Mittwoch, 18. September 2019

Wie gesund ist Fußball?

Ausgabe 2016.06/07
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24 Nationen nehmen vom 10. Juni bis 10. Juli an der Fußball-EM 2016 in Frankreich teil. GESÜNDER LEBEN fragt nach: Wie gesund ist Fußball eigentlich? Auch und gerade für Kinder und Jugendliche?


Foto: © Can Stock Photo Inc. - 4774344sean

Fußball ist eine der beliebtesten Teamsportarten der Welt. Bei Groß­ereignissen wie der heurigen Fußball-Europameisterschaft werden Millionen Zuschauer in den Stadien erwartet. Ein Monat lang dreht sich alles um den Ball. Kein Wunder, denn weltweit gibt es rund 240 Millionen registrierte Fußballspieler und hunderte Millionen Fans.

Ob Stürmer oder Torwart – von einem Fußballspieler wird erwartet, dass er fit ist, denn schließlich dauert ein Spiel mindestens 90 Minuten. Eine gute körperliche Verfassung ist aufgrund der hohen Belastungen unerlässlich. Neben Ausdauer und Schnelligkeit ist auch Kraft gefragt, denn Flanken, Pässe und laufende Abwehrmanöver gehen an die Substanz. Umso wichtiger ist es, schon von klein auf richtig zu trainieren. Helge Payer, ehemaliger Torwart der österreichischen Nationalmannschaft und seit 2013 Fußball-Experte beim ORF, hat genau mit diesem kleinen Fußballnachwuchs zu tun – in seinen Torwartschulen in Himberg und Lindabrunn. „Ziel der Kinder ist es natürlich, irgendwann ganz oben mitzuspielen. Dementsprechend ist das Training aufgebaut. Wichtig ist jedoch, nicht mit Druck zu arbeiten. Fußball soll den Kids mit Spaß nähergebracht werden. Zusätzlich fördern ein respektvoller Umgang miteinander und klare Regeln die Teamfähigkeit und Koordination.“ Doch egal ob man nur hobbymäßig an Fußball interessiert ist oder eine Profikarriere anstrebt – das Training sollte ernst genommen werden. Ein individuelles Trainingsprogramm, am besten unter fachgerechter Anleitung, bildet einerseits die Basis für körperliches Wohlbefinden, andererseits kann man dadurch Verletzungen gezielt vorbeugen.

Eine gute Ausrüstung ist der halbe Erfolg! Wenn man im Schuhfachgeschäft gefragt wird, ob man auf Hart- oder Aschenplatz, Kunst- oder natürlichem Rasen oder in der Halle spielt, ist klar – es geht um Fußball. Denn gerade die Fußballschuhe sind ein wichtiger Bestandteil der Basisausrüstung. Ein fester Halt ist genauso entscheidend wie der Tragekomfort, die Größe und die Strapazierfähigkeit. Die Schuhe dürfen auf keinen Fall zu eng geschnitten sein und drücken, da sonst unter Umständen das Gefühl für den Ball eingeschränkt wird. Weiche Innensohle, verstärkte Fersenpartie und Atmungsaktivität zeichnen zusätzlich einen guten Fußballschuh aus. „Gerade die Fußballschuhe von Kindern müssen regelmäßig kontrolliert werden, da sich diese noch in der Wachstumsphase befinden. Schlechte Schuhe beeinflussen die Standfestigkeit und Körperhaltung und können dadurch schnell zu Verletzungen führen“, weiß Payer, der den Eltern Fußball spielender Kinder bei Bedarf beratend zur Seite steht. Knie- und Ellenbogenschützer sowie Schienbeinschoner sollten ebenfalls zu einer guten Ausrüstung gehören. Man kann dadurch zwar nicht alle Verletzungen verhindern, aber zumindest das Risiko erheblich reduzieren.

Fußball trägt zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Es gibt kaum eine Sportart, bei der Teamarbeit so gefragt ist wie bei Fußball. Die Mannschaft zählt, nicht der einzelne Spieler. Die Leistung des Teams entscheidet über Sieg oder Niederlage. Es gibt kein „Ich“, sondern nur ein „Wir“, wenn die Mannschaft erfolgreich sein möchte. Nur wenn ein Team professionell zusammenarbeitet, erzielt es gute Ergebnisse. Diese Erfahrung macht man eben auch bei einer Sportart wie Fußball und diese Erfahrung prägt meist für das ganze Leben. „Durch eine Teamsportart wie Fußball wird nicht nur die körperliche Entwicklung, sondern auch das Sozialverhalten eines Kindes gefördert. Es lernt, auf andere Rücksicht zu nehmen, aber gleichzeitig auch, sich in der Gruppe zu behaupten. Das macht die Kinder selbstsicherer. Manche Eltern machen den Fehler, die Kinder etwa bei einer schlechten Schulnote mit Trainingsentzug zu bestrafen. Doch solche Erziehungsmaßnahmen sind sicher der falsche Weg! Die Kinder brauchen aber gerade dann den Ausgleich, um den Kopf wieder freizubekommen“, ist Payer, der durchschnittlich 140 Kinder und Jugendliche pro Woche trainiert, überzeugt. Vermutlich hat Ernst Happel, einer der ganz Großen in der österreichischen Fußballgeschichte, recht. Er meinte einmal: „Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag!“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Wie gesund ist Fußball?
Seite 2 Interview - Dr. Christoph Resinger
Seite 3 Interview - Toni Polster

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