Freitag, 15. Februar 2019

Trennkost

31. August 2011
Trennkost - ein Diätklassiker seit fast 100 Jahren


Immer wieder tauchen Diätformen auf, die die Trennung von Kohlehydraten und Eiweiß bei der Nahrungsaufnahme predigen. All diese Vorschläge orientieren sich an der Hayschen Trennkost, deren Grundsätze der Amerikaner Dr. Howard Hay schon 1907 festlegte. Nach modernen ernährungswissenschaftlichen Methoden ist die Haysche Trennkost "eine Diät von Gestern".

"Macht es wie die schlauen Füchse!" riet Dr. Hay. "Es gibt keine dicken Füchse.
Das muss an ihrer Ernährung liegen. Füchse jagen nicht nur Hasen, sie ernähren sich von Zeit zu Zeit auch von Beeren und Früchten. Allerdings: sie verschlingen niemals Preiselbeeren zum Hasenbraten oder Trauben zum Kaninchen. Sie bleiben strikt beim einen oder anderen!"

In unserem Sprachraum hat der deutsche Arzt Dr. Ludwig Walb die Haysche Trennkost zu einer Schlankheitsdiät ausgebaut, die aber auch (Zivilisations)Krankeiten vorbeugen und das Wohlbefinden steigern soll. Dass sie auch in Europa hunderttausende Anhänger gefunden hat beweist, die mittlerweile 44. Auflage von Walbs erstmals 1957 erschienenen Buches "Original Haysche Trennkost".

Der wichtigste Grundsatz dieser Diät ist die strikte Trennung in vorwiegend kohlehydratreiche, eiweißreiche und sogenannte "neutrale" Lebensmittel (Fette, gesäuerte Milchprodukte, Käse mit mehr als 60% Fett in der Trockenmasse, zahlreiche Gemüsearten, Kräuter, Nüsse - ausgenommen Erdnüsse). Die beiden erstgenannten dürfen nicht zusammen verzehrt, beide aber mit den "neutralen" Lebensmitteln vermischt werden.

80% basenbildendes Obst und Gemüse und nur maximal 25% säurebildene Nahrungsmittel wie Fisch, Käse, Fette und Kohlehydrate lautet eine weitere Empfehlung der Trennkost. Die Eiweißmahlzeit sollte mittags eingenommen werden.

Nach modernen ernährungswissenschaftlichen Methoden
sind die Hayschen Grundsätze überholt, weil sie zuwenig Getreide- und Getreideerzeugnisse, zuwenig Käse und Fisch empfehlen, auf wertvolle Hülsenprodukte völlig verzichten und zudem, durch die strikte Trennung von Eiweiß- und Kohlehydratzufuhr, auf die wertvolle Nahrungsergänzung von pflanzlichen und tierischen Produkten weitgehend verzichten. Positiv zu bewerten ist, dass die vorwiegend lacto-vegetabile Haysche Trennkost (viel Gemüse, Obst, Salate) energie- und fettarm ist. Auch die Verteilung der einzelnen Mahlzeiten ist durchaus sinnvoll, da unterschiedliche Nahrungsmittel unterschiedliche Gehirnbotenstoffe entstehen lassen. Eiweißmahlzeiten zu Mittag führen zu erhöhter Aufmerksamkeit, während kohlehydrathältige Abendmahlzeiten eher Entspannung und Müdigkeit auslösen.

Die Haysche Trennkost "
könnte daher durchaus als Basis einer vernünftigen Ernährungsform empfohlen werden, wenn man die unsinnige und sogar komplizierte Trennung sowie die unnötige Einteilung der Nahrungsmittel weglassen würde. Schließlich entspricht das von der Natur ausschließlich für den menschlichen Verzehr vorgesehene Lebensmittel, die Muttermilch ganz und gar nicht den Anforderungen der Trennkost" (Dr. Norbert Langmayr, Facharzt für Innere Medizin, Leiter des Institutes für Stoffwechselerkrankungen und Ernährungsmedizin am Elisabethinen-Spital in Linz).

Wenn Konsumenten entgegnen, daß die Trennkost funktioniert - meinen sie damit die Reduktion des Körpergewichts.. Oft ist die kleinere Portionsgröße (durch die Trennung) der Grund für das "funktionieren" und nicht die Hayschen Grundsätze.

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