Sonntag, 17. Februar 2019

10 Tipps für gesundes Grillen

Ausgabe 2013/06

Die Grillsaison ist eröffnet! Rund zwei Drittel der Österreicher grillen in den Sommermonaten zumindest einmal im Monat. GESÜNDER LEBEN hat zehn Tipps für ein gesundes Grillen.


Foto: Can Stock Photo Inc. - mythja

Grillen im Sommer – das ist der Hit auf jedem Gartenfest. Allerlei Speisen werden gegrillt, mariniert und mit Saucen serviert. Gesundes Grillen hat dabei höchste Priorität. „Grillen ist insofern gesund“, so Ernährungswissenschaftlerin Mag. Angela Mörixbauer, „da zum Garen kein zusätzliches Bratfett verwendet wird.“ Und mit diesen Tipps gelingt es auch wirklich

1. Checkliste erstellen
Beginnen Sie rechtzeitig mit den Vorbereitungen. Überlegen Sie sich einen passenden Grillplatz. Der Platz sollte eben sein, damit der Grill und die Sitzgelegenheiten gerade stehen. Bedenken Sie auch, dass es am Grilltag Schlechtwetter geben kann: Wo können Ihre Gäste sitzen, um vor Wind und Wetter geschützt zu sein? Nachdem die Gästeliste steht, starten Sie eine Woche vor der Feier mit den ersten Einkäufen. Besorgen Sie ausreichend Brennmaterial und überprüfen Sie den Grill und das Zubehör. Getränke und länger haltbare Nahrungsmittel wie beispielsweise Konserven können schon eingelagert werden. Einen Tag vor der Grillfeier kaufen Sie die frischen Lebensmittel wie Salat, Sauce, Fleisch, Brot etc. ein.

2. Direktes und indirektes Grillen
Die bekanntesten Grillarten sind hierzulande das direkte und das indirekte Grillen. Beim direkten Grillen wird das Grillgut auf einem Rost über der offenen Hitze gegrillt – anders als bei der indirekten Methode, wo die Speisen nicht direkt über der Hitzequelle, sondern seitlich von der Glut liegen. Das direkte Grillen ist dem Braten ähnlich, wobei die Speisen beim indirekten Grillen sanft gegart und daher saftiger werden. „Indirektes Grillen ist gesünder, weil sich die schädlichen Stoffe aus dem Rauch nicht am Grillgut ablagern können“, ergänzt Mörixbauer.

3. Grill anheizen
Der Grill sollte so windgeschützt als möglich stehen, sodass kein Luftzug die Anzündversuche zunichtemacht, noch, dass die Glut in verschiedene Richtungen bläst. Für das Grillen gibt es eigene Grillanzünder. Oder Sie verwenden extra lange Streichhölzer. Aber auch das richtige Brennmaterial ist wichtig (z. B. Holzkohle oder Holzkohlebriketts). „Benützen Sie auf keinen Fall Zeitungspapier, Verpackungsmaterial oder harzreiches Holz, da schädliche Verbrennungsgase entstehen, die sich dann auf dem Gegrillten niederschlagen“, warnt Mörixbauer.

4. Fleisch grillen
„Das Fleischstück ist Geschmackssache. Wer auf seine Linie achtet, greift zu mageren Teilstückchen“, empfiehlt Mörixbauer. Grillen Sie kein gepökeltes Fleisch und Würstel (Speck, Leberkäse, Wiener Würstchen). Beim starken Erhitzen bilden sich Nitrosamine, die krebserregend sind. Apropos: „Vermeiden Sie“, so Mörixbauer, „dass heißes Fett und Fleischsaft direkt in die Glut tropft, dabei können schädliche Stoffe wie die krebserregenden Benzpyrene oder polyzyklische Kohlenwasserstoffe entstehen.“ Tipp: Verwenden Sie eine Grilltasse, anstatt das Fleisch direkt auf den Rost zu legen.

