Dienstag, 26. September 2017

So schmeckt’s auch Ihrem Kind!

Ausgabe 2017.09
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Kinder und (gesundes) Essen – das zusammen - zubringen ist für viele Eltern ein täglicher Kampf. Doch das muss nicht sein! GESÜNDER LEBEN zeigt für alle Altersstufen – von Kindern in der Spielgruppe bis hin zur Mittelschule –, wie gesundes Essen auch Spaß machen kann.


Foto: iStock-FamVeld

Wenn du deinen Teller brav leer isst, gibt es morgen schönes Wetter.“ Wenn der Nachwuchs trotzdem nicht aufessen möchte, helfen sich Eltern mitunter mit der „Löffel-Technik“: Ein Löffel für Papa. Ein Löffel für Oma. Ein Löffel für Opa. Und so weiter, bis die ganze Familie „durchgefüttert“ ist. Das Kind selbst ist allerdings frustriert, weil man seinen Wunsch, nichts zu essen, ignoriert hat. Später wird es den Eltern die Schuld geben, wenn ihm etwa der Spinat nicht schmeckt oder wenn man als Erwachsener mit dem Gewicht zu kämpfen hat – schließlich hieß es ja immer: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Man schwört sich, es bei den eigenen Kindern anders zu machen – und ertappt sich dann doch dabei, dem Nachwuchs das sprichwörtlich Blaue vom Himmel zu versprechen, wenn aufgegessen wird. GESÜNDER LEBEN hat sich daher die Frage gestellt, wie das mit der gesunden Ernährung funktionieren kann – ganz ohne Zwang, dafür mit viel Genuss. Und das für alle Altersgruppen …

Mama, warum soll ich so viel Gemüse essen?

Kinder brauchen zwar keine anderen Vitamine und Mineralstoffe als Erwachsene, jedoch haben sie aufgrund des körperlichen Wachstums einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Kalzium und Vitamin D sind u. a. für die Entwicklung der Knochen von großer Bedeutung, dennoch nehmen wir oft zu wenig davon auf. Milch und Milchprodukte sind gute Kalziumquellen. Vitamin D ist ebenfalls in der Nahrung enthalten, wird aber auch im Körper selbst durch Sonnenbestrahlung gebildet. „Zumindest in den Wintermonaten spricht nichts gegen eine Supplementierung – auch bei Kindern und Jugendlichen“, so Ernährungswissenschafterin Natalie Walter. Von Produkten aus dem Drogeriemarkt rät sie jedoch ab: „Man sollte auf jeden Fall zu Präparaten aus der Apotheke greifen und zuvor den Blutspiegel vom Arzt abklären lassen.“ Darüber hinaus brauchen Kinder und Jugendliche vor allem Eisen und Jod, wobei Letzteres über jodiertes Speisesalz aufgenommen werden kann. Achtung! Fleur de Sel, Himalajasalz und andere Salze haben zwar ihre Berechtigung, liefern aber kein Jod.

Spielgruppe und Kindergarten. Entspanntes Essen. „Die Prägung der Essgewohnheiten beginnt schon im Mutterleib“, weiß Natalie Walter, MSc, Ernährungswissenschafterin bei Styria vitalis, einer Non-Profit Organisation, die sich bereits seit 1972 für Gesundheitsförderung und Prävention in der Steiermark starkmacht. Der Einfluss der Eltern bzw. des familiären Umfelds ist in den ersten Lebensjahren am größten. Probleme, die vielleicht in der Pubertät oder im Erwachsenenalter auftreten – sei es in Form von Übergewicht, einer Essstörung oder des Verweigerns bestimmter Lebensmittel –, können schon frühzeitig im Keim erstickt werden. „Wichtig ist, dass Eltern einen vernünftigen Umgang mit dem großen Ernährungsangebot vorleben. Verdeutlichen Sie Ihren Kindern, dass Lebensmittel wertvoll sind“, sagt Walter. Das heißt: Es braucht ein Bewusstsein für Regionalität, Saisonalität und (Bio-)Qualität. Überdies sollten alle Lebensmittel ihren Platz in der Ernährung haben. Sprich: Mit Maß und Ziel ist auch Salziges, Süßes und Fettiges erlaubt. „Verbote und Zwänge sind nicht zielführend. Genauso wenig sollte eine emotionale Bindung aufgebaut werden, etwa die Schokolade als Belohnung oder Trostspender“, so Walter, die generell für einen „entspannten Umgang mit dem Essen“ plädiert: Hin und wieder dürfen es auch Pommes frites sein. Und wenn es mal schnell gehen muss, kann man sehr wohl zur Tiefkühl-Pizza greifen, diese mit frischen Paradeisern oder Paprikawürfeln aufpeppen und einen Salat dazu servieren.

Vorbild: Eltern. Auch Dr. Birgit Dieminger-Schnürch, Ernährungswissenschafterin bei der AGES, weiß von der Vorbildwirkung der Eltern: „Kinder lernen am Modell und übernehmen Verhaltensweisen. Anfangs von den Eltern und später auch von Gleichaltrigen.“ Das fange schon im Kindergarten an, weiß die Mutter eines Sohnes, der gerade in den Kindergarten gekommen ist: „Gibt es beispielsweise im Kindergarten zu Mittag ein Gemüse, das ein Kind nicht mag, essen oft auch die anderen dieses nicht mehr. Umso wichtiger ist es, die Kinder von Anfang an mit möglichst vielen Lebensmitteln vertraut zu machen. Je mehr sie kennen, umso besser.“ Dabei sollte man sich nicht entmutigen lassen, wenn das Kind gewisse Lebensmittel nicht essen möchte. Mitunter muss man dem Nachwuchs ein Lebensmittel zwischen 10- und 16-mal anbieten, bis es sich an den Geschmack gewöhnt hat. Abwechslung ist dabei oft das Zauberwort: Schmeckt die Karotte in gekochter Form (noch) nicht, kann man sie zum Beispiel roh raspeln oder in Kombination mit anderen Lebensmitteln, die schmecken, servieren.

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