Sonntag, 05. April 2020

Bandscheibenvorfall! Muss ich operieren? - Konservative Behandlung

Ausgabe 2019.07/08
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Konservative Behandlung 

Der erste Schritt beim Bandscheibenvorfall bestehe darin, den Patienten mit Schmerzmitteln zu versorgen: „Anfangs werden einfache Mittel verabreicht. Reicht das nicht aus, gibt man auch Opiate. Denn jeder Tag mit Schmerzen ist ein schlechter Tag“, weiß Rustler aus eigener Erfahrung. Im Anschluss gehört der Bandscheibenvorfall behandelt, und zwar in den wenigsten Fällen operativ. Laut Orthopäde Rustler führt bei rund 90 Prozent ein konservativer Ansatz zur Besserung: „Mithilfe eines mobilen Röntgengeräts wird genau jenes Nervenloch behandelt, das durch den Bandscheibenvorfall schmerzhaft in Mitleidenschaft gezogen wurde. Mit einer hauchdünnen Nadel erreiche ich das Nervenloch neben der Nervenwurzel, färbe es mit einem Kontrastmittel ein und spritze eine Kombination aus Kortison und Lokalanästhetikum.“ Bei manchen Patienten reicht eine röntgengezielte Infiltration. Andere benötigen mehrere Anläufe. Obwohl Rustler zur ersten Gruppe gehörte, dauerte der Weg zurück in einen Alltag ohne Bewegungseinschränkungen und Schmerzen ein halbes Jahr. Das sei durchaus normal: „Der Nerv muss sich regenerieren, muss nachwachsen. Zum Glück haben Nerven eine Tendenz dazu, doch das braucht Zeit und eine auf den Patienten abgestimmte Physiotherapie und ein gutes Muskeltraining.“ 

 

Wann zur OP? 

„Bei einer Kauda-Läsion, bedingt durch einen sehr großen Bandscheibenvorfall der unteren Lendenwirbelsäule, bei dem es zum Verlust der Kontrolle von Stuhl und Harn kommt, muss umgehend operiert werden. Sonst kann man sich mehr Zeit lassen“, erklärt der Experte. Stellt sich nach mehreren Wochen konservativer Behandlung keine Besserung ein, besonders bei Nervenausfällen, kann eine Operation angedacht werden. Allerdings muss danach nicht alles gut sein, wird doch bei der OP nur das ausgetretene Bandscheibengewebe entfernt. Die Risse im Faserring bleiben. Umso wichtiger ist es, einen Spezialisten aufzusuchen. Orthopäden decken das konservative Behandlungsspektrum meist ab. Das ist gut, denn „Bandscheibenvorfälle können komplett abheilen“, betont Rustler. „Das ausgetretene Gewebe kann auch ohne OP kleiner werden oder komplett verschwinden. Auf jeden Fall sollte nicht ohne vorangehende konservative Behandlung operiert werden.“ 

Übersicht zu diesem Artikel:
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