Freitag, 22. Februar 2019

Erfolgreich bewerben

Ausgabe 10/2010
Eine gute Ausstrahlung ist wie ein Türöffner – etwa zum neuen Job. Wie man gut ankommt, weiß niemand besser als Professor Samy Molcho.

Foto: Samy Molcho - Peter M. Mayr, 2010
Selbst wenn Sie alle Anforderungen bis ins Kleinste erfüllen: Bekommen werden Sie den Job nur dann, wenn Sie möglichst viele Sympathiepunkte sammeln. Die neue Firma, der neue Chef, die neuen Kollegen müssen ja schließlich mit Ihnen „können“. Die Ausstrahlung ist also entscheidend. Und die wiederum hat viel mit Körpersprache zu tun, wird also zum Gutteil von der nonverbalen Ebene bestimmt. Noch bevor Sie den Mund aufmachen, ist Ihr Körper bereits fleißig am Kommunizieren.

Offenheit & Selbstbewusstsein
Natürliche Souveränität zeigt sich laut Samy Molcho, dem Experten in Sachen nonverbale Kommunikation, durch einen sicheren Bodenkontakt und fließende, lockere, aber nicht lasche Bewegungen. „Ohne anderen Raum streitig zu machen, wird ruhig und selbstbewusst Raum in Anspruch genommen.“ Hört sich gut an, aber was, wenn das eigene Selbstwertgefühl nun einmal eher gering ist und man mit seiner Körpersprache – Molcho bezeichnet sie nicht umsonst als „den größten Schwätzer auf der Welt“ – genau das ausstrahlt? „Gewöhne ich mich bewusst an offene Bewegungen, gewinne ich eine größere Freiheit des Denkens“, sagt Molcho. „Denn unsere Körpersprache wirkt auf unser Denken zurück. Offenheit lässt sich also trainieren, und die Erfolge sind überraschend schnell zu verbuchen.“

Kunst ohne Worte
Professor Samy Molcho ist einer der weltweit bekanntesten Pantomimen, er hat sich aber auch als Regisseur, Autor und Trainer für Köpersprache einen Namen gemacht.
Tipp: DVD-ROM „Samy Molcho: Mit Körpersprache zum Erfolg 3:0“ (USM Verlag 2009). Die erste interaktive Live-Aufzeichnung eines Samy-Molcho-Seminars soll den Umgang mit Körpersprache im persönlichen und beruflichen Miteinander schulen. Eine Übersicht aller Seminartermine und Veröffentlichungen findet sich auf der offiziellen  Homepage: www.samy-molcho.at

Vorteilhaftes Auftreten
Molcho entlarvt zehn häufige Mimik- und Haltungsfehler, die etwa in einem Vorstellungsgespräch eher zu vermeiden sind, und zeigt umgekehrt auf, wie Sie sich gewinnbringend in Szene setzen können. Denn für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

1 Schwacher Händedruck: „Wirkt unsympathisch, weil er das Gefühl vermittelt, man fasst etwas Lebloses an“, erklärt Molcho. Viele Personalchefs diagnostizieren in diesem Fall Passivität und Charakterschwäche. Schweißhände werden da viel eher verziehen.

2 Stillsitzen. Sie können gerne öfter die Position verändern, schließlich sind Sie keine Wachsfigur. Außerdem erleichtert das Umsetzen das Nachdenken, spricht obendrein für Flexibilität und Offenheit und unterstreicht einen Themenwechsel.

3 Platzsparendes An-der-Kante-Sitzen: Auch wenn manche Frauen nur deshalb nicht die ganze Sitzfläche einnehmen, damit die Oberschenkel schlanker scheinen, ist diese Position ungünstig. „Sie signalisiert: Ich bleibe nicht lange“, so Molcho.

4 Lächeln um jeden Preis. „Ein falsches Lächeln wirkt oft erstarrt“, weiß Molcho. Der Grund: Die Augen bleiben davon unberührt. Alternative: Neigen Sie Ihren Kopf leicht zur Seite, dadurch entsteht ein lockerer, freundlicher Gesichtsausdruck. Molcho: „Das Auge tut sich dann schwer, streng zu blicken, und auch die Stimme klingt weicher.“

5 Ständiger Blickkontakt: Eine „Starr-Attacke“ ist ebenso daneben wie das Gegenüber gar nicht anzusehen. Als natürlich und angenehm werden drei Minuten kontinuierliches Ansehen empfunden. Zum Nachdenken darf der Blick gerne abschweifen.

6 Hochgezogene Schultern. Ihr Gegenüber sieht Ihnen auf den ersten Blick an, wie unwohl Sie sich fühlen. Lockern Sie bewusst die Schultern, dadurch steigt auch die Gelassenheit.

7 Fleißig den Zeigefinger einsetzen. Bewerber signalisieren damit Besserwisserei. Regelrechte Aggressivität verrät die Geste der „Pistole“, bei der die Hände ineinander verschränkt und die Zeigefinger und Daumen gestreckt werden. Prinzipiell wirkt jede Handhaltung, die bildlich gesprochen „nicht nehmen kann“, negativ.

8 Die Hände gehören unter den Tisch. Es ist nur natürlich, beim Reden zu gestikulieren. Alles andere weist auf Angst und Unsicherheit beim Handeln hin. Legt man die Hände zwischendurch auf den Schreibtisch des Gegenübers, sollte die Tischmitte nicht überschritten werden. Sie riskieren sonst eine Territorialverletzung!

9 Beine übereinanderschlagen. Wer nervös ist, sorgt beim Sitzen besser für maximalen Bodenkontakt. Das erdet. Dabei aber weder zu breitbeinig dasitzen noch die Beine aneinanderpressen. Das eine wirkt übertrieben lässig, das andere einen Deut zu brav. Beim Übereinanderschlagen der Beine darf erstens die Fußspitze nicht zwischen die Beine des anderen gerichtet sein. „Das wird instinktiv als Bedrohung empfunden.“ Zweitens: nicht die Fußsohle zeigen. „Das wirkt provozierend.“

10 Ein Pokerface aufsetzen. Egal, ob Sie einen coolen Eindruck machen, möglichst faltenfrei erscheinen oder einfach nur „schön schauen“ wollen: Wer eine rege Mimik hat, sollte sie nicht unterdrücken. Denn diese ist ein großer Sympathiefaktor und verleiht Ihren Worten Nachdruck. Hochgezogene Augenbrauen wiederum signalisieren, dass Sie Ihrem Gesprächspartner gebannt folgen. Molcho: „Den Unbeweglichen gegenüber entstehen Aggressionen.“

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