Dienstag, 01. Dezember 2020

Gesund durch die Schwangerschaft

Ausgabe 10.2015
Seite 1 von 2

Eine Schwangerschaft bedeutet auch, dass man im Falle einer ansonsten harmlosen Erkrankung vor völlig neuen Herausforderungen steht. gesünder leben zeigt, worauf Sie bei einer Arzneimitteleinnahme achten müssen.


Foto: Stock Photo Inc. - Lopolo

Das oberste Prinzip bei einer Erkrankung in der Schwangerschaft lautet: Jegliche Form der medikamentösen Behandlung darf ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Grundsätzlich gilt, dass Schwangere nur mit Medikamenten behandelt werden sollten, die bereits seit vielen Jahren verschrieben werden und für den Embryo unbedenklich sind. Die Einnahme gut erprobter Mittel bei Asthma, Allergien oder bakteriellen Infekten gilt auch in der Schwangerschaft als relativ unproblematisch. Bleibt etwa eine bakterielle Infektion unbehandelt, dann besteht Gefahr für Mutter und Kind. Zur Vorsicht mahnt Dr. Stefan Zawodsky, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, bei der Einnahme eines Antibiotikums. Er selbst würde Antibiotika nur bei strenger Indikation und angesichts eines entsprechenden Laborbeweises verordnen. Wenn zum Zeitpunkt des Kinderwunsches bei der Frau bereits eine Dauermedikation notwendig ist, sollte die Medikation bereits vor der Schwangerschaft auf ihre Verträglichkeit für den Embryo überprüft werden. Die Risiken der Arzneimitteleinnahme variieren auch nach dem Stadium der Schwangerschaft. Während einige Medikamente vor allem in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen vermieden werden sollten, gibt es auch Präparate, die besonders in der Spätschwangerschaft bedenklich sind. Die Medizin geht davon aus, dass Schädigungen durch externe Einflüsse (z. B. Medikamenteneinnahme) erst ab der fünften Schwangerschaftswoche zu bleibenden Schäden des Kindes führen können. Unumstritten ist in jedem Fall, dass das erste Trimenon besonders heikel ist. „In diesem Schwangerschaftsdrittel werden die kindlichen Organe entwickelt und es besteht die höchste Fehlbildungsgefahr“, warnt Zawodsky.

Schwanger und krank: Was tun?

Welche Medikamente sind in der Schwangerschaft zu empfehlen? Und welche nicht?

schwan

Schmerzen – was tun? Das Schwangerschaftsstadium ist auch bei der Einnahme von Schmerzmitteln entscheidend. Zawodsky empfiehlt bei der Behandlung viraler Erkrankungen mit Fieber zunächst die Einnahme von Ibuprofen. Ab der 32. Schwangerschaftswoche darf Ibuprofen jedoch nicht mehr verordnet werden, da das kindliche Herz sonst Schaden nehmen könnte. Der Gynäkologe rät daher beim Auftreten starker Schmerzen ab der 32. Schwangerschaftswoche zur Einnahme von Paracetamol-Präparaten. Gleichzeitig warnt er jedoch vor dem Einsatz dieses Schmerzmittels in einem früheren Stadium der Schwangerschaft, da das möglicherweise zu Autismus führen kann. Bei Kopfschmerzen empfiehlt der Mediziner je nach Schwangerschaftswoche die Einnahme von 500 mg Paracetamol oder 600 mg Ibuprofen, allerdings nur dann, wenn die werdende Mutter keinen erhöhten Blutdruck aufweist. Von der Einnahme anderer Schmerzmittel rät der Experte ausdrücklich ab. Leiden schwangere Frauen an Kopfschmerzen, dann können sie in manchen Fällen auch auf unkonventionellere Art und Weise Linderung herbeiführen: „Ich empfehle, ein bis zwei Tassen Espresso und einen Liter Wasser zu trinken“, so der Facharzt. Im Hinblick auf die Einnahme von Vitaminpräparaten ist eine fachärztliche Beratung unabdingbar. In jedem Falle sollte eine Überdosierung fettlöslicher Vitamine, also vor allem Vitamin A, D und E, vermieden werden. Auch die Einnahme von Mineralstoffen (z. B. Eisen, Zink) sollte nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Empfehlenswert ist jedoch eine zusätzliche Einnahme von Folsäure. Diese erhöhte Zufuhr von Folsäure soll möglichen Neuralohrdefekten (Spina bifida) entsprechend vorbeugen.

Mythen und Irrglauben. Entgegen der weitverbreiteten Annahme, dass werdende Mütter besonders krankheitsanfällig wären, sind gerade Schwangere im Regelfall sehr robust. „Die Krankheitsanfälligkeit der Mutter steigt meist erst an, wenn der Nachwuchs auf der Welt ist“, schmunzelt Löschberger. Das liegt häufig daran, dass frischgebackene Mütter vom Stillen erschöpft sind und an Schlafmangel leiden. Die Pharmazeutin betont einmal mehr, dass ausreichend Schlaf und viel Bewegung an der frischen Luft die eigene Widerstandsfähigkeit enorm steigern können. Eine Übersicht und Informationen zur Verträglichkeit der wichtigsten Medikamente bei häufig vorkommenden Krankheiten finden werdende Mütter unter www.embryotox.de.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Gesund durch die Schwangerschaft
Seite 2 Interview

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2020-11 130x173Aktuelles Heft 11-12/2020

Die nächste Ausgabe erscheint am 05. Februrar 2021

 

Unsere Ausgabe 10/2020 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Lachen Sie gerne?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information