Donnerstag, 21. Februar 2019

Weiches Wasser, hartes Wasser

Ausgabe 06/2011
Der Härtegrad sagt nicht unbedingt etwas über die Wasserqualität aus – doch für Geschmack, Aroma, Haut und Haar, Haushalt und Blumen macht er einen Unterschied. Eine kleine Gesünder-Leben-Wasserkunde.

Foto: istockphoto.com - Andreea Manciu
Hartnäckige Ränder an Gläsern, unschöne „Steinbildung“ am Duschkopf, Geräte, die frühzeitig den Geist aufgeben: Zu viel Kalk im kostbaren Nass birgt fraglos Nachteile. Nicht umsonst klagten einst die Wäscherinnen und Köchinnen: „Wenn ich nur wüsst, wo weiches Wasser wär“. Weiches galt als Nonplusultra für Haut, Haar und Wäsche, hartes war verpönt. Heute wird das hierzulande nicht mehr ganz so eng gesehen. Auch weil Österreich kein klassisches „Kalkland“ ist: Lediglich in 20 Prozent der Haushalte kommt hartes Wasser aus den Rohren, also mit über 18 deutschen Härtegraden (°dH). Und die für den Härtegrad verantwortlichen Mineralien – mehrheitlich Kalzium und auch Magnesium – sind uns sogar willkommen, weil essenziell für unseren Organismus. Schließlich ist Wasser das Lebensmittel Nummer eins. Die im Trinkwasser gelösten Mineralien prägen nicht nur den Geschmack, sie haben auch gesundheitliche Auswirkungen.

Kalk – Pro und Kontra
In Gegenden mit relativ hartem Wasser kann ein günstiger Effekt bei der Häufigkeit von Herz- und Gefäßkrankheiten beobachtet werden. Umgekehrt kann zu kalkhaltiges Wasser bei häufigem Händewaschen, Duschen und Baden die Haut austrocknen und bei empfindlichen Personen sogar Juckreiz oder Ekzeme hervor rufen. In letzterem Fall sollten Betroffene in Absprache mit dem Hautarzt zu Gegenmaßnahmen schreiten. Bekanntlich reagieren auch Haushaltsgeräte wie Wasch- und Espressomaschinen oder Geschirrspüler sensibel auf zu viel Mineral im H2O. Wenn Sie in einer Region mit mittlerem bis hartem Wasser leben, ist regelmäßiges Entkalken der Geräte erforderlich. Die Beigabe von Tabs zu jedem Wasch- und Spülgang verlängert nicht nur die Lebenserwartung der Maschinen, es verringert zudem den Verbrauch an Wasch- und Reinigungsmitteln. Den berüchtigten Kalkstein an Armaturen etc. kann man auch natürlich – mit Zitronen- oder Essigsäure – bekämpfen. Dass Kalk auch auf unseren Haaren Spuren hinterlässt, die es stumpf und glanzlos machen, ist eine eher neue Erkenntnis. Die Lösung: spezielle Pflegeprodukte, die verhindern, dass er sich auf dem Haar ablagert. Weiches Wasser bietet bei allen Anforderungen, wo Wasser erhitzt werden muss, oder wenn es um unsere Körperpflege geht, entschieden Vorteile.

Köstliches Nass
Aber auch alle Kaffee- und Teegenießer schätzen weiches Wasser – weil es keinen unschönen Film bildet und außerdem die Aromen besser zur Entfaltung bringt. Und unsere Blumen mögen am liebsten Regenwasser – das ist das weichste überhaupt. Fazit: Wie in vielen Lebensbereichen, liegt auch in puncto Wasserhärte die Wahrheit in der Mitte. Ob Ihnen das Wasser schmeckt, das aus Ihrer Leitung plätschert, ist jedoch reine Geschmackssache. Wir Österreicher dürfen uns sowieso glücklich schätzen: Denn wir haben angeblich nicht nur das beste Trinkwasser der Welt, sondern können auch (noch) aus dem Vollen schöpfen. Also: schenken Sie sich getrost bis zu zwei Liter täglich davon ein!


H2O Härte- und Grenzfälle
Die Wasserhärte resultiert aus den geologischen Gegebenheiten des jeweiligen Brunnen- oder Quellgebiets und unterliegt natürlichen Schwankungen. Die Bereitstellung von Trinkwasser erfolgt in Österreich über lokale Wasserversorger, meist Gemeinden, oder auch überregionale. Manche Haushalte beziehen ihr Wasser noch aus eigenen Hausbrunnen.

Es gibt vier Härtebereiche:
  • weich – bis zu 7,3 °dH
  • mittel – von 7,3 bis 14 °dH
  • hart – von 14 bis 21,3 °dH
  • sehr hart – über 21,3 °dH

Während der Härtegrad des weichsten Wassers – Regenwasser – annähernd bei Null angesiedelt ist, liegt der Kalkgehalt des Leitungswassers mancherorts über dem in Österreich empfohlenen Grenzwert von 18 °dH, z.B. in Tulln oder Klagenfurt. Qualitativ hochwertiges Trinkwasser sollte aber auch nicht weniger als 7 °dH aufweisen. In Wien pendelt der Härtegrad übrigens zwischen 6 und 14 °dH.

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