je nach ihrem Ausmaß und ihrer Ursache einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes. Übermäßige Angst kann z.B. zu scheinbarer Dummheit führen, weil sie das Kind daran hindert, Vertrauen und Neugierde seiner Umwelt gegenüber zu entwickeln sowie initiativ und selbständig zu werden. Es wird in seinem Verhalten, seiner Intelligenzentwicklung, seinen sozialen Beziehungen aber auch seiner Leistungsfähigkeit gehemmt und entwickelt Symptome.

Wie es einem „Angsthasen“ gehen kann
Es scheint, dass manche Kinder angstanfälliger als andere sind. Sie sind in ihrem ganzen Verhalten meist vorsichtiger und gehen scheinbar kein unnötiges Risiko ein. In einer neuen Umgebung fühlen sie sich unsicher, meist brauchen sie etwas länger, bis sie aus sich herausgehen. Zum Problem wird diese Eigenschaft aber erst, wenn ungünstige Umwelteinflüsse diese persönliche Eigenart des Kindes noch verstärken. Entmutigende Kritik, Strafe, übertriebene Vorsicht und Überbehütung seitens der Eltern oder anderer Bezugspersonen verfestigen ängstliches Verhalten beim Kind. Die Angst kann dann auch zu körperlichen Symptomen führen. Der Volksmund kennt solche Zusammenhänge und benennt sie auch treffend: „Man kann sich vor Angst in die Hose machen, das Herz rutscht einem vor Angst in die Hose oder es bleibt einem vor Angst der Atem weg“ usw. Zu den körperlichen Symptomen der Angst zählen unter anderem Herzklopfen, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schlafstörungen.

Ursachen der Schulangst:
  • Fehleinschätzung in Bezug auf die Fähigkeiten des Kindes und übertriebener Leistungsdruck seitens der Eltern
  • Konzentrations- und Lernstörungen, die teils mit Stress und anderen seelischen Ursachen zusammenhängen
  • soziale Konflikte in der Klasse mit anderen Schülern und/oder der Lehrkraft
  • Strukturen der Schule oder des Unterrichtes

Die Bildungserwartungen und -ansprüche in unserer Gesellschaft steigen ständig. Daraus resultiert, dass auch Eltern das Leistungsverhalten ihrer Kinder wichtig ist. Die Schule nimmt somit einen hohen Stellenwert im Familienalltag ein und prägt die innerfamiliären Beziehungen. In Familien mit Kindern zwischen sechs und (mindestens) 15 Jahren zählt die Schule zu dem wichtigsten Bereich neben der Berufs- und Arbeitswelt und dem oft schon spärlich gewordenen Freizeitvergnügen.

Schulbedingte Konflikte im Elternhaus entzünden sich zunächst sehr häufig an den Hausaufgaben und später bei den Resultaten von Leistungsüberprüfungen. „Wir haben einen Einser bekommen“, verkündet die stolze Mutter vor dem Schultor und sie drückt damit ihre starke emotionale Beteiligung am Erfolg ihres Schützlings aus. Was würde sie sagen, wenn ein „Befriedigend“ oder vielleicht ein „Genügend“ oder gar ein „Nicht Genügend“ unter dem Test stünde?


Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Angst vor der Schule
Seite 2 Angst macht Leistungsprobleme
Seite 3 Hilfen bei Schulangst


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