Sonntag, 19. November 2017

„Unsere Back tradition ist Kulturgut!“

Ausgabe 2017.11
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Konditorweltmeisterin und ORF-Köchin  eveline wild im „köstlichen“ Interview über Weihnachtsbäckerei, fruchtige Mehlspeisen und was sich Hobbybäcker von Profis abschauen können.


Foto: Stefan Eder

Bald ist es wieder so weit: Weihnachten steht vor der Tür. Die Adventwochen sind nicht nur eine Zeit des Besinnens auf die wichtigen Werte im Leben (oder sollten es zumindest sein), sondern auch eine Zeit der Düfte: Das Aroma von Vanille, Zimt und Nüssen erfüllt Mamas Küche, der warme Backofen ist in Dauerbetrieb und jedes Kind ist ganz besonders stolz auf „seine“ Kekserl, die es mit viel Liebe ausgestochen und mit Schokolade verziert hat. Und was wären die gemütlichen Adventsonntage ohne köstliche Keksteller? Kurz: Gerade in der Weihnachtszeit dürfen Kalorienzählen und Ernährung nach strengen Gesundheitsregeln ein bisschen außer Acht gelassen werden. Das Christkind kommt schließlich nur einmal im Jahr.

Backen mit Wild. Dem Motto des „bewussten kulinarischen Hochgenusses ohne Reue“ hat sich auch die Konditorweltmeisterin Eveline Wild verschrieben. Die gebürtige Tirolerin ist neben ihren Pralinenkreationen vor allem für ihre außergewöhnlichen, aber doch nie abgehobenen Dessertrezepte bekannt. Das Endergebnis erinnert nicht selten an kulinarische Kunstwerke. Bereits seit 2012 versüßt Wild den Donnerstag in der ORF-Kochshow „Frisch gekocht“ mit Rezepten, die Freude am Nachbacken auslösen. Dass sich Eveline Wild dem süßen Genuss mit Leib und Seele verschrieben hat, merkt man auch im Interview: Selten hat man jemanden so leidenschaftlich übers Backen sprechen gehört: Als „Luxusgut“ und „pure Entspannung“ bezeichnet sie das Kreieren von Süßspeisen, zudem, davon ist sie überzeugt, hat Genuss auch etwas Verbindendes: „Der Kaffeeklatsch am Sonntag, das gemütliche Beisammensitzen mit Familie und Freunden, ist einer jener Dinge, die das Leben schön machen!“ Nicht nur Liebe, sondern auch der eigene Seelenfrieden geht durch den Magen, betont Wild: „Wer nicht genießt, wird ungenießbar ...“

Buchtipp

buchEveline Wild
„Wild Backen mit Früchten“
176 Seiten, Pichler Verlag
25,90 Euro

GESÜNDER LEBEN: Welche Weihnachtsbäckerei darf bei Ihnen zu Hause Jahr für Jahr nicht fehlen?
Eveline Wild: Zu meinen geschmacklichen Highlights gehören die „Eisenbahner“, also Marzipan-Makronen, und natürlich die klassischen Vanillekipferln. Für einen abwechslungsreichen Keksteller kann ich außerdem empfehlen: Florentiner (dünne Mandel-Honig-Kekse mit Schokoladeüberzug), Kokos-Rum-Würfel und Haselnuss-Makronen. Nicht fehlen dürfen auch saftige, kleine Fruchtlebkuchen.

GL: Was ist Ihre Meinung zur österreichischen traditionellen Backkunst?
Unsere Backtradition ist Kulturgut. Skeptisch stehe ich aber dem Wettbewerb mancher Damen gegenüber, die sich gegenseitig mit möglichst zahlreichen Kekssorten übertrumpfen wollen. Mir sind wenige, aber dafür grundverschiedene Kekssorten lieber als dreißig Sorten, von denen die Hälfte ohnehin gleich schmeckt. Das ist für mich am Ziel vorbeigeschossen. Man muss auch nicht immer zwanghaft kreativ sein beim Keksebacken. An den Klassikern ist nichts auszusetzen.
Gerade in der traditionellen Weihnachtszeit darf man auf traditionelle Rezepte zurückgreifen.

GL: Welche klassischen Weihnachtskekse können Sie, zusätzlich zu den Vanillekipferln, noch empfehlen?
Kokosbusserl und Husarenkrapferl kommen immer gut an, genauso wie Amadeus-Kekse: Zwei Scheiben Butter-Mürbteig mit Marzipanfüllung in der Mitte. Ganz besonders beliebt ist Jahr für Jahr Spritzgebäck auf jede erdenkliche Art und Weise!

GL: Abgesehen von ähnlich schmeckenden Keksen: Was ist für Sie ein absolutes No-Go, wenn es um Weihnachtsbäckerei geht?
Ganz klar: Alte, pappigschmeckende Kekse. Auch Kekse mit Fettglasur kommen bei mir nicht auf den Tisch. Dieser Schokoladeersatz ist zwar sehr teuer, erreicht aber bei Weitem nicht den Geschmack von echter Schokolade. Ähnlich geht es mir mit Vanillin, der synthetischen Vanille. Bitte zu echter Vanille greifen, auch wenn diese teurer ist! Generell arbeite ich nach dem Motto: Die wichtigste Grundbasis für eine gute Süßspeise sind hochwertige natürliche und frische Produkte!

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 „Unsere Back tradition ist Kulturgut!“
Seite 2 Mehlspeisen

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