Mittwoch, 20. November 2019

Die zehn Verbote

Ausgabe 09/2010
Was Sie besser nicht glauben sollten, wenn Sie auf der Suche nach der großen Liebe sind oder mit dieser länger glücklich sein wollen.

Foto: Zonecreative - istockphoto.com
Liebesfilme hören meistens dort auf, wo sich ein Paar gefunden hat“, sagt Karin Holzinger, Coach in Liebesdingen. „Das Happyend ist aber in Wirklichkeit erst der Anfang.“ Letztlich funktioniert auch das Kennenlernen etwas anders als im großen Hollywood-Kino. Dumm nur, dass sich solche Bilder tief in unser Bewusstsein gefressen haben. Und es sind nicht die einzigen Fehlvorstellungen. Holzinger und die Psychotherapeutin Dorothea Sigmund, die zusammen Workshops für Singles ab 30 veranstalten (nächster Termin: 2. bis 3.10.), verraten, welche Grundannahmen bei Beziehungen zügig in die Sackgasse führen.

1 Der Partner ist die zweite Hälfte
Selbst wenn diese Vorstellung noch so romantisch ist: „Vom anderen zu verlangen, dass er alles bieten muss, wonach man sich sehnt, um sich komplett zu fühlen, ist illusorisch“, warnt Coach Holzinger. „Auch die beste Partnerschaft ersetzt nicht eine gute Beziehung zu sich selbst und anderen Bezugspersonen.“

2 Selbstbewusstsein kommt mit der Liebe
Falsch! Das müssen Sie bereits in die Partnerschaft mitbringen. Denn wie soll der Partner Sie lieben, wenn Sie es selbst nicht können, sich vielleicht gar nicht wert fühlen, geliebt zu werden? „Singles, die schon viele gescheiterte Beziehungen hinter sich haben, sollten erst einen liebevollen Umgang mit sich selbst lernen“, rät Sigmund. „Leider weiß man oft eher, was man nicht will, als was man will.“ Verlassene müssen aus der Opferrolle raus. Das gelingt, indem man bisherige Partnerschaften beleuchtet und sich der unbequemen Frage stellt: Worin besteht mein Anteil am Scheitern der Beziehung?

3 Ein Partner muss dem „Anforderungskatalog entsprechen“
Oft genug ist die Wunschliste so lang, dass sich niemand Passender findet. Ein Dilemma, das viele lösen, indem sie sich mit einem Mängelexemplar zufriedengeben, das sie dann gemäß den Idealvorstellungen hinzutrimmen versuchen. Das klappt aber nicht. „Man muss die eigenen Erwartungen überdenken und flexibler und offener werden“, rät Holzinger daher.

4 In der idealen Beziehung versteht man sich von selber
Die Fähigkeit, Gedanken zu lesen, ist selbst in der besten Beziehung begrenzt. Zumal sich Wünsche, Vorlieben und Abneigungen auch ändern können. Darum: nicht warten, bis der andere fragt, sondern von selbst den Mund aufmachen. Gleich zu Beginn ist zu klären, wie man sich eine Partnerschaft vorstellt. Holzinger: „Dass beide zusammenleben wollen, ist heute etwa nicht mehr selbstverständlich.“

5 Eine Beziehung soll/muss immer Freude machen
Eine gute Partnerschaft bedeutet längerfristig auch Arbeit, die Mühe zahlt sich aber aus. „Gerade konfliktreiche Zeiten ermöglichen Weiterentwicklung“, weiß Sigmund. „Wobei man nicht immer alles alleine schaffen muss. Bei Krisen darf man gerne professionelle Hilfe suchen.“

6 Konflikte sofort ansprechen!
Stimmt schon, dass man nichts hinunterschlucken sollte. „Aber wenn wir vor Ärger rotsehen“, wendet Holzinger ein, „können wir nicht mehr klar denken. Besser ist daher, die Sache etwas später und mit Abstand zu besprechen.“ Idealerweise sendet man dabei Ich-Botschaften. Soll heißen: Sie sagen, was Sie empfinden, wenn der andere sich soundso verhält.

7 Eine gute Beziehung ist eine Frage der Anpassung
„Viele machen den Fehler, sich aus dem Wunsch der Verschmelzung heraus besonders anfangs zu stark anzugleichen“, konstatiert Psychotherapeutin Sigmund. „Aus Angst vor Zurückweisung traut man sich oft zu wenig, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern.“ Dahinter steckt allerdings mangelndes Selbstbewusstsein, und das ist ein Beziehungskiller.

8 Mit Lustlosigkeit muss man sich abfinden
Läuft im Bett nichts mehr, fehlt ein wichtiges, auch seelisches Band. Die Sexualforscher Masters und Johnson haben spezielle Berührungsübungen entwickelt, die für einen langsamen Wiedereinstieg in das Liebesleben sorgen sollen. Sigmund: „Es geht darum, sich in ganz kleinen Schritten und vorerst unter Ausklammerung der erogenen Zonen körperlich wieder näherzukommen.“ Das soll das Verlangen nach mehr steigern. Motto: „Der Appetit kommt mit dem Essen.“

9 Wenn man sich nichts mehr zu sagen hat, ist nichts zu machen
Mit fünf Minuten pro Tag beziffert Holzinger die durchschnittliche Redezeit langjähriger Partner. Kommunikation lässt sich allerdings fördern. „Ein probates Mittel sind Rituale oder fix eingeplante Termine, wo gemeinsam etwas unternommen wird – egal, ob es sich um das tägliche Abendessen handelt oder den monatlichen Kino-Jour-Fixe.“

10 Auf seine Glaubenssätze kann man sich verlassen
„Manche Glaubenssätze waren vielleicht früher eine nützliche Orientierungshilfe, taugen aber heute nicht mehr“, warnt Sigmund. Da unsere Einstellungen aber das Verhalten beeinflussen, kann etwa der Satz „Wenn ich gefällig bin, werde ich geliebt“ dazu führen, dass man den Partner durch ständiges Geben erdrückt und genau das auslöst, was man am meisten fürchtet: seine Flucht.


Die fünf wichtigsten Don’ts beim ersten Date
„Das Gespräch war stockend, wir haben uns fast nur angeschwiegen“, erinnert sich ATV-Kupplerin Katrin Lampe („Bauer sucht Frau“) an ihre schlimmste Verabredung. Unter einem Vorwand ergriff sie die Flucht. Sich nichts zu sagen zu haben, das nervt Männer und Frauen beim ersten Rendezvous generell am meisten. In ihrem Buch „Warum die Richtigen manchmal die Falschen sind“ (Brandstätter Verlag) nennt Lampe die häufigsten Störfaktoren beim Kennenlernen:

Was SIE am meisten stört:
  • Man hat sich nichts zu erzählen.
  • Er redet nur über sich selbst.
  • Er erzählt viel über die Ex.
  • Sie findet ihn nicht attraktiv.
  • Er reißt schlüpfrige Witze.

Was IHN hochgradig nervt:

  • Man hat sich nichts zu erzählen.
  • Er findet sie nicht attraktiv.
  • Sie erzählt viel über den Ex.
  • Sie redet nur über sich selbst.
  • Sie betrinkt sich.

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