5. Fisch ist gesund
Um auf dem Grill ein wenig Abwechslung zu zaubern, kann anstelle von Schwein, Rind und Co ebenso Fisch gegrillt werden. Dieser wird ähnlich zubereitet wie beim Braten. Es gelten die drei S-Grundsätze: säubern, säuern und salzen. Spülen Sie den Fisch unter fließendem Wasser kurz ab und trocknen Sie ihn mit Küchenkrepp. Säuern Sie den Fisch mit ein paar Tropfen Zitronensaft oder legen Sie diesen in eine Marinade. Und erst kurz vor dem Grillen salzen. Um zu testen, ob der Fisch gar ist, stechen Sie kurz hinein und schieben das Fleisch dann auseinander. Ist es innen weiß und nicht mehr glasig, kann serviert werden.

6. Würzen und marinieren
Fleisch, Fisch und Gemüse werden durch das Würzen und Marinieren geschmacklich verfeinert. Gehen Sie sorgsam beim Würzen um, Nachwürzen ist kein Problem. „Verwenden Sie vor allem frische Kräuter“, empfiehlt Mörixbauer, „getrocknete Kräuter können sehr schnell verbrennen und lassen das Gargut bitter schmecken. Ideal zum Würzen: Majoran, Oregano, Basilikum, Thymian etc.“ Beim Zubereiten der Marinade gehen Sie sparsam mit dem Öl um.

7. Mal was anderes
Probieren Sie gegrilltes Obst zum Dessert. Greifen Sie zu saisonalen Früchten wie Äpfeln, Erdbeeren, Pfirsichen und Marillen. Obst lässt sich schnell und einfach zubereiten. Achten Sie darauf, dass kein gekühltes Obst auf den Grill gelegt wird, so werden schwarze Stellen an den Außenseiten verhindert, während es innen noch eiskalt ist. Verfeinern Sie die Obststücke mit einer Marinade aus flüssiger Butter, etwas Zitronensaft und je nach Belieben Honig oder Ahornsirup.

8. Grillen und Getränke
Gegen ein kühles Blondes ab und zu ist nichts einzuwenden, so Ernährungsexperten. Aber auch Wein, in Maßen genossen, eignet sich für viele Fisch- und Fleischgerichte. Allerdings: Wer Auto fährt sollte auf Alkohol verzichten. Vergessen Sie Ihre jüngeren Gäste nicht und all jene, die keinen Alkohol mögen. Abgesehen von Leitungs- oder Mineralwasser sollten Sie Säfte zum Verdünnen zu Hause haben. Falls Sie improvisieren: Probieren Sie selbst gemachten Eistee! Kochen Sie Schwarztee, abkühlen lassen und mit frisch gepresstem Zitronensaft verfeinern. Zum Süßen verwenden Sie idealerweise Honig.

9. Grillgut entsorgen
Nach dem Grillen bleiben eine Menge Reststoffe übrig. Dazu gehören Speisereste, Einweggeschirr, Verpackungen und die Grillasche. Speisereste werden bestenfalls in der Biotonne entsorgt, falls keine vorhanden, dann in den „normalen Müll“. Einweggeschirr und Verpackungen kommen ebenfalls in den Restmüll oder zur Problemstoffsammelstelle. Zur Entsorgung von Grillasche kommt nur die Restmülltonne infrage. Untersuchungen haben ergeben, dass die Asche sehr hohe Schadstoffe enthält. Die Verwendung von Asche als Dünger in der Landwirtschaft oder im Garten ist deshalb sehr bedenklich.

10. Sicherheit beim Grillen
Manchmal endet der Grillspaß im Krankenhaus, Leichtsinn und Ungeduld sind die auslösenden Faktoren. Unüberlegte greifen zu Spiritus oder noch schlimmer zu Benzin und wollen damit den Grillvorgang beschleunigen. Die dabei entstehenden Stichflammen können Verbrennungen im Gesicht, am Oberkörper und an den Armen zur Folge haben. Zum sicheren Grillen ist eben Geduld erforderlich.

 

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