Freitag, 24. Mai 2019

Warenkunde: Eine kleine Wissenschaft

03. Mai 2006
Bunt. Das Lebensmittelangebot in unseren Breiten ist heute so vielfältig wie nie zuvor. Die Empfehlung der Ernährungsgesellschaften, abwechslungsreich zu essen, war noch nie so einfach. Doch damit steigt auch der Informationsbedarf für Verbraucher. Was ist eine Cherimoya? Wie lange kann ich ESL-Milch lagern? Darf man Olivenöl erhitzen? Und warum muss ich Kartoffeln kochen? Ganz abgesehen von der Frage: Bio oder nicht bio?

Angelehnt an die Ernährungspyramide können Lebensmittel in verschiedene Warengruppen eingeteilt werden:
  • Alkohlfreie und alkoholhältige Getränke
  • Obst, Gemüse, Salat
  • Getreideprodukte und Kartoffeln
  • Milch und Milchprodukte
  • Fleisch, Wurst, Geflügel, Fisch und Eier
  • Fette und Öle
  • Süßigkeiten, Knabbereien


Exotisch oder Regional?
Im Obstregal ist aufgrund der steigenden Nachfrage, der sinkenden (Transport-)Kosten und des Interesses der Konsumenten das Angebot an exotischen Obstsorten in den letzten Jahren rasant gestiegen. Physalis, Cherimoya, Mango, Papaya, Avocado – sie alle sind der Kiwi gefolgt. Manche Supermärkte bieten ihren Kunden bereits schriftliche Wegweiser durch den Dschungel an exotischen Früchten im Obstregal, damit diese zielgerichteter einkaufen können.

Doch nicht nur der Umfang des Angebotes ist gestiegen, auch die Zeitspanne, in der einzelne Obst- und Gemüsesorten im Regal zu finden sind wird immer größer. Gab es Erdbeeren früher nur im Frühsommer, so findet man sie heute fast das ganze Jahr über im Regal. Dabei ist es nachvollziehbar, dass Glashausware, die noch dazu lange Transportwege hinter sich hat, geschmacklich meist nicht mit saisonaler Frischware aus der Region mithalten kann. Ganz zu schweigen vom Nährstoffgehalt. Denn viele Inhaltsstoffe werden in der Frucht nur gebildet, so lange sie sich an der Pflanze befindet. So konsumentenfreundlich das Angebot vieler Supermarktketten auch ist, die – vor allem sensorische – Qualität leidet teilweise darunter. Besonders Kindern ist heutzutage oft nicht mehr bewusst, dass viele Obst- und Gemüsesorten nicht das ganze Jahr über bei uns wachsen.

Bio oder nicht bio?
Mit der Einführung einer eigenen Biomarke durch eine große Supermarktkette vor einigen Jahren, sind Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft in Österreich "salonfähig" geworden. Österreich gehört – was den Anteil der Anbaufläche angeht – außerdem zu den weltweit führenden Bio-Ländern. Doch Bio ist mehr als die Entscheidung vor dem Lebensmittelregal, es ist eine Lebenseinstellung. Denn die Forcierung biologischer Lebensmittel beeinflusst nicht nur die Qualität der Speisen am Teller, sondern vielmehr die Erhaltung und Förderung der Landschaft und des Tierbestandes über die nächsten Generationen, den schonenden Umgang mit Energieressourcen und die Besinnung auf einen Lebensrhythmus im Einklang mit der Natur.

Wer "bio" einkauft muss noch lange nicht "gesünder" essen. Dieser Irrglaube herrscht in vielen Haushalten vor, denn "biologisch essen" wird oft unkritisch mit "gesund essen" gleich gesetzt. Was im Hinblick auf die ganzheitliche Sicht stimmt. Doch viele verstehen unter "gesund" lediglich vitamin- und mineralstoffreiche Lebensmittel. Der Gehalt an diversen Inhaltsstoffen wird jedoch von sehr vielen Faktoren abseits von "bio" oder "konventionell" bestimmt: Erntezeitpunkt, Bodenqualität, Witterung, Sonneneinstrahlung und nicht zuletzt: den Verarbeitungs-und Zubereitungsmethoden in der Lebensmittelherstellung und im Haushalt. Ganz vereinfacht gesagt: Das Schnitzel aus biologischer Landwirtschaft ist wahrscheinlich ebenso fettreich wie jenes aus konventioneller Landwirtschaft. Und wer sich vorwiegend von biologischen Gummibärli, Kartoffelchips und Speckbroten ernährt, lebt mit Sicherheit "ungesünder" als jemand, bei dem täglich Salat, Obst und Schinkenbrot aus konventioneller Landwirtschaft auf den Teller kommen. Bio ist eine gute Wahl, aber wie in vielen anderen Lebensbereichen, darf auch hier nicht auf den Hausverstand und die ganzheitliche Sichtweise vergessen werden.



Quelle
forum.ernährung heute
www.forum-ernaehrung.at

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