Mittwoch, 20. Februar 2019

Echt sympathisch!

Ausgabe 2016.06/07

Ein guter Eindruck hängt nicht von Aussehen, Intelligenz oder Talenten ab. gesünder leben verrät das Geheimnis der Sympathie.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - racorn

Es gibt Menschen, die sind einem auf Anhieb sympathisch. Egal was sie sagen: Man hört ihnen gerne zu, kann ihnen nichts übel nehmen, man mag sie einfach. Am anderen Ende der Skala liegen die Kotzbrocken, die mag keiner. Aber dazwischen liegt eine breite Grauzone. „Heute weiß man: Sympathie und Anziehungskraft sind keineswegs Zufälle – sie lassen sich zu einem Gutteil beeinflussen und trainieren“, erklärt Coach Mag. Catharine Reichel. Fehler zugeben, sich entschuldigen, über eigene Missgeschicke und Schwächen lachen zu können – das wirkt menschlich und baut Vertrauen auf. Perfektion und Makellosigkeit hingegen schaffen Distanz und schüchtern ein. Die Expertin zeigt die zehn besten Wege, um Sympathiepunkte zu sammeln.

Die innere Haltung überdenken. Sei es auf einer beruflichen Veranstaltung, bei einem Bewerbungsgespräch, in einem Meeting oder auf einer privaten Party: „Schon vor einer Begegnung mit einem Menschen kann man selbst beeinflussen, mit welcher Haltung man einem Menschen oder einer Gruppe gegenübertritt“, betont Reichel. Wenn man sich vorstellt, dass man sich auf die Begegnung freut und viel Positives zu einem Gespräch beizutragen hat, dann strahlt man das genauso nach außen aus. Die Ausstrahlung entspricht dann der inneren Haltung. „Solche Menschen haben die Gabe, ein gutes Klima zu schaffen und Nähe herzustellen, sodass der Funke sofort überspringt und man sich mit ihnen augenblicklich wohlfühlt.“ Hat man hingegen Zweifel an sich, ist das in Form von einer Unstimmigkeit und Unsicherheit wahrnehmbar.

Offenheit und Optimismus kommen gut an. Generell erleben die meisten ihre Zeitgenossen dann als sympathisch, wenn sie offen wirken. Aber wie kommt diese offene Wirkung zustande? Reichel: „Erst einmal durch eine offene, entspannte Körperhaltung. Dieser Faktor ist das Erste, was uns bei fremden Menschen auffällt und was wir wahrnehmen.“ Wenn unser Gesicht ein Lächeln zeigt, macht uns das sofort sympathisch. Und zwar unabhängig von der Chemie. Eine Körperhaltung, die keine Abweisung signalisiert, sondern im Gegenteil zeigt, dass das Gegenüber willkommen ist, wirkt ebenfalls einladend. „Sympathische Menschen verfügen in aller Regel auch über eine gehörige Portion Optimismus. Weder suchen sie permanent das Haar in der Suppe noch erwarten sie von ihrem Gegenüber das Schlimmste“, ergänzt die Lebensberaterin. Sie nähern sich Menschen oder Situationen unvoreingenommen und zeigen ehrliches Interesse am Gegenüber, anstatt sich selbst permanent ins rechte Licht zu rücken.

Mitmenschen persönlich ansprechen. Es sind oft Kleinigkeiten, die eine große Wirkung haben: Lernen wir neue Menschen kennen, ganz gleich ob privat oder beruflich, vergessen wir im Eifer des Gefechts oft deren Namen. Menschen mit hohen Sympathiewerten versuchen hingegen, sich die Namen bewusst zu merken, und verabschieden sich auch so: „Das zeugt nicht nur von Respekt, es macht schlichtweg sympathisch.“ Auch Menschen, die wir kennen und regelmäßig – zum Beispiel im Supermarkt oder im Fitnessstudio – treffen, freuen sich, wenn man sie persönlich mit dem Namen begrüßt.

Sachliche Kritik wirkt sympathischer. Man kann nicht immer einer Meinung sein. „Sympathischen Menschen gelingt es jedoch, die Meinungen anderer zu respektieren und Kritik von außen nicht gleich als Angriff auf die eigene Person zu werten“, sagt die Expertin. „Im Gegenzug sprechen sie berechtigte Kritik sachlich aus und bemühen sich, bei einer Meinungsverschiedenheit eine Lösung zu finden, die für beide Seiten passt.“ Eine eigene Meinung schafft Sympathie, wenn sie nicht belehrend oder als unumstößliches Gesetz vermittelt wird. Zwar erzeugt man am Anfang auch ohne eigenen Standpunkt Sympathie, da die typischen Reibungspunkte fehlen. „Allerdings sind Respekt und Ansehen erfahrungsgemäß auf der Seite von jenen charakterstarken Menschen, die den Spagat zwischen gesundem Selbstbewusstsein und Toleranz beherrschen.“

