Sonntag, 19. Mai 2019

Alles was Flügel hat, fliegt

13. Januar 2012
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„Ich sehe einfach nicht ein, etwas zu lernen, was mir keine Freude bereitet.“ Albert Einstein

Illustration: Carola Holland
Kinder müssen spielen, das entspricht ihrem Entwicklungsbedürfnis. In den ersten Jahren gibt es keinen Unterschied zwischen Spielen und Lernen! Leider wird Lernen oft der Erwachsenenwelt zugeordnet und mit Pflicht und Arbeit gleichgesetzt, während Spielen lustvoll und freiwillig sein soll. Für Kinder ist das jedoch kein Gegensatz.

Alle Kinder spielen. Sie üben damit angeborene Verhaltensweisen, ahmen Kulturtechniken der Großen nach und entdecken die physikalischen Eigenschaften ihrer Umwelt. Spielen ist lebensnotwendig. Gespielt wurde zu allen Zeiten und in jedem Land der Welt.

Jeden Tag entdeckt Ihr Kind neue Zusammenhänge und Möglichkeiten, etwas zu bewirken. Dadurch wächst auch sein Selbstvertrauen. Wenn Sie Ihr Kind fördern wollen, geben Sie ihm genügend Spielanregungen, die seinem Entwicklungsstand entsprechen. Oft genügen dazu Alltagsgegenstände und etwas Phantasie.

Lassen Sie Ihr Kind in Ruhe spielen. Zu viele Anweisungen, wie man etwas „richtig“ macht, hemmen seine Kreativität und stören die Konzentration. Wenn etwas nicht sofort funktioniert, wird Ihr Kind einen anderen Weg zum Ziel finden.
Lassen Sie Ihrem Kind auch die Wahl, was seine Spielsachen betrifft. Es gibt Buben, die mit Puppen spielen und Mädchen, die zu Autos greifen. Versuchen Sie nicht, das zu beeinflussen, sondern bieten Sie beides an.

Spiele fördern die soziale und geistige Entwicklung des Kindes. So lernt das Kind an den Aktivitäten Freude und Spaß zu haben. Und weil es Spaß hat, lernt es umso schneller. Je mehr Sinne eines Kindes ein Spiel in Anspruch nimmt, desto nachhaltiger wird dabei gelernt. Zum Beispiel kann ein  Kind eine Zitrone nicht von einem gelben Ball unterscheiden, wenn es nicht Geruch, Geschmack und Oberfläche – zusätzlich zum Aussehen – erforschen darf.

Man unterscheidet folgende Spiele:
In Rollenspielen wird die Welt der Großen nachgeahmt. „So tun als ob“ gehört zu den allerersten Spielen. Hilfsmittel dafür sind Kleidungsstücke zum Verkleiden, Puppen und Kaufmannsladen.

Bei Experimentier-, Bau- und Konstruktionsspielen üben Kinder schon ab dem ersten Lebensjahr ein Ziel zu setzen, bei der Sache zu bleiben, Konzentration, Geduld und Frustrationstoleranz.

Ab dem 3. Lebensjahr sind Regelspiele möglich, bei denen sich gleichwertige Spielpartner begegnen. Geübt werden Fairness, Teamarbeit und die Steuerung der eigenen Gefühle.

Interessant sind weiters Bewegungsspiele für drinnen und draußen, erster Sport, Basteln und Gestalten mit diversen Materialien, sowie Musikmachen und Tanzen.

Volksschulkinder lieben auch Wettspiele. Sie vergleichen sich gern mit anderen und machen aus alltäglichen Situationen (z.B. Aufräumen) einen Wettkampf. Achten Sie bei diesen Spielen auf Vielfalt, damit die unterschiedlichen Fähigkeiten Ihres Kindes eingesetzt werden können. Z.B. Kraft, Geschwindigkeit, Geschicklichkeit, Hilfsbereitschaft, Malen, Musik, Ausdauer, usw.

Lernspiele sollen in erster Linie Spaß machen und dürfen nicht zum Training werden. Dann erwirbt Ihr Kind „nebenbei“ Fertigkeiten, die es in der Schule brauchen wird, wie Aufmerksamkeit, Ausdauer und die Zuversicht Probleme aktiv anpacken und lösen zu können.

Mit Bedacht ausgewählte und altersgemäße Computerspiele können Spaß und Herausforderung bieten. Sie müssen jedoch auf den Entwicklungsstand Ihres Kindes abgestimmt sein und sollten an bekannten Lebenssituationen anknüpfen. Altersangaben der Hersteller sind dabei nur eine Richtlinie. Wichtig ist eine sehr einfache Bedienung und dass die zu lösenden Aufgaben konstruktiv (nicht zerstörerisch), vielfältig und bewältigbar sind. Achten Sie auch auf die Bild- und Tonqualität. Gute Computerspiele können logisches Denken, Reaktionsvermögen, Kreativität und Teamgeist fördern. Sie dürfen andere Spiele nicht ersetzen, und nicht zur Hauptbeschäftigung oder gar zur Sucht werden. Computerspiele, die Gewalt verherrlichen oder Vernichtung und Ausgrenzung anpreisen, sind strikt abzulehnen.


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