Dienstag, 12. November 2019

Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag

06. Februar 2012
Österreichische Eltern haben unabhängig von der Höhe ihres Einkommens Anspruch auf Familienbeihilfe für ihre Kinder bis zu deren Volljährigkeit, wenn sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen in Österreich befindet und sich das Kind ständig in Österreich aufhält. Aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Anordnung ist die Mutter vorrangig anspruchsberechtigt.


Für nichtösterreichische Staatsbürger gilt zusätzlich, dass der Elternteil und das Kind sich rechtmäßig nach §§ 8 und 9 des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes in Österreich aufhalten müssen.

WICHTIG! Bei grenzüberschreitenden Fällen innerhalb der EU/des EWR und der Schweiz bestehen europarechtliche Sonderregelungen zum Bezug von Familienleistungen!

Für volljährige Kinder in Berufsausbildung kann die Familienbeihilfe grundsätzlich bis zur Vollendung des 26. Lebensjahres – ab Juli 2011 bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres – gewährt werden (bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gibt es Ausnahmeregelungen: für Präsenz-/Zivildiener; bei Geburt eines Kindes; für erheblich behinderte Kinder; bei einem Studium von mindestens zehn Semestern Dauer bei Einhaltung der Mindeststudienzeit; bei Absolvierung einer freiwilligen Hilfs tätigkeit bei einem gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrtspflege). Für volljährige Kinder, die erwerbsunfähig sind, gibt es keine Altersgrenze.

Während der Zeit des Präsenz- oder Zivildienstes besteht grundsätzlich kein Anspruch auf die Familienbeihilfe. Auch für ein Kind, dem Unterhalt von seinem (früheren) Ehegatten zu leisten ist, steht die Familienbeihilfe nicht zu.

Die Familienbeihilfe ist nach dem Alter der Kinder unterschiedlich hoch. Die allgemeine Familienbeihilfe beträgt 105,40 Euro, für ein Kind ab drei Jahren werden 112,70 Euro gewährt, für ein Kind ab zehn Jahren 130,90 Euro und für ein Kind ab 19 Jahren 152,70 Euro. Darüber hinaus wird die Anzahl der Kinder über die Auszahlung von Erhöhungsbeträgen (= Geschwisterstaffelung) berücksichtigt. Demnach erhält man zusätzlich zum monatlichen Grundbetrag an Familienbeihilfe
  • bei zwei Kindern 12,80 Euro,
  • bei drei Kindern 47,80 Euro (12,80 Euro + 35 Euro),
  • bei vier Kindern 97,80 Euro (12,80 Euro + 35 Euro + 50 Euro)
  • und bei jedem weiteren Kind 50 Euro zusätzlich.

Für erheblich behinderte Kinder gibt es einen Zuschlag von 138,30 Euro monatlich. Diese erhöhte Familienbeihilfe muss gesondert beantragt werden.

Der Antrag auf Familienbeihilfe kann bequem von zu Hause per Mausklick elektronisch über FinanzOnline beim Finanzamt eingebracht werden oder direkt dem Wohnsitzfinanzamt übermittelt werden (Formular Beih 1).

Gemeinsam mit der Familien beihilfe wird – ohne dass ein gesonderter Antrag erforderlich wäre – der Kinderabsetzbetrag überwiesen. Es handelt sich hier um keine Familien beihilfe, sondern um eine steuerliche Maßnahme, die als Negativsteuer an alle Eltern mit Familienbeihilfen-Anspruch bar ausbezahlt und über das allgemeine Budget finanziert wird. Der Kinderabsetzbetrag beträgt 58,40 Euro pro Kind und Monat.

Im September wird ein Schulstartgeld von 100 Euro für jedes Kind zwischen 6 und 15 Jahren gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausgezahlt.

Auf der Website des Familienministeriums finden Sie einen Familienbeihilfen-Rechner: wenn Sie hier die Geburtsdaten Ihrer Kinder eingeben, sehen Sie in der Berechnungstabelle, welche Familienbeihilfe Ihnen für Ihre Kinder zusteht – www.bmwfj.gv.at.

Außerdem können Sie zur Familienbeihilfe eine eigene detaillierte Fachbroschüre anfordern: „Familienbeihilfe, Mehrkindzuschlag” – entweder über die Website oder kostenlos telefonisch beim Familienservice unter 0800 240 262.



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Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
www.eltern-bildung.at
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