Verlässlichkeit macht Freunde. Sympathische Menschen legen eine gewisse Verlässlichkeit an den Tag und sorgen dafür, dass ihre Mitmenschen wissen, was sie erwartet. Die Erkenntnis daraus: Man sollte möglichst pünktlich sein und seine Versprechen einhalten, wenn man Sympathie erzeugen will. „Zudem sollte man nicht nur anderen gegenüber eine wohltuende Toleranz und Wertschätzung an den Tag legen, sondern sich selbst auch so annehmen, wie man eben ist. Denn wir alle spüren – wenn auch meist nur unbewusst –, ob sich jemand verstellt oder sich so zeigt, wie er wirklich ist“, meint Reichel. Wirkt das Auftreten zu künstlich und oberflächlich, braucht man sich über mangelnde Resonanz nicht zu wundern.

Stressfreie Momente schaffen. Immer mehr Menschen fühlen sich im Alltag gestresst. Vor diesem Hintergrund kann man sich leicht vorstellen, wie dankbar Menschen sind, wenn sie einmal ein paar sorgenfreie und harmonische Stunden verbringen und man ihnen dafür Zeit schenkt, so Reichel: „Sorgenfreie Stunden sind eine gute Basis für Sympathie, wie viele Urlaubsbekanntschaften beweisen: Man ist entspannt, der Alltagsstress ist kilometerweit weg.“ Ein Mensch, der mit uns eine harmonische, angst- und sorgenfreie Zeit verbracht hat, schreibt uns garantiert Sympathiepunkte gut.

Zurückhaltung ist Trumpf. Wer über spezielles Fachwissen verfügt, wird vor allem im Job schnell zum gefragten Gesprächspartner. Das gilt jedoch nur, so- lange der Expertenstatus nicht zuKopf steigt und man sich nicht in einen belehrenden Besserwisser verwandelt. Tatsächlich wenden sich die meisten dann mit ihren Fragen lieber an einen sympathischen Kollegen, auch wenn er über weniger Fachwissen verfügt. Reichel: „Natürlich ist es nicht schlimm, wenn man über viel Wissen und Erfahrung verfügt. Einzig und allein die Art und Weise, wie man etwas vermittelt, entscheidet darüber, ob man sympathisch oder unsympathisch auf andere wirkt.“ Auch tut man gut daran, seine Meinung nicht permanent ungefragt aufzudrängen.

Fehler und Makel zugeben. Wer nie Fehler macht oder zumindest krampfhaft den Anschein erwecken möchte, in jeder Lebenslage perfekt zu sein, macht sich bei seinen Mitmenschen nicht gerade beliebt. „Fehler und Schwächen sind menschlich, was im Umkehrschluss heißt, dass perfekte Menschen schlichtweg weniger Sympathie ernten“, betont der Coach. Statt seine Schwächen stets gekonnt zu verbergen, sollte man diese hin und wieder nach außen kommunizieren. Dazu gehört es auch, dass man seine Fehler eingesteht und nicht krampfhaft versucht, sich zu rechtfertigen. Reichel: „In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass man über sich selbst lachen kann. Wer bei eigenen Missgeschicken zu verbissen reagiert, wirkt unsympathisch.“ Gelegentliche Eingeständnisse wie „Du hast absolut recht, da habe ich mich wohl geirrt˝ entspannen heikle Situationen. Wer aus Fehlern lernt, Schwächen ehrlich annimmt und nicht mühsam kaschiert, ist auf dem besten Wege zum Sympathieträger.

Richtiges Zuhören verbindet. Der einfachste Weg, um beim Gegenüber Sympathie zu wecken, ist das richtige Zuhören. Das gelingt, indem man seinem Gesprächspartner die volle Aufmerksamkeit widmet und die Augen nicht durch den Raum schweifen lässt. Zugleich signalisiert man Interesse, indem man den anderen nicht nur reden lässt, sondern offene Fragen ins Gespräch einbaut, um das Thema zu vertiefen. Reichel: „Wer sich so auf ein Gespräch einlässt und wirklich zuhören kann, wirkt nicht nur sympathisch, sondern hinterlässt beim Gesprächspartner mit Sicherheit auch einen guten Eindruck.“

Sei entspannt! Last, but not least wirken Menschen sympathisch, die entspannt sind. Die andere so sein lassen, wie sie sind. Die selber ihre Erfolge genießen und anderen Menschen ihre Erfolge gönnen. Sympathisch sind immer Menschen, in deren Gegenwart wir uns wohl und unverkrampft fühlen dürfen. Und die uns selber das Gefühl geben, wertvoll zu sein.